Archiv Seite 2

DO: Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“

In genau einer Woche, ab dem 11. Januar, wird die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“ des Vereins Opferperspektive e.V. bis zum 28. Januar in Dortmund zu sehen sein. Veranstalter der Ausstellung in Dortmund ist unter anderem das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund (FgR). Der Ausstellungsort ist die Petrikirche in der Innenstadt.

Die Ausstellung porträtiert 156 Menschen, die rechter Gewalt von 1990 bis 2010 zum Opfer fielen. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild von Rechten kein Platz ist; manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Die Ausstellung ruft diese Menschen in Erinnerung.

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Neonazi-Treffpunkt: Stadt kündigt Mietern

Wie nun auch die Presse berichtet, hat die Stadt Dortmund den rechten Mietern des Ladenlokals an der Rheinischen Straße 135 zum Ende kommenden Monats gekündigt. Bereits vor einigen Tagen beschwerten sich die örtlichen Neonazis auf ihrer Website über diese Maßnahme und kündigten kämpferisch an: „Jeder Dortmunder soll wissen: Rheinische Straße 135 bleibt!“. Die von den Neonazis angemieteten Räumlichkeiten werden unter anderem für die allwöchentlichen „Kameradschaftsabende“ und diverse Vortragsveranstaltungen genutzt. Die Stadt will mit der Kündigung ihren Eigenbedarf geltend machen. Vor genau einem Jahr erklärte Stadtsprecher Udo Bullerdieck den Ruhr Nachrichten, die Stadt wolle in dem Haus ein Bürger- oder Jugendtreff einzurichten. Der Mietvertrag der Neonazis, der Anfang April 2010 unterschrieben wurde, läuft regulär noch bis zum 31. März 2015.

Ausschnitt des WDR 2 Regional-Studios Dortmund vom 04.01.2012:

Mehr zu dem Nazi-Treffpunkt an der Rheinischen Straße:
Das „Nationale Zentrum“ (im Dossier „Dortmunder Zustände“)
Nazitreff: »Wirklich keine Handhabe?«
„Borussenfront“-Feier in städtischer Immobilie
Bestätigung: Stadt hat „Nazi-Haus“ gekauft
Update: Razzien gegen rechten Versandhandel
Neonazis wollten Haus in Dorstfeld kaufen

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Anschlag auf Ordnungsamt-Nord

Wie einem Bericht auf linksunten.indymedia.org zu entnehmen ist, wurde in der Silvesternacht das Büro des Ordnungsamts in der nördlichen Innenstadt attackiert. Die Nordstadtkids, die für die Aktion verantwortlich zeichnen, begründen ihre Aktion wie folgt: „Das Ordnungsamt als Teil der Taskforce Nordstadt hat neben der Polizei eine zentrale Position in der Umsetzung der repressiven Politik gegen die sozial benachteiligten Bewohner unseres Viertels. Die Hetze, die Ullrich Sierau (der Mann mit dem Eisernen Besen), Marita Hetmeier (rechtspopulistisches Aushängeschilder der Nordstadt-SPD) und Thomas Bahr (fürchtet sich vor einem ‚Sammelbecken und Auffangstation für kriminelle Elemente und menschenverachtende Lebensformen von Randexistenzen aus ganz Europa‘) in ihren Reden, Interviews und Pressemitteilungen verbreiten, haben die Befehlsempfänger aus dem Ordnungsamt brav umgesetzt.

Presse:
02.01.12 – Ordnungsamt mit Pflastersteinen u. Farbbeuteln beworfen (WAZ)

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Antifaschistischer Jahresrückblick

Das Jahr 2011 nähert sich dem Ende. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über linke und antifaschistische Aktionen und Ereignisse der vergangenen zwölf Monate in Dortmund. Die folgende Aufzählung listet nur die öffentlich gemachten bzw. gewordenen Aktionen auf und erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

13 Demonstrationen
9 Überregionale Mobilisierungen
17 Veranstaltungen
12 Militante Aktionen

5 Publikationen (ohne Pressemitteilungen)
4 Outing-Aktionen

In diesem Sinne:
2012 antifaschistisch gestalten!

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Vortrag am 17. Januar zum Nationalsozialistischen Untergrund, Rechtsterrorismus und zur Rolle des Staates

Am 17. Januar startet die Veranstaltungsreihe “Was geht mich das an?” des Dortmunder Antifa-Bündnisses in das Jahr 2012. Thema der kommenden Veranstaltung lautet: “Kein 10. Opfer!”? – Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterror und die Rolle des Staates. Die ReferentInnen sind MitarbeiterInnen des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin (apabiz) und haben diesen Vortrag in Kooperation mit anderen antifaschistischen Projekten erarbeitet. Kooperationspartner für diese Veranstaltung ist das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund. Veranstaltungsort ist das Dietrich-Keuning-Haus (in der Nähe vom HBF-Nordausgang).

17. Januar | 19.30 Uhr | Dietrich-Keuning-Haus

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Naziaufmarsch am 1. Mai in Dortmund

Wie mehrere Medienportale berichten, haben Dortmunder Neonazis für den 1. Mai dieses Jahres einen Aufmarsch in Dortmund angemeldet. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um die zentrale 1. Mai-Demo der extrem Rechten in Deutschland handelt. Unter dem Motto „1. Mai – Arbeitsplätze zuerst für Deutsche“ soll der Aufzug nach einer Auftaktkundgebung am Hauptbahnhof durch die nördliche Innenstadt führen. Ein Kooperationsgespräch mit der Polizei stehe allerdings noch aus.

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Sat1-NRW-Bericht: Opfer von Neonazi-Gewalt

Das Nachrichtenmagazin 17.30 bei Sat1-NRW strahlte heute einen Beitrag über eins der Opfer des neuerlichen Angriffs der Skinhead-Front Dortmund-Dostfeld aus. Das Video könnt ihr euch hier ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=ZmaN9o9xVbE

Update am 01.12.: „Das Amtsgericht teilte am Mittwoch mit, dass K. die zur Bewährung ausgesetzte Reststrafe von zwei Jahren und die drei Monate nun in einer Haftanstalt absitzen muss. Dazu kommt die Strafe wegen des Delikts am Samstag.“ (Quelle: RuhrNachrichten)

Update am 03.12.: Die Polizei hat zwei weitere mutmaßlichen Täter festgenommen. Die beiden 19 und 25 Jahre alten Männer werden ebenfalls der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld zugerechnet. „Da gegen den 19-jährigen Tatverdächtigen bereits zwei Anklagen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs zur Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht anstehen, erging noch am Freitagabend gegen ihn Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr.“ (Quelle: DerWesten)

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WDR: Dortmunder Neonazi schlug wieder zu

Die WDR-Lokalzeit Dortmund strahlte gestern einen Beitrag über den kürzlichen Überfall von Mitgliedern der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld auf zwei Jugendliche aus. In dem Bericht geht es vor allem um die mutmaßliche Tatbeteiligung von Sven Kahlin. Besonders brisant ist die Info, dass Kahlin erst Anfang dieses Monats wegen einer „Kneipenschlägerei“ vorm Amtsgericht Dortmund zu drei Monaten Haft verurteilt wurde – ausgesetzt zu Bewährung und das obwohl er nach der vorzeitigen Haftentlassung im September 2010 wegen dem Mord an Thomas Schulz noch eine zwei-jährige Bewährungsstrafe offen hatte. Die zuständige Richterin glaubte offenbar Kahlins Bekundungen, er wolle sich aus der Dortmunder Neonaziszene zurückziehen.

Die Kurz-Doku könnt ihr euch hier ansehen. Mehr davon gibt es in unserem Medien-Archiv.

http://www.youtube.com/watch?v=Bx1Q7p5-iSk

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Hatten Dortmunder Neonazis Kontakt zur rechten Terror-Gruppe „NSU“?

Am 13. Juni 2009 fand im mittelthüringischen Arnstadt der so genannte Tag der nationalen Jugend statt. Rund 300 Neonazi waren damals zusammengekommen, um das breite Angebot von neonazistischer Live-Musik, extrem rechten Rednern, „Spiel und Spaß“ für Kinder und Verkaufsständen mit Devotionalien zu konsumieren. Hier sollen sich laut Informationen der RuhrNachrichten erste Kontakte zwischen Dennis Giemsch, dem Kopf der Dortmunder Neonaziszene und Ralf Wohlleben, einem Mitglied der extrem rechten Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund, ergeben haben.

Werbestand Dortmunder Neonazis
für den „Nationalen Antikriegstag“

Der Platz wurde mit Ständen und Transparenten, sowie Getränke- und Bratwurststand ausgestattet, für den ‚nationalen Nachwuchs‘ gab es eine Hüpfburg und Büchsenwerfen. Neben dem üblichen Merchandise von T-Shirts über CDs bis zu Postern waren auch eine Reihe ‚Stände‘ vertreten. So beispielsweise einer zum sogenannten ‚Antikriegstag‘, welcher jährlich in Dortmund stattfindet oder ein Infostand des „Braunen Hauses“, einem Wohn- und Schulungsprojekt aus Jena“, berichtete das Medienkollektiv Recherche Ost damals über die Neonazi-Kundgebung in Thüringen.

Dennis Giemsch beim Thüringentag
der nationalen Jugend 2009

Giemsch trat damals bei der Veranstaltung als Redner ans Mikrophon und warb nicht nur für den Großaufmarsch Anfang September in Dortmund, sondern forderte das Publikum auch dazu auf, den „ideologischen Fortbestand von Volk und Rasse“ zu sichern. Beides werde „uns nicht geschenkt, wir müssen sie erkämpfen“, so Giemsch weiter. Der NPD-Funktionär Wohlleben gilt als einer der Organisatoren des Festivals und hatte die Dortmunder Neonazis dazu eingeladen. Wohlleben, der am Dienstag festgenommen wurde, soll den Neonazi-Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ die Tatwaffe und die Munition für mindestens sechs Morde beschafft haben.

Dass Giemsch zusammen mit weiteren Neonazis aus dem Ruhrgebiet am so genannten Thüringentag teilgenommen, dort eine Rede gehalten und Kontakte zu dem festgenommenen Ralf Wohlleben hatte, stellt ihn allerdings nicht automatisch unter Terrorverdacht, wie die RuhrNachrichten betonen. Jedoch ist dies ein weitere Hinweis darauf, dass die „Autonomen Nationalisten“ aus Dortmund bundesweit sehr gut vernetzt sind.

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Rechter Mörder Sven Kahlin wieder in Haft

Wie bereits vermutet, handelt es sich bei dem 24-jährigen Dortmunder Neonazi, der bei dem Übergriff auf zwei Jugendliche am Samstagabend noch am Tatort festgenommen werden konnte, um den rechten Mörder Sven Kahlin von der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld. Wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen befindet sich Kahlin seit gestern wieder in Haft.

Sven Kahlin hält seine Rede beim Naziaufmarsch am 23.10.2010 in Hamm
Sven Kahlin hält seine Rede beim Naziaufmarsch am 23.10.2010 in Hamm

Am Ostermontag 2005 hatte Kahlin den Punker Thomas Schulz erstochen und wurde daraufhin wegen Totschlags zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass von dem Neonazi nach der Entlassung aus der JVA Werl keine weiteren Straftaten zu erwarten seien. Nur wenige Wochen nach seiner vorzeitigen Haftentlassung Ende September 2010 war Sven Kahlin allerdings wieder an rechten Gewalttaten aktiv beteiligt und trat als Redner bei Neonaziaufmärschen auf. Kahlin war beispielsweise an dem brutalen Überfall auf die Hirsch Q am 12. Dezember 2010 beteiligt, auch wenn die Staatsanwaltschaft ihn auf dem Überwachungsvideo bisher nicht eindeutig identifizieren konnte.

Mehr:
Rechter Mörder weiterhin aktiv in Naziszene
Demo: Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!
Das Urteil gegen Thomas‘ Mörder

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