29.12.11 – Im Rahmen des Prozesses gegen einen Ex-Sicherheitsverwahrten versammeln sich Dortmunder Neonazis vor dem Landgericht und verteilen auf der Straße Flugblätter. Sie missbrauchen den Fall, um sich für die von ihnen geforderte „Todesstrafe für Kinderschänder“ einzusetzen.

17.12.11 – Dortmunder Neonazis treffen sich zur „Jahresabschlussfeier“, an der angeblich 85 Personen teilgenommen haben sollen. Den musikalischen Teil des Abends soll die Dortmunder Rechtsrock-Band „Oidoxie“ gestaltet haben.

02.12.11 – Etwa 20 Dortmunder Neonazis versammeln sich am Nachmittag auf dem Dorstfelder Wilhelmsplatz, um Flyer zu verteilen. Inhaltlich richten sich die Flyer gegen eine in der Nähe stattfindende SPD-Ortsversammlung. Laut Polizei kommt es zu keinen Störungen.

Im Zusammenhang mit dem rechten Überfall auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt am 26.11.2011 nimmt die Polizei zwei weitere Tatverdächtige fest. Gegen einen der Verdächtigen, einen 19-jährigen Dortmunder Neonazi, ergeht Haftbefehl, weil gegen ihn aktuell bereits zwei Anklagen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch erhoben werden. Der zweite Verdächtige, ein 25-jähriger, bleibt mangels Haftgrund zunächst auf freiem Fuß. Beide Tatverdächtigen sind – genau wie der bereits verhaftete Täter Sven Kahlin – der „Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld“ zuzuordnen.

27.11.11 – Gegen einen der Neonazis, der am Vorabend an dem Angriff auf die beiden Jugendlichen auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt beteiligt war, ergeht Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen. Es handelt sich um den 24-jährigen Dortmunder Neonazi Sven Kahlin, der am Ostermontag 2005 den Punker Thomas Schulz erstochen hatte und daraufhin wegen Totschlags zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt worden war.

26.11.11 – Am Abend kommt es auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt zu einem Angriff einer fünf-bis sechsköpfigen Gruppe Neonazis auf zwei Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund. Die Rechten treten und schlagen auch weiter auf ihre Opfer ein, als diese bereits am Boden liegen. Einer der Täter kann noch am Tatort vom Sicherheitspersonal ergriffen werden. Die Oper erleiden durch den Angriff Kiefer-Prellungen, Verletzungen an der Nase, Platzwunden, Blutergüsse und Gehirnerschütterungen. Aufgrund der Täter-Beschreibungen ist davon auszugehen, dass es sich um Mitglieder der „Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld“ handelt.

21.11.11 – Unbekannte beschmieren die Schaufenster des Parteibüros der Partei „Die Linke“ in der Schwanenstraße mit rechten Symbolen.

13.11.11 – Anlässlich des „Volkstrauertags“ halten Neonazis in der Nacht einen Fackelmarsch ab und legen einen mit nationalsozialistischer Parole beschrifteten Kranz am Ehrenmal in den Ruinen der Syburg nieder. Die Polizei entfernt den Kranz zunächst, stellt dann aber fest: „Kranz und Schleife erfüllen nicht den Tatbestand der Verfassungswidrigkeit. Für das Recht auf freie Meinungsäußerung müssen wir den Kranz leider wieder ans Denkmal legen“.

17.10.11 – Der Pilot eines Hubschraubers entdeckt während des Anflugs auf den Dortmunder Flughafen ein ca. 30 m x 30 m großes Hakenkreuz, das in ein Maisfeld an der Friedrich-Hölscher-Straße geschnitten bzw. getreten ist.

16.10.11 – Gegen 01.35 Uhr nachts wird ein junges Pärchen aus Witten, das sich auf dem Weg zum Bahnhof befindet, von drei Unbekannten angegriffen, die aufgrund ihrer Kleidung der rechten Szene zuzuordnen sind. Das 17-jährige Mädchen erleidet einen Schlag ins Gesicht. Auf der Flucht wird ihr 23-jähriger Freund in den Rücken geschlagen, sodass er zu Boden stürzt. Die Täter flüchten anschließend vom Tatort.

Gegen 03.05 Uhr werden zwei Männer aus Unna scheinbar grundlos von einer Gruppe Neonazis angegriffen und erleiden leichte Verletzungen.Die Geschädigten flüchten sich daraufhin in eine nahegelegene Szene-Gaststätte in der Brückstraße.
Übereinstimmend werden die Täter als männliche Rechte, Mitte 20 Jahre alt, kahl rasierte Köpfe, schwarze Bomberjacken, insgesamt dunkel gekleidet, beschrieben.

15.10.11 – In der Zeit vom 15.10.2011 bis zum 17.10.2011 wird der Abenteuerspielplatz in Dortmund-Rahm verwüstet: Sitzmöglichkeiten werden mit Hakenkreuzen beschmiert und teilweise angezündet. Laut Polizei entstehen Sachschäden in einer Höhe von 2000 Euro.

13.10.11 – Am Abend wird eine Gruppe von 12- bis 15-jährigen Jungen von drei Männern getreten und geschlagen, sowie mit rassistischen Parolen beschimpft. Sie hatten einer jungen Frau geholfen, die zuvor vor einer Apotheke geschlagen worden war. Der Täter flüchtet mit einem Kind auf dem Arm. Die fünf Jugendlichen begleiten dann die Frau zu einem Haus in der Rosenstraße. Dort angekommen werden die Helfer von drei Gewalttätern mit Tritten und Faustschlägen angegriffen. Die Opfer haben „ausländisches Aussehen“ und werden während der Tat mit rechten Parolen beschimpft. Der Staatsschutz nimmt die Schläger am Freitagvormittag fest. Den Ermittlern waren die Schläger bisher nicht als Mitglieder der Dortmunder Neonazi-Szene bekannt.

10.10.11 – Ein 18-jähriger Neonazi stört in der Nacht zu Sonntag mit neonazistischen Parolen und dem „Hitlergruß“ ein Konzert in der Jugendfreizeitstätte an der Kieferstraße. Nach einer ersten Auseinandersetzung flüchtet er. An einer Straßenbahn-Haltestelle taucht der Täter wieder auf: mit seinem Bruder, einem Baseballschläger und einem Messer.

04.10.11 – Zwei Mitglieder der Dortmunder Neonazi-Szene (19 und 25 Jahre alt) versuchen sich am späten Sonntagabend zur Kneipe „Kaktus-Farm“ an der Wilhelmstraße Zutritt zu verschaffen, werden aber von den Türstehern abgewiesen. In der Kneipe findet das Konzert „5 Jahre Oi!“ statt – laut Polizei mit linksgerichtetem Publikum. Daraufhin zieht der 19-Jährige ein Messer und bedroht den Security-Mann. Die Security wehren einen Angriff ab und die Neonazis flüchten. Auf dem Weg ruft der 25-Jährige mehrfach „Sieg Heil“ und zeigt den Hitlergruß. Beide stark betrunkenen Männer werden wenig später festgenommen.

26.09.11 – In der Nacht zu Montag um 1.40 Uhr wird im Bereich Wittener Straße / Sachsenwaldstraße ein aus Gambia stammender 44-jähriger Mann von hinten angegriffen: ihm wird das Gesicht zerkratzt und er wird mit rassistischen Parolen beleidigt. Als er sich befreien kann, nimmt der Täter die Verfolgung auf und zieht dabei ein Messer sowie eine Reizgas-Dose. Zwei 45 und 54 Jahre alte Männer, die eingriffen, erleiden Verletzungen durch einen Fußtritt und Pfefferspray. Der Täter und eine Begleiterin flüchten in den Schulte-Witten-Park. Einige Tage später werden weitere Details bekannt: Das Opfer musste 26 Minuten auf die Polizei warten, da er den Beamten die Dringlichkeit nicht klar machen konnte und auch da – laut Polizei – nicht genügend Polizeikräfte zur Verfügung standen. Auch ein weiteres Problem wird deutlich – nämlich das der fehlenden Zivilcourage: Das Taxi, aus dem die Helfer ausgestiegen waren, stand mitten auf der Straße. Einer der Helfer lag ohnmächtig am Boden. Viele Autos fuhren an dieser Szene vorbei. Aber niemand hat angehalten.

03.09.11 – Rund 750 Neonazis marschieren beim „Nationalen Antikriegstag“ durch Dortmund. Erstmals seit 2008 konnten die Rechten wieder durch die Straßen der Stadt laufen, nachdem sie sich zuvor zwei Jahre lang mit stationären Kundgebungen zufrieden geben mussten. Großräumig hatte die Polizei mit einem Aufgebot, das die Stadt noch nicht gesehen hat, ein ganzes Quartier nordwestlich des Hauptbahnhofs abgesperrt. Die Neonazis zogen nach einer Auftaktkundgebung an der Grünen Straße zu einer Zwischenkundgebung an der Mallinckrodtstraße/Ecke Schützenstraße bis hin zur Abschlusskundgebung an der dem Park+Ride-Parkplatz an der Speestraße. Um Blockaden zu verhindern hat die NPD Unna eine Kundgebung für 50 Teilnehmer an der Uhlandstraße unter dem Motto „Gegen linke Gewalt – für Demokratie und Toleranz“ angemeldet.

02.09.11 – 215 TeilnehmerInnen zählt die Polizei bei der Vorbanddemonstration der Neonazis, die, beginnend vom Stadthaus, durch den Dortmunder Süden führt. Vier Neonazis wurden festgenommen, weil sie den Hitlergruß gezeigt bzw. Schlagwerkzeuge bei sich hatten. Die Veranstaltung war als „Vorabenddemo mit Livemusik“ angekündigt worden. Dazu wurden die Gruppen „Oidoxie“ und „Words of Anger“ eingeladen. Jedoch durfte der Musikanteil der Veranstaltung nur maximal 40 Prozent haben, so hatte es die Polizei per Auflage verfügt, um der Veranstaltung den Charakter eines Konzertes zu nehmen. Am Stück waren höchstens 15 Minuten Musik erlaubt. An der Saarlandstraße hatten sich 40 Leute – offenbar AnwohnerInnen – auf der Straße niedergelassen. Die Polizei räumte nicht. Musste sie aus polizeitaktischer Sicht auch gar nicht: Die Neonazidemo wurde an der kleinen Sitzblockade vorbeigeführt.

31.08.11 – Nachts werden auf das Café Aufbruch im Dortmunder Stadtteil Hörde zwei Schüsse abgegeben. In dem Café trifft sich unter anderem die örtliche Geschichtswerkstatt. Es war der zweite Anschlag in diesem Jahr: Bereits im April waren die Scheibe und die Fassade des Cafés mit Nazisprüchen besprüht worden.

30.08.11 – Eine Berufsfotografin, die für eine Dokumentation Fotos vom Nordmarkt aufnimmt, wird von Neonazis angegriffen. Die Gruppe von etwa 30-40 Personen verteilt in der Nähe Werbematerial für den „Nationalen Antikriegstag“ der „Autonomen Nationalisten“ am kommenden Samstag. Die Fotografin und ihr Begleiter werden geschlagen, bevor sie sich in einen Kiosk retten und die Polizei alarmieren können. Außerdem schütten Neonazis ätzende Buttersäure auf das Auto des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters der Linken. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung wurden aufgenommen.

In der Nacht wird das Haus eines Parteimitglieds der Linken mit Hakenkreuzen beschmiert. Zuvor wurden ihm seine Autoreifen zerstochen und Name, Adresse und Foto auf einer bekannten rechten „Outing“-Seite veröffentlicht.

29.08.11 – Neonazis stören eine Demonstration gegen Hartz IV vor der Reinoldikirche. Als sie daraufhin vom Versammlungsleiter ausgeschlossen werden und nicht reagieren, erteilt die hinzu gerufene Polizei Platzverweise aufgrund von grober Störung. Kurz darauf melden die Neonazis eine Spontandemonstration „Gegen Polizeiwillkür“ an. Nach kurzer Zeit wird die Veranstaltung wieder beendet und die Neonazis entfernen sich in Kleingruppen.

Nach Veröffentlichung eines Fotos und Berichten in den Medien kann der Dortmunder Staatsschutz eine 22-jährige Dortmunderin ermitteln, die im Verdacht steht, an dem Angriff auf einen 25-jährigen mit Anti-Nazi-Shirt beteiligt gewesen zu sein. Laut Polizei dauern die weiteren Ermittlungen noch an.

24.08.11 – Am Mittwoch kommt es zu einem Anschlag auf das Haus des Sprechers der Vertrauensleute bei der Stadt, der sich auch gegen Neonaziaufmärsche in Dortmund engagiert. Der Eingangsbereich seines Hauses wird mit einem Hakenkreuz beschmiert.
Zudem wird das Büro des AStA der TU mutmaßlich von Neonazis angegriffen. Fenster gehen zu Bruch und Farbbeutel werden gegen das Gebäude geschleudert. Dort soll am Tag darauf eine Info-Veranstaltung im Zusammenhang mit dem Naziaufmarsch stattfinden.

23.08.11 – Am Dienstagabend wird ein 25-Jähriger, der ein Anti-Nazi-Shirt trägt, angegriffen. Zunächst stellt sich ihm eine Frau in den Weg, beschimpft ihn wegen seines Shirts und wirft dann eine Bierdose nach ihm. Dann wird das Opfer von einem oder mehreren Männern mit Faustschlägen und Fußtritten attackiert. Nachdem zwei Personen ihm zu Hilfe kommen, flüchten die Angreiferin und ihre Begleiter. Das Opfer erleidet leichte Verletzungen.

22.08.11 – Am Nachmittag findet in der Dortmunder Innenstadt eine angemeldete Neonazi-Versammlung mit 17 TeilnehmerInnen statt. Sie steht unter dem Motto „Gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“.

30.07.11 – In der Nacht zu Freitag kommt es zu mehreren rechtsgerichteten Schmierereien im Hörder Norden. So entdecken Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Torgauer Straße am Freitagmorgen die Worte „Zipfel, du Jude“ an der Hauswand – offenbar direkt an einen Mieter gerichtet. Zugleich erreicht eine RN-Lokalredaktion ein Hinweis des Hörder Linke-Bezirksvertreters Torsten Behrendt. Seine Hauswand sei in der Nacht mit einem Hakenkreuz und dem Wort „Jude“ beschmiert worden, berichtet er.

29.07.11 – Gegen 18.30 Uhr meldet eine Person, die dem rechten Spektrum zuzuordnen ist, eine Spontandemonstration an, zu der sich etwa 20 weitere Neonazis am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs versammeln. Die Versammlung wird gegen 20.00 Uhr wieder beendet.

Neonazis überfallen am frühen Freitag in Dortmund-Wellinghofen eine Gruppe Linker, die zuvor eventuell Plakate mit der Aufschrift „No Nazis“ verklebten. Nach Angaben der fünfköpfigen Gruppe, die sich bei Eintreffen der Polizei im Haltestellenbereich der Preinstraße/ Ecke Zillenstraße aufhält, seien sie kurz zuvor von vier vermummten Neonazis, die mit einem VW Bulli unterwegs waren, angegriffen und bedroht worden. Fünf Neonazis griffen die AntifaschistInnen mit Baseballschägern, Pfefferspray, mitgeführten Steinen und Flaschen sowie mindestens einem Messer an, wobei von den Neonazis unter anderem die Drohung “Jetzt bist du dran, ich stech dich ab!” ausgesprochen wurde. Während des etwa sechsminütigen Angriffs holten die Nazis immer wieder Flaschen und Steine aus dem Wagen, der für den Nachschub quer auf der Straße rangiert stand.

Noch in derselben Nacht wird im östlich gelegenen Brackel das Auto eines Mitglieds der Piratenpartei zum Ziel eines Neonazianschlags. Die Autoreifen werden zerstochen und der Wagen mit Hakenkreuzen und dem Schriftzug „NW DO“ („Nationaler Widerstand Dortmund“) besprüht. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere hundert Euro.

27.07.11 – In der Nacht zum 27.07. wird u. a. das Wohnhaus eines Mitglieds von Die Linke mit dem Schriftzug „Iris = Linke Sau!“ besprüht. Bei einer Kundgebung des Bündnis Dortmund gegen Rechts am darauf folgenden Tag in Dortmund-Dorstfeld, zu der sich rund 60 AntifaschistInnen versammeln, werden die TeilnehmerInnen von Neonazis abfotografiert, während fünf von ihnen versuchen, die Kundgebung durch ihre Anwesenheit zu provozieren, bis sie von der Polizei einen Platzverweise erhalten.

21.07.11 – In der Nacht auf den 21.07.2011 wird das „DKP“-Parteibüro in der Nordstadt mit einem Hakenkreuz beschmiert. Darüber hinaus wird das Auto des Vorsitzenden der Partei beschädigt: Neonazis zerstechen alle Reifen und zerkratzen den Lack.
Außerdem wird ein weiteres Haus, in dem bekannte Dortmunder Akteure der „VVN- BdA“ wohnen, mit der Parole „Buchenwald vergisst nicht!“ besprüht.

20.07.11 – Neonazis verüben in der Nacht auf den 20. Juli gleich zwei Attacken: An die Hauswand eines bekannten MLPD-Aktivisten sprühen sie den Schriftzug „MLPD töten“. Zusätzlich erhalten der Betroffene und seine Frau nach eigenen Angaben eine SMS mit der Drohung: „Hallo Gerd. Wir kriegen dich und Anke. Linkes Ungeziefer von der Straße treten. Rotfront zerschlagen“. In derselben Nacht wird zudem die Glasfront des Wahlkreisbüros von Ulla Jelpke (MdB, Die Linke) beschädigt.

12.06.11 – Am späten Abend geht eine 15-köpfige Gruppe der „Skinhead -Front“ BesucherInnen der Pfingstkirmes in Dortmund-Huckarde verbal an. Dabei kommt es auch zu „vereinzelten körperlichen Rangeleien“. An einem Bierstand auf der Kirmes finden die gerufenen Einsatzkräfte dann noch neun Neonazis, von denen einige „teils erheblich alkoholisiert“ sind und verbal aggressiv auftreten. Weiter heißt es in dem Polizeibericht:„Die Personen wurden anschließend durch die Einsatzkräfte durchsucht und es wurden die Personalien festgestellt. Bei einem jungen Mann wurde ein Messer gefunden und sichergestellt. Anschließend wurden Platzverweise erteilt und die Personen, in zeitlichen Abständen, vor Ort entlassen. Drei mit Platzverweis belegte Personen weigerten sich, den polizeilichen Anweisungen Folge zu leisten. Die Beamten nahmen daraufhin diese Personen in Gewahrsam.“

11.06.11 – Am Abend kommt zu einem erst verbalen, dann körperlichen Übergriff einer zehnköpfigen Gruppe Neonazis auf drei Frauen. Als gegen 20.30 Uhr zehn Neonazis in die U44 von Dorstfeld Richtung Innenstadt an der Haltestelle Wittener Straße einsteigen, beleidigen sie zunächst zwei – in der Presse als „dunkelhäutig“ beschriebene – Frauen. Als sich eine weitere Frau couragiert einmischt, wird sie durch eine Neonazi-Frau gegen ein Fenster gedrückt. Als die TäterInnen die U-Bahn an der Haltestelle Ofenstraße (also direkt am Nazi-Zentrum) verlassen kam der Kinderwagen einer Geschädigten mit Kind (ein Jahr alt) zu Fall. Der Dortmunder Staatsschutz habe inzwischen mehrere tatverdächtige Männer identifiziert. Sie gehören der „Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld“ bzw. deren Umfeld an. Der Staatsschutz ermittelt wegen „Körperverletzung, Beleidigung auf fremdenfeindlicher Basis sowie des Verdachts der Volksverhetzung“.

21.05.11 – Bisher Unbekannte beschmieren die Fahrzeugtüren eines geparkten PKW auf der Holtestraße in Lütgendortmund mit Hakenkreuzen in weißer Farbe. Auch die dortige Sportanlage blieb von den Schmierereien nicht verschont.

16.05.11 – Das Bochumer Landgericht hat die Berufung, die der Angeklagte Dortmunder Neonazi Markus Nikolaus gegen das Urteil des Wittener Amtsgerichts eingelegt hatte, abgewiesen und damit und damit die sechsmonatige Hanfstrafe bestätigt (s. Meldung vom 08.03.11) . Da half auch das 45-minütige Plädoyer des rechten Szene-Anwalts André Picker nicht. Bei der Urteilsbegründung berief sich der Richter auf Paragraf 130 Absatz vier Strafgesetzbuch. Danach ist eine Haftstrafe wegen Volksverhetzung möglich, wenn die Nazi-Herrschaft gebilligt und die Würde der Opfer verletzt wird. Unstreitig sei die Motivation des Angeklagten gewesen. „Ihre Vorstrafen zeigen, welche Gesinnung sie haben“, so der Richter.

11.05.11 – Das Amtsgericht Dortmund verurteilt einen Dortmunder wegen „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ und „Erschleichens von Leistungen“ zu einer siebenmonatigen Haftstrafe. Der 31-Jährige hatte sich am 3. Dezember 2010 mit Hitler-Gruß und einem „Sieg heil“-Ruf in der U-Bahn von der Fahrkartenkontrolleurin verabschiedet. Der Mann ist bereits wegen Diebstahl, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorbestraft. Allein vier Mal ist er wegen rechter Straftaten – Zeigen des Hitler-Grußes oder ähnlichem – verurteilt worden.

08.05.11 – Rund 30 Neonazis veranstalten zum Jahrestag der Zerschlagung des Nationalsozialismus ein „Heldengedenken für die deutschen Opfer beider Weltkriege“ ab. Mit Fackeln und Kränzen bestückt postieren sich die Neonazis um ein Ehrenmal, hielten Redebeiträge und sangen Kriegslieder.

07.05.11 – Abends ereignet sich im Saarlandstraßenviertel ein Überfall auf einen Schwarzen. Die Täter jagten den Mann an der Ecke Hohe Straße/Alter Mühlenweg über die Straße und bedrohten ihn mit einer Bierflasche. Er konnte offenbar flüchten. Im Rahmen einer Fahndung konnte die Polizei zwei Tatverdächtige, im Alter von 19 (aus Dortmund) und 25 (aus Hemer) festnehmen, die bereits schon mehrfach wegen ähnlicher Straftaten in Erscheinung getreten sein sollen. Ein rassistisch motivierter Übergriff kann deswegen nicht ausgeschlossen werden. Das Opfer konnte die Polizei bisher allerdings nicht ermitteln.

23.04.11 – Als ein SPD-Infostand am Wilhelmplatz in Dorstfeld aufgebaut wird, verteilt eine Gruppe Neonazis ebenfalls Flugblätter, um die „volksfeindliche Politik der demokratischen Parteien thematisieren“.

22.04.11 – Ehemalige Mitglieder und SympathisantInnen der bekannten Hooligangruppierung “Borussenfront” veranstalten tagsüber weitgehend ungestört eine Jubiläumsfeier. Fast jedes Jahr feiert diese extrem rechte Gruppierung am Karfreitag, dem Jahrestag ihrer offiziellen Gründung im Jahr 1982. Besonders brisant ist es, dass die diesjährige Feier im “Nationalen Zentrum”, dem örtlichen Neonazitreffpunkt an der Rheinischen Straße 135, stattfindet. Die Immobilie gehört seit dem Jahreswechsel 2011 der Stadt Dortmund, wird aber immer noch von Neonazis als Treffpunkt genutzt. Eine Pressemitteilung der Antifaschistischen Union Dortmund machte zwar im Vorfeld auf das geplante Vorhaben der Neonazis aufmerksam, doch die örtliche Polizei gab an, angeblich „keine Erkenntnisse darüber [zu haben], ob und ggf. wo eine solche Veranstaltung geplant ist“. Stadt und Polizei wollten die Neonazi-Feier später trotzdem mit wachem Interesse verfolgen, und hatten angekündigt, einzuschreiten, „wenn es dazu Anlass gibt“. Das war offensichtlich nicht der Fall.

12.04.11 – Im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um eine neonazistische Website wird u. a. auch der österreichische Neonazi Gottfried Küssel festgenommen und inhaftiert. Rund 30 Neonazis aus der Region hielten deshalb eine Kundgebung oberhalb der Katharinentreppen gegenüber des Dortmunder Hauptbahnhofs ab. Sie wollten damit auf „die Unterdrückung der Meinungsfreiheit aufmerksam“ machen.

02.04.11 – Etwa 120 Neonazis aus der Region versammeln sich weitgehend ungestört am Lütgendortmunder Busbahnhof zu einer Demonstration gegen das dortige Flüchtlingsheim und verteilen Flugblätter mit rassistischer Hetze an PassantInnen. Vom Busbahnhof aus zogen sie Richtung Flüchtlingsheim. Dort wurden sie von einer etwa zehnköpfigen Gruppe AnwohnerInnen, die schon den halben Nachmittag biertrinkend auf sie gewartet hatten, mit dem Ruf „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“ begrüßt. Der Naziaufmarsch steht im Kontext einer Kampagne der Dortmunder Neonazis gegen MigrantInnen, in deren Verlauf mehrere Flugblätter an AnwohnerInnen verteilt und zahlreiche Plakate mit der Aufschrift „Nein zum Asylantenheim in Lütgendortmund! Sicherheit, Recht und Ordnung für unsere Stadt!“ verklebt wurden.

19.03.11 – Als Reaktion auf die Luftangriffe internationaler Truppen auf Libyen hielten etwa 15 Neonazis in Dortmund-Dorstfeld eine spontane Kundgebung „gegen die imperialistischen Aggressionen“ ab.

18.03.11 – Im Zusammenarbeit mit dem NPD-Kreisverband Unna / Hamm organisieren Dortmunder Neonazis eine Veranstaltung mit dem sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Andreas Storr. Storr zog 2009 über die Landesliste seiner Partei in den Landtag ein. Storr ist auch in der militanten Neonaziszene der Freien Kameradschaften aktiv und war Führungskader der „Kameradschaft Marzahn“. Nach Informationen von Berliner Antifaschisten betrieb er das „Nationale Infotelefon Berlin“ (NIT Berlin), über das die Berliner und Brandenburger Neonaziszene regelmäßig zu Aktionen und Aufmärschen mobilisierte.

17.03.11 – Ein 26-jähriger Neonazi wurde wegen des „Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ zur Zahlung von 1050 Euro Strafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er beim Neonaziaufmarsch zum Antikriegstag im September 2008 das so genannte Horst-Wessel-Lied (benannt nach dem gleichnamigen SA-Mann) gesungen habe. Der Angelakte wurde durch den in der rechten Szene beliebten Anwalt André Picker verteidigt. Doch auch dieser konnte seinem Mandanten, den Picker als „demonstrationserfahren“ beschrieb, nicht zum geforderten Freispruch verhelfen. Ein Beamter hatte den Neonazi an seinen Demo-Accessoires („Kontakt“-Armbinde u. auffälliger Rucksack) im Auge behalten und eindeutig identifizieren können.

14.03.11 – Bei mehreren Mahnwachen gegen Atomkraft in der Dortmunder Innenstadt erschienen auch einige Neonazi, die die TeilnehmerInnen abfotografierten.

12.03.11 – Nazis veranstalten anlässlich des Jahrestages „des schwersten Luftangriffes auf Dortmund“ nach einer Flugblattaktion in der Innenstadt einen Vortrag im „Nationalen Zentrum“.

08.03.11 – Vorm Bochumer Landgericht fand der Revisionsprozess gegen den Dortmunder Neonazi Markus Nikolaus statt. Nikolaus hatte zusammen mit einem weiteren Neonazi am Rande einer antifaschistischen Demo im August 2009 in Witten Opfer des Nationalsozialismus verunglimpft. Damals hatten die zwei Rechten lautstark gelacht und sich lustig gemacht, als die VeranstalterInnen der Demo Namen von ZwangsarbeiterInnen vorlasen. Zum Verhängnis wurden dem 28-Jährigen seine auffälligen Tätowierungen, an denen ihn eine Zeugin damals wiedererkannte. Der wegen gefährlichen Körperverletzung vorbestrafte Neonazi war in erster Instanz zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Im Prozess waren jedoch zahlreiche ZeugInnen nicht erschienen, sodass der Prozess gegen Nikolaus zumindest heute noch kein Ende gefunden hatte.

Zudem gründete die rechtspopulistische Kleinstpartei pro NRW einen eigenen Kreisverband in Dortmund. Bereits seit August letzten Jahres hatte die Partei immer wieder angekündigt, bald auch offiziell einen Kreisverband zu gründen. Jedoch scheiterte dieses Vorhaben regelmäßig. Die RechtspopulistInnen kündigten auf ihrer Website nun eine „intensive kommunalpolitische Offensive“ in Dortmund an.

06.03.11 – Rund 20 Neonazis aus dem Kreis Recklinghausen veranstalteten einen Tagesausflug zu den Kriegerdenkmälern an der Hohensyburg. Dortmunder Neonazis besuchten mit weiteren Neonazis aus der Region währenddessen u. a. das Hermannsdenkmal, die Externsteine und die Wewelsburg in Ostwestfalen.

26.02.11 – Die NPD-Kreisverbände Dortmund, Bochum und Essen, die sich im Mai 2010 zur „nationalen Ruhrachse“ zusammengeschlossen hatten, führten einen „Aktionstag gegen Überfremdung und Islamisierung“ durch. In allen drei Städten wurden Kundgebungen angemeldet, die die Neonazis nacheinander durchführten. Auftakt war die Kundgebung am Marktplatz in Lütgendortmund. Unter dem Motto: „Kein Ghetto in Lütgendortmund!“ versammelten sich rund 10 Neonazis, darunter die Kreisvorsitzenden der drei oben genannten Städte sowie der NPD-Stadtrad Axel Thieme.

24.02.11 – Die Bundespolizei nahm zwei Brüder im Alter von 19 und 27 Jahren aus Dortmund vorläufig fest. Die beiden jungen Männer riefen im Dortmunder Hauptbahnhof laute Parolen mit rassistischem Hintergrund. Bei Erkennen der eingesetzten Bundespolizeistreife ergriffen die beiden die Flucht, konnten jedoch nach kurzer Verfolgung durch die Streife gestellt und festgenommen werden. Innerhalb des Dienstwagens traten die Beschuldigten nach den Bundespolizisten und bespuckten diese. Des Weiteren wurden die Beamten als „Scheißbullen und Wichser“ betitelt. Bei der anschließenden Durchsuchung auf der Dienststelle wurde beim 19-jährigen eine geringe Menge Marihuana und ein Teleskopschlagstock aufgefunden.

Später am Tag wollten sich etwa 10 Neonazis mit einem Transparent mit der Aufschrift „Arbeitsplätze und gerechte Löhne für alle Deutschen!“ an einer Gewerkschaftskundgebung gegen Leiharbeit am Wilhelmplatz in Dorstfeld beteiligen. Als die VeranstalterInnen die Neonazis ausschlossen, meldeten diese spontan eine Kundgebung an und verteilten Flugblätter.

08.02.11 – Das Dortmunder NPD-Ratsmitglied Axel Thieme wurde wegen Körperverletzung zu 40 Tagessätzen a 30 Euro verurteilt. Der 61-jährige Neonazi hatte am Samstag vor der Kommunalwahl im Jahr 2009 einen Bochumer Antifaschisten im Dortmunder Hauptbahnhof angegriffen und verletzt. Ergebnis nach Aussage des Opfers: Verdacht auf Gehirnerschütterung und eine zertrümmerte Brille. Thieme hingegen beteuerte seine Unschuld. Das Gericht mochte ihm am Ende nicht glauben. Es sah den Vorwurf der Körperverletzung „in vollem Umfang bestätigt“.

05.02.11 – Nach einem Bericht des NWDO haben sich 110 Neonazis aus der Region zu einer Mobilisierungsveranstaltung zum Großaufmarsch in Dresden in Dortmund eingefunden. Es traten mehrere Redner aus Sachsen auf, darunter ein Vertreter des „Aktionsbündnisses gegen das Vergessen“, das gemeinsam mit der „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ den „Trauermarsch“ am 13. Februar organisiert, sowie vom „Freien Netz Mitteldeutschland“ ein Mitorganisator der Demonstration am 19. Februar, zu der mindestens 6.000 Neonazis in der sächsischen Landeshauptstadt erwartet werden. Anschließend spielte der Liedermacher Jan-Peter Kersting. Später fand im Ruhrgebiet noch ein Neonazi-Konzert mit drei RechtsRock-Bands statt.

04.02.11 – Wegen der Verlegung der „Zentralen Kommunalen Unterbringungseinrichtung für Ausländische Flüchtlinge“ (ZKU) zum Grevendicks Feld hatte die Stadt zu einer Bürgerversammlung im evangelischen Gemeindehaus in Lütgendortmund eingeladen. Rund 300 BürgerInnen waren gekommen. „Ablehnung, Verunsicherung und Angst sprach unter anderem aus Äußerungen wie: ‚Die Flüchtlinge, die hierher kommen, sind alle kriminell.‘ Neben der Angst vor Kriminalität befürchteten viele Bürger einen Wertverlust ihrer Wohnung oder ihres Eigenheims“, hieß es in der Presse. An den rund dreistündigen Diskussionen beteiligten sich auch rund 30 Neonazis aus der Region. Neben Dennis Giemsch und weiteren Neonazis der „freien Kameradschaftsszene“, sprachen unter anderem auch die bekannten NPD-Mitglieder Axel Thieme (KV Dortmund) und Hans Jochen Voß (KV Unna/Hamm). Zudem hatten sich Nazis mit einem Transparent mit der Aufschrift „Nein zum Asylantenheim in Lütgendortmund!“ vor dem Saal positiert. Von der Versammlung wurden sie jedoch nicht ausgeschlossen.

02.02.11 – Gegen 2 Uhr entdeckten Beamte im Bereich des S-Bahnhofs Germania in Lütgendortmund mehrere rassistische Graffiti. Der Täter hatte im Schnee sein markantes Schuhprofil hinterlassen, dass die Beamten später mit den Schuhabdrücken einer Person abgleichen konnten, die im Rahmen einer Nahbereichsfahndung in der Steinhammerstraße aufgegriffen wurde. Beide Schulprofile stimmten überein, der Täter war überführt. Es soll sich um einen 18-jährigen Dortmunder handeln, der der rechten Szene angehöre und „kein Unbekannter“ sei.

27.01.11 -In der Nacht zum 27.01., dem Internationalen Gedenktag für Auschwitz und die Opfer des Nationalsozialismus, wurden am Stadtgarten und insbesondere am Platz der alten Synagoge vermehrt Hakenkreuze und andere rechte Symbole gesprüht.

22.01.11 – Anlässlich des Jahrestages der Gründung des Deutschen Kaiserreichs am 18. Januar 1871 hatten Dortmunder Neonazis zusammen mit dem Kreisverband Unna/Hamm eine Saalveranstaltung abgehalten, an der sich nach Eigenangaben rund 80 Neonazis beteiligt haben sollen.

21.01.11 – Eine Gruppe Neonazis verteilte anlässlich des SPD-Neujahrsempfangs in der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Lütgendortmund Flugblätter, die sich gegen die Verlegung des Flüchtlingsheimes richteten.

06.01.11 – Im Unionsviertel, nahe des „Nationalen Zentrums“, wurde ein linker Aktivist kurz vor seiner Haustür von einem Neonazi angegriffen. Dieser lauerte im Hauseingang seinem Opfer auf und sprühte ihm ohne Vorwarnung Pfefferspray ins Gesicht. Dem Opfer gelang es trotz vorübergehender Blindheit durch die stark reizende Flüssigkeit zu flüchten und die Polizei zu alarmieren. Der Angreifer schließlich von ihm ab. Die nach kurzer Zeit eingetroffene Polizei nahm eine Anzeige auf. Die durch das Pfefferspray verursachten Hautreizungen mussten ambulant durch eine Notarzt behandelt werden.

05.01.11 – Anfang Dezember 2010 wurde ein Prozess neu aufgerollt, bei dem der Dortmunder Neonazi Marc Brandt vor Gericht stand, weil er im Vorfeld des Antikriegstages einen jungen Studenten zu Boden schlug. Brandt war in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 2.800 Euro (80 Tagessätze) verurteilt worden. Außerdem sollte er weitere 800 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen, sowie für eventuelle Spätfolgen der Verletzung – Nasenbeinbruch und erhebliche Blessuren im Gesicht – aufkommen. Gegen dieses Urteil haben sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Obwohl der rechte Szene-Anwalt André Picker nach wie vor auf Freispruch plädierte, wurde der 32-jährige Neonazi in zweiter Instanz vor dem Landgericht Dortmund wegen Körperverletzung verurteilt. Zwar muss der Neonazi mit einer Geldstrafe von 1.000 Euro zwar 1.800 Euro weniger zahlen als zuvor, da er zwischenzeitlich seinen Job in der Kfz-Branche verloren hatte. Allerdings wurden die Anzahl der Tagessätze von 80 auf 100 hochgesetzt, sodass Brandt damit nun als vorbestraft gilt.

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