Herbst 1999 bis Februar 2000
Die Kneipe „Schützeneck“ in der Nordstadt ist der zentrale Treffpunkt der Nazis Szene. An Wochenenden treffen sich dort regelmäßig bis zu 100 „Kameraden“ aus Dortmund und den umliegenden Städten. Sowohl Kader und Sympathisanten der „Freien Kameradschaften“, als auch der NPD / JN werden dort gesichtet.

Ende Februar 2000
Nachdem AntifaschistInnen mit Flugblättern die Anwohner und die Dortmunder Lokalpresse informiert haben, erfolgt die Schließung des „Schützeneck“. In der Gaststätte „Haus Wilke in der Kielstr. schlagen Skinheads einen Gast zusammen.

04.03.2000
Anlässlich des BVB Spiels gegen die türkische Mannschaft „Galatasaray Istanbul“ sammeln sich Gruppen von Nazis und Skinheads im Stadion und skandierten rassistische Parolen.

08.03.2000
20 uniformierte Nazis die den „Hitler Gruß“ zeigen laufen im Karnevalszug mit.

17.03.2000
Mehrere Gruppen von Nazis versuchen sich in der Nordstadt zu sammeln

Freitag, 07.04.2000
Nazis verteilen in der Dortmunder Innenstadt Flugblätter gegen die Schließung des „Schützenecks“.

21.04.2000
16 zumeist angetrunkene Nazis, die am Abend des Karfreitag in der Nordstadt eine regelrechte Hatz auf AusländerInnen veranstalten, nimmt die Polizei gegen 20.30 Uhr bei einem Großeinsatz fest. Eine 30-köpfige Gruppe aus der „Schützeneckszene“ hatte sich am frühen Abend in der Gaststätte „Insulaner“ an der Münsterstraße getroffen.
Rechte Lieder werden gesungen und Parolen wie „Ausländer raus“ oder „Deutschland den Deutschen“ gebrüllt. Danach beginnt. die Jagd auf mehrere AusländerInnen, die dort zufällig vorbei. Gegen die sehr spät eintreffende Polizei eintreffende Polizei leisten die Nazis aggressiven Widerstand. Der Tontechniker eines Fernsehteams wir ebenfalls angegriffen.

Freitag, 28.4.2000
Am Freitag dem 28.4.2000 greifen 2 Nazis am Katharinentor Skater an. Sie bewerfen sie mit gegenständen und schlagen dann einen Jugendlichen zusammen und verletzten ihn.

02.05.2000
„Sieben Rechtsradikale sind am vergangenen Sonntag beim „Rock in den Ruinen“ auf der Hohensyburg nach einer Schlägerei von der Polizei (…) ins Gewahrsam eingeliefert worden. Die Leitstelle hatte um 21.38 Uhr die Meldung erhalten, dass zwischen etwa <30 Rechten und Linken> die Fäuste fliegen würden. Vor Ort konnten allerdings weder Opfer noch Zeugen ermittelt werden.“ (RN 3.5.2000)

04.05.2000
15 Nazis werden von der Polizei festgenommen, nachdem eine 30-köpfige Gruppe im Bereich Lortzingstr. in der Nordstadt rechtsradikale Parolen gebrüllt hat.

14.05.2000
Am Hafen (Lagerhaus / Malinkrodt) findet sich eine Gruppe von ca. 15 jüngeren Glatzen eingefunden. Gelegentliche „Sieg Heil“ Rufe.

29.05.2000
Brechten: Skinheads schlagen im Vereinsheim des TV Brechten zwei Sportler mit Bierflaschen zusammen.

07.06.2000
Westerfilde: 5 Nazis im Alter von 13 – 22 Jahren zeigen den „Hitlergruß“. Als eine Passantin dagegen protestiert, schlagen und treten sie auf sie ein.

14.06.2000
In Dortmund und weiteren Städten konfisziert das LKA bei Hausdurchsuchungen 3000 CDs, Videos, Fahnen, Schriften mit faschistischen Inhalten, sowie Waffen.

15.06.2000
Der Nazi Michael Berger tötet bei einer Kontrolle 3 Polizeibeamte. Die Polizei bestreitet jeglichen politischen Hintergrund. Berger war Mitglied der DVU, der NPD war und mit S. Borchardt bekannt.

18.06.2000
Sympathisanten Bergers zerstören die Gedenkstätte für die getöteten Polizisten im Dortmunder Stadtteil Körne

01.07.2000
In der Nacht von Samstag auf Sonntag, verwüsten Unbekannte den „China-Imbiss Thanh“, Rheinische Straße 71. Auf die Küchentür schreiben sie „Schlitzaugen raus aus Deutschland!“

22. 07 2000
Am 22. Juli 2000 findet in Düsseldorf eine Demo für Kampfhunde statt, an der ca. 15 Nazis aus Dortmund und Umgebung teilnehmen, darunter auch Borchardt und Köppe. Bei ihrer Ankunft im Dortmunder Hbf. skandierten sie Sprüche wie „www.borussenfront.de“ und „NSDAP…“.

Samstag, 29. Juli 2000
In Dortmund tauchen Aufkleber „3:1 für Deutschland“ auf, die sich auf die Polizistenmorde beziehen. In diesem Zusammenhang wird die Wohnung des 23jährigen Nazis Michael Krick durchsucht und dort Material beschlagnahmt. Auch in seinem Umfeld wird ermittelt. Dabei konzentriert sich die Polizei auf die „Kameradschaft Dortmund“.

08.08.2000
5 Nazis werden im Bereich des Burgtor von der Polizei vorübergehend festgenommen

Freitag, 11. August 2000
ca. 15 Nazis werden für kurze Zeit festgenommen, nachdem sie auf dem Weg zu einem Fußballspiel im Westfalenstadion den Hitlergruß gezeigt hatten und faschistische Sprüche gebrüllt hatten.

Dienstag 15.08.00:
Aufkleber und Flyer zu Rudolf Heß sowie NPD – Aufkleber werden an verschiedenen Stellen in der Nordstadt geklebt und gestreut.

Mittwoch 16.08.00:
An mindestens 3 Stellen in der Innen- und Nordstadt werden Straßenschilder mit „Rudolf Heß Straße “ überklebt.
Am Tage werden von einem Parkhaus in der Innenstadt Flyer geworfen
In der Nacht werden in Lütgendortmund wieder Aufkleber geklebt. 4 Nazis aus Witten, Recklinghausen und Bochum werden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Donnerstag 17.08.00:
Am Hauptbahnhof werden nach Pöbeleien und dem Grölen von Nazi Parolen 14 Faschos aus Dortmund Bochum, Hattingen, Kamen, Berlin, Menden und Hamm vorläufig festgenommen

Freitag, 18. August 2000
Ein 15-jähriger Gabba-Nazi bedroht in der Straßenbahn 408 einen Menschen mit einem Messer mit den Worten „Dich stech ich ab, du Kanake“.
Tagsüber werden auf dem Nordmarkt und in einer Straße in der Nordstadt wiederum Heß – Flyer gestreut.
Am Abend kommt es am Ostentor zur vorläufigen Festnahme einer Faschogruppe

Samstag 19.8.00:
Nur durch einen Warnschuss aus der Dienstpistole konnten 2 Polizisten in der Nacht vom Samstag auf Sonntag einen Angriff von Nazis in Dortmund Brechten abwehren. 10 Nazis hatten rechtsradikale Parolen gegrölt. Die ankommenden Zivilpolizisten begrüßten sie mit „Bullenschweine, jetzt gibt’s Keile“. Die Nazis griffen die Polizisten mit Knüppeln und Schlagstöcken an, worauf die Polizisten zur Waffe griffen.
Der Haupttäter konnte flüchten. Es wurden 6 Dortmunder und ein Kamener Nazi verhaftet. Sie gehören nach Auskunft des Staatsschutzes der „Brechtener Szene“ an. Die Wohnungen der Festgenommenen wurden nach verbotenen Material durchsucht..

05.09.2000
Hörde: 3 Nazis greifen an einer U Bahn Station einen Afrikaner an und verletzen ihn.

09.09.2000
Brechten: 5 Nazis aus Brechten, Bochum, Witten und Hamm werden festgenommen. In der Wohnung wird Propagandamaterial beschlagnahmt.

19.09.2000
Der Hamburger Neonazi Christian Worch meldet für den 21.10. eine Demonstration des „Nationalen Widerstandes“ unter dem Motto „Gegen die Hysterie der Medien“ in Dortmund an

21.10.2000
400 – 600 Nazis aus dem Ruhrgebiet und Norddeutschland demonstrieren geschützt von ca. 3 – 4000 Polizisten in der südlichen Innenstadt.
Ca. 3 – 4000 Antifaschistinnen versuchen auf die Demonstrationsroute der Nazis zu gelangen um den Aufmarsch zu verhindern, was an den massiven Polizeikräften scheitert. Die Polizei kesselt 370 zumeist Jugendliche ein und hält sie über Stunden im Polizeigewahrsam fest.

25.10.2000
Unter Führung von Siegfried Borchardt demonstrieren am Abend ca. 40 Nazis aus Dortmund und umliegenden Städten in der Nordstadt. Das alternative Zentrum „Langer August“ in der Braunschweiger Str. wird dabei von den Nazis bedroht. Obwohl die Polizei von den Aktivitäten der Nazis wusste, greift sie nicht ein. Die Nazis werden von der Polizei in kleinen Gruppen nach Hause geschickt, Strafanzeigen von Anwohnern gegen die Nazis werden nicht angenommen.

November 2000
Es wird bekannt, dass sich in Dorstfeld eine Nazi Szene entwickelt hat, die sich auch an bundesweiten Naziaktivitäten beteiligt. Die Polizei dazu: „Die Rechtsradikalen sind unproblematisch für Dorstfeld und Oberdorstfeld“

11.11.2000
Auf der Dortmunder Waffebörse in den Westfalenhallen wird Propagandamaterial aus dem Nationalsozialismus von Händlern angeboten.

10.11.2000
20 Nazis skandieren rassistische Parolen und versuchen in Brechten eine Schlägerei mit jugendlichen Teilnehmern einer Fete des Jugendamtes anzuzetteln.
Am gleichen Abend findet in der Kielstr.1 eine „Geburtstagsfeier“ von Neonazis statt.

17.11.2000
100 Nazis feiern in der Kielstr.1 den Geburtstag von Siegfried Borchardt. Die von Anwohnern alarmierte Polizei wird von den Nazis angegriffen. Es gelingt der Polizei 102 Nazis festzunehmen, die am nächsten Tag wieder freigelassen werden.

21.11.2000
Der Nazi Christian Worch meldet für den 16.12.2000 erneut eine Demonstration des „Nationalen Widerstandes“ an.

16. Dezember
Wiederum verwandeln mehrere Tausend Polizisten aus NRW, Hessen und Niedersachsen die Innenstadt in eine Festung. Unter Auflagen (keine Springerstiefel, Fahnen und Transparente usw. ) spazieren 250 – 320 Nazis durch die südliche Innenstadt.
Das vom Polizeipräsidenten nur unter Druck versuchte Verbot der Nazi – Demonstration wird von den Gerichten verworfen. Dagegen erlässt die Polizei schwere Auflagen für die Demonstrationszüge des „Bündnis gegen Rechts“ und des Bündnisses „ Wir stellen uns quer“.
1500 AntifaschistInnen demonstrieren gegen den Aufmarsch und versuchen, an die Nazi Route heranzukommen. Es kommt zur neuen Dortmunder Spezialität – dem Polizeikessel. In der Gutenbergstraße kesselt die Polizei mehrere hundert AntifaschistInnen ein, darunter sehr viele Jugendliche. Die Eingekesselten werden stundenlang festgehalten und gefesselt ins Polizeipräsidium gebracht. Die Bilanz 595 AntifaschistInnen werden festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt.

17. Dezember
Christian Worch kündigt an, alle 2 Monate weitere Aufmärsche in Dortmund an zu organisieren.

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