Archiv der Kategorie 'Theorie und Kritik'

Solidarität mit Flüchtlingen in Essen-Frintrop!

Für kommenden Mittwoch, den 2. September, ruft die Antifa Essen Z zu einer antirassistischen Solidaritätskundgebung für Flüchtlinge im Essener Stadtteil Frintrop auf. Hintergrund sind die rassistischen Versammlungen und Aufmärsche der letzten Wochen, die sich gegen die Bewohner des Flüchtlingsheims in der ehemaligen Walter-Pleitgen-Schule richten.

02.09.2015 | Frintroper Markt Essen | 19:00 Uhr

Wir unterstützen das Anliegen und dokumentieren im Folgenden den Aufruf:

Vielerorts finden derzeit rassistische Mobilisierungen gegen Flüchtlingsunterkünfte statt. Die Zahl der Anschläge und Übergriffe ist in den vergangenen Monaten massiv angestiegen. Seitdem im Jahr 2013 die ehemalige Walter-Pleitgen-Schule als Notunterkunft für ca. 100 Asylbewerber umfunktioniert wurde, formierten sich auch in Essen-Frintrop rechte Bürgerinitiativen. Die Lage hat sich in den letzten Wochen bedrohlich zugespitzt.

Im September 2013 wurde bekannt, dass die Stadt Essen eine neue Behelfsunterkunft für Flüchtlinge in einer ehemaligen Schule im Stadtteil Frintrop einrichten will. Anwohner initiierten daraufhin eine Kampagne gegen dieses Vorhaben und sammelten innerhalb weniger Tage über 1.000 Unterschriften gegen die neue Flüchtlingsunterkunft.

Am 7. September 2013 beteiligten sich rund 40 NPD-Anhänger an einer Kundgebung unter dem Motto “Asylantenflut stoppen” auf dem Frintroper Markt. An einer Informationsveranstaltung, zu der die Stadtverwaltung am 11. September 2013 eingeladen hatte, nahmen rund 200 Menschen teil. Auch hier waren Vertreter der Essener NPD anwesend, die in Diskussionsbeiträgen versuchten, die bei Teilen des Publikums vorhandenen Ressentiments gegen Flüchtlinge weiter anzuheizen. Insgesamt war die Stimmung auf der Veranstaltung angespannt, fremdenfeindliche Positionierungen und plumpe Vorurteile dominierten die Diskussion. Auch die rechtspopulistische Partei PRO NRW hatte am 5. Oktober 2013 versucht, die Stimmung gegen die neue Behelfsunterkunft in Frintrop anzuheizen.

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Gegen den Al-Quds Tag in Berlin!

Am 11. Juli 2015 findet in Berlin wieder der sogenannte „Al-Quds“ Tag statt. Dieser wurde 1979 vom damaligen iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini ins Leben gerufen, um für die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels zu mobilisieren. Seit 1996 gehen auch in Berlin jedes Jahr Tausende Menschen aus diesem Anlass auf die Straße. Dort kommt eine Querfront aus IslamistInnen, Neonazis, VerschwörungsideologInnen und linken AntizionistInnen zusammen, um gegen den jüdischen Staat zu demonstrieren. Diese Demonstrationen dürfen getrost als die größten regelmäßigen antisemitischen Zusammenkünfte in der Bundesrepublik betrachtet werden.

Seit einigen Jahren gibt es jedoch auch verschiedene Proteste gegen den „Al-Quds“ Marsch. Auch dieses Mal mobilisieren wieder unterschiedliche Gruppen gegen die Demonstration. Wir unterstützen die Gegenaktivitäten und organisieren vor diesem Hintergrund eine Informationsveranstaltung mit dem bundesweiten „Schall & Wahn“ Bündnis. In dem Vortrag wird die Geschichte und Bedeutung des „Al-Quds“ Tag beleuchtet sowie über die diesjährigen Gegenproteste informiert.

Aufruf „Schall & Wahn“ Bündnis

Aufruf „Kein Al-Quds Tag“ Bündnis


Informationsveranstaltung:

25.06.2015 | 19: 30 Uhr | Nordpol, Münsterstraße 99

Demonstration: Nieder mit der Festung Europa!

Wir unterstützen die antirassistische Demonstration des „Demobündnis Fight Fortress Europe“ am kommenden Samstag, 25. März um 16 Uhr ab Düsseldorf Hbf.

Im Mittelmeer sind am Sonntag abermals hunderte Menschen elendig ertrunken, welche sich in klapprigen Booten auf den Weg nach Europa gemacht hatten um Armut, politischer Verfolgung und Kriegen zu entfliehen. Über eintausend Tote in zehn Tagen zählt der UNHCR, über 3000 Menschen sind alleine im Jahr 2015 ertrunken. Der EU-Grenzschutzagentur Frontex sind tote Menschen als Abschreckung offenbar recht, schließlich gibt es eine lückenlose Radarüberwachung der See und die Rettung von Menschen in Seenot wäre in kürzester Zeit möglich. Stattdessen wurde die italienische Seenotrettungsmission Mare Nostrum von der EU eingestellt – nicht zuletzt auf Druck der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD. Deutsche und Europäische Politiker*innen zeigten sich nach Katastrophen wie denen des Wochenendes immer wieder betroffen und versprachen eine Wende in der EU-Flüchtlingspolitik. Passiert ist jedoch seit Monaten nichts. Im Gegenteil: Bundesinnenminister Thomas de Maizière sperrt sich noch in der letzten Woche gegen eine EU-Seenotrettung; damit arbeite man so genannten “Schleppern” in die Hände, glaubt der CDU-Politiker. Auch der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel ist der Ansicht, dass vor allem “kriminelle Schleuserbanden” für das Massensterben im Mittelmeer verantwortlich seien, ganz so, als ob nicht die auch von der SPD verabschiedete Asyl- und Abschottungsgesetzte dafür verantwortlich seien, dass Menschen dazu gezwungen sind “illegal” nach Europa zu kommen. (mehr…)

Redebeitrag zur Demonstration am 16.1.2015

Im folgenden unser Redebitrag zur Demonstration „Gegen jeden Antisemitismus“ am 16.01.2015 nach Dortmund-Dorstfeld. Ein abschliessende PM der organisierenden Gruppen findet ihr hier.

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Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde

Wir haben uns heute unter anderem versammelt, weil am Silvesterabend Dortmunder Neonazis mal wieder ihrem Antisemitismus freien Lauf gelassen und einen Gedenkkranz am jüdischen Mahnmal in Dorstfeld in Brand gesteckt haben – dass sie anschließend auch noch die herbeigerufene Polizei mit Pyrotechnik bewarfen ist wohl ihrem zwanghaften Drang nach Militanz zuzurechen.
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Demonstration am 16.1. „Gegen jeden Antisemitismus!“

In diesen Tagen ist die Welt erschüttert über die Anschläge in Paris auf die Satire-Zeitschrift »Charlie Hebdo«. Im anschließenden Bedrohungsszenario verfolgten über 80.000 Sicherheitskräfte die Täter, bis schließlich ihre Ergreifung bzw. ihre Tötung gelang und die meisten Menschen, die sich in der Gewalt der drei Attentäter befanden, befreit werden konnten. Dennoch sind zum jetzigen Stand wohl mindestens zwölf Menschen in den Redaktionsräumen von »Charlie Hebdo« und mindestens vier Tote in dem jüdischen Supermarkt, das der allein agierende Attentäter angriff, zu beklagen. Das Attentat auf den Pariser Supermarkt reiht sich bedauerlicherweise in eine Reihe von antisemitischen Anschlägen und Angriffen in Europa der letzten Jahre ein: Im März 2012 erschoss ein Mann in Toulouse vier Menschen jüdischen Glaubens, darunter drei Kinder. Im Mai zwei Jahre später erschoss ein Franzose in Brüssel ebenfalls willkürlich vier Menschen. Im Zuge des Gaza-Krieges kam es in Frankreich zu zahlreichen Angriffen auf Synagogen.

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BIZ HUNDRET UN TSVANTSIG! Veranstaltungsreihe im November

Seit 2003 organisiert die Amadeu Antonio Stiftung die Aktionswochen gegen Antisemitismus. Das Ziel dieser Initiative ist es, rund um den 9. November an vielen Orten gleichzeitig ein breites Spektrum von Veranstaltungen gegen Antisemitismus zu organisieren und zu vernetzen sowie Diskussionen über verschiedene Ausprägungen des Problems anzustoßen. Der diesjährige Sommer hat durch die unzähligen antisemitischen Ausuferungen auf Deutschlands Straßen und die verschiedenen Angriffe auf Jüdinnen und Juden in ganz Europa erneut gezeigt, dass das Thema nach wie vor leider sehr aktuell ist. Die Antifaschistische Union Dortmund veranstaltet daher im Rahmen der diesjährigen „Aktionswochen gegen Antisemitismus“ eine Reihe verschiedener Vorträge rund um das Thema, unterstützt wird dies durch das „Forum gegen Rassismus -Campus Dortmund“. Wir sind damit auch Teil der „Aktionswochen NRW“. Neben einer grundlegenden Einführung in die Antisemitismuskritik werden sich die Vorträge mit antisemitischen Verschwörungstheorien und dem Nah-Ost-Konflikt beschäftigen.

Folgende Termine solltet ihr Euch somit vormerken:
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Zum Diskurs um die Umbenennung von Straßennamen.

Wegweiser in die Vergangenheit – Fragwürdige Straßennamen in Dortmund Derzeit scheint es, als würde in Dortmund, angestoßen durch das hiesige Stadtarchiv, eine neue Debatte über Sinn und Unsinn bei der Umbenenung von Straßennamen entflammen. Konkret geht es um folgende Straßen: Carl-Duisberg-Straße, Castellestraße, Wagenfeldstraße, Stehrstraße, Speestraße, Nettelbeckstraße, Lenardstraße. Bei den Namensgebern handelt es sich ausnahmslos um überzeugte Nationalisten, Beteiligte an der Shoah oder Kolonialisten, die im NS ein hohes Ansehen genoßen.

Als Gruppe äußerten wir uns bereits 2011 kritisch über solche Straßennamen in Dortmund. Die dazugehörige Broschüre kann hier herunterladen werden. Des Weiteren wurde auf Demonstrationen, welche durch die entsprechenden Straßen führten, immer wieder auf die Bedeutung der Namen hingewiesen. Ebenso kam es auch zu Aktionen, bei denen die Straßen symbolisch umbenannt und die Schilder mit den Namen von Opfern rechter Gewalt überklebt wurden.

So wollen wir uns auch jetzt wieder in die Diskusion einbringen und das Stadtarchiv in Dortmund in seiner Forderung unterstützen. Die Tatsache, dass allein fünf dieser sechs Strassennamen nach 1945 benannt wurden, spricht gegen den vermeintlichen „Aufarbeitungsweltmeister“ Deutschland. Es ist auch bezeichnend, die Diskussion weniger über die Ursachen der Namensgebung als über die administrative Herausforderung einer Umbennung geführt wird. Genau hierauf stützt sich die Argumentation von Stadtverwaltung und AnwohnerInnen.
Von einer angemessenen Auseinandersetzung mit der deutschen Historie zeugt dies nicht, viel mehr von einer Vermeidungsstrategie. Wir sprechen uns daher für eine Diskussion und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema aus.

Zwar sind die Straßennamen auch ein Symbol für die deutsche Geschichte und Zeichen für die mangelhafte Aufarbeitung, gerade in der Zeit kurz nach dem Nationalsozialismus. Vor allem aber st eine öffentliche Ehrungung von NS-TäterInnen ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer. Wir plädieren daher für eine Umbennung aller genannten Straßen.

Veranstaltung zum 3. Oktober in Hannover

Wann: 25.02.2104 | 20:00 Uhr
Wo: Nordpol (Münsterstraße 99, 44145 Dortmund)

Im Rahmen der diesejährigen Mobilisierung gegen die Einheitsfeierlichkeiten in Hannover organiseren wir zusammen mit dem 3oct-Bündnis einen Vortrag der das Thema „Deutsche Einheit“ und das dazu gehörende Rahmenprogramm ein wenig durchleuchtet und euch erklärt warum es am 3. Oktober so wichtig ist, gegen Deutschland und seine Fans auf die Straße zu gehen und das Abgefeiere der Nation nicht unkommentiert zu lassen.

Aus dem Ankündigungstext:

>> Am dritten Oktober diesen Jahres ist Hannover Gastgeber des Spektakels rund um die Einheitsfeier. Gefeiert wird an diesem Datum ganz unspektakulär der Stichtag der formellen Übernahme der DDR durch die BRD. In Hannover wird sich der Deutsche Staat anlässlich dieses Tages in Szene setzen und seine Politik würdigen lassen, ohne die nationalistisch aufgeladene feucht-fröhliche Stimmung der Fußballfanmeilen. So oder so – kein Grund zum Feiern. Denn diese Ordnung, die mit der Politik des deutschen Staates gesichert wird, bedeutet immer auch: Armut, Ausgrenzung und Leistungszwang. Verschiedenste linke Gruppen organisieren daher gegen dieses Feiern der Nation ein breites Gegenprogramm vom 2. bis zum 4. Oktober. Warum sie das machen und was genau euch erwartet soll Inhalt dieser Veranstaltung sein. < <

mehr Infos dazu findet ihr auch auf http://oct3.net.

Anti-israelische Demonstration in Dortmund

Für eine größere Ansicht der Bilder: Rechtsklick und „Grafik anzeigen“

Palästina_Demo_1Es ist mal wieder so weit: Seit Israels militärischem Gegenschlag als Antwort auf die Ermordung dreier israelischer Jugendlicher und hunderten Raketenabschüssen auf die israelische Zivilbevölkerung durch die Hamas häufen sich auch im Ruhrgebiet die Anmeldungen Anti-israelischer Demonstrationen. In Dortmund zogen am Samstagnachmittag ca. 1500 Menschen, darunter Aktivisten aus der Friedensbewegung, durch die Innenstadt und demonstrierten gegen Israel. Dass es dabei nicht um den Wunsch nach Frieden im Nahen Osten ging, sondern einzig und allein darum, den israelischen Staat zu denunzieren, zeigten Plakate mit Aufschriften wie „Stop Juden“, „Stoppt den Holocaust in Israel“ oder durchgestrichenen Davidsternen, welche die DemonstrantInnen bei sich trugen.

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Vortrag am 24.06. : Zwei Jahre NSU

In Kooperation mit der Grünen Jugend Dortmund, der Mobilen Beratung Arnsberg, dem “Nordpol” sowie dem EU-Projekt “Jugend in Aktion” organisieren wir am 24. Juni 2014 eine Vortragsveranstaltung mit der unabhängigen Beobachtungsstelle “NSU Watch”:

NSU-Flyer-2014
Flyer

Zwei Jahre NSU

Seit gut einem Jahr läuft vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer aus der Neonazi-Szene, denen die Beteiligung an den Mordtaten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) vorgeworfen wird. Der NSU hat die größte rechtsterroristische Mordserie in der Geschichte der Bundesrepublik begangen. (mehr…)