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Vortrag: Europa zwischen Weltmacht und Zerfall

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Am 14. April wollen Neonazis aus ganz Europa in Dortmund unter dem Motto ‚Europa Erwache‘ demonstrieren. Die Antifaschistischen Union Dortmund veranstaltet aus diesem Anlass in Kooperation mit der Initiative für Gesellschaftskritik Vorträge, um sich mit dem Themenkomplex Europa auseinanderzusetzen und zu diskutieren, wieso rechte Bewegungen sich derzeit Europa als ideologische Projektionsfläche ausgesucht haben und welche Rolle der völkische Rollback in vielen europäischen Ländern dabei spielt.

Der zweite Vortrag findet am 11. April statt mit Rainer Trampert statt.

Europa zwischen Weltmacht und Zerfall

Rainer Trampert spricht über die Merkmale einer neuen Epoche, die geprägt ist von dem Niedergang der 500-jährigen Weltherrschaft des „Westens“, der Auflösung westlicher Bündnissysteme und einem beginnenden Handelskrieg, der die Welt zurückwirft in die offene Konkurrenzschlacht der Nationen, und andere geostrategische Veränderungen. Über Aufstieg und Fall von Mächten: Während Europa und Amerika stagnieren, platzt China aus den Nähten wie die USA und Deutschland vor 1914 – nur viel schneller. Über Europa zwischen Weltmacht und Zerfall und die Ursachen der deutschen Hegemonie in Europa: Dass Angela Merkel angelastet wird, sie strebe europäische Lösungen an, statt die Nation abzuriegeln, markiert das Ende einer 70-jährigen europäischen Epoche. Warum sammelt sich Kapital im Zentrum und entleert sich die Peripherie? Deutschland herrscht in Europa, aber Europa handelt im Unterschied zu den Weltkonkurrenten USA und China nicht als Nation, sondern als ein Konglomerat von konkurrierenden und zerstrittenen Nationen und Regionen. Über den Zerfall der europäischen Sitten: Die „Flüchtlingskrise“ ist in Wahrheit eine Krise des europäischen Humanismus. Warum werden zunehmend rassistische Parteien gewählt, die das eigene Land in ein undurchlässiges Völkergefängnis für Eingeborene verwandeln und die EU in die Zeit der nationalen Kämpfe zurückwerfen wollen? Über den historischen Konflikt zwischen der kapitalistischen Moderne und der Regression des Bewusstseins: Während der Kapitalismus die Fesseln der Nationalstaaten sprengt, grenzübergreifende Produktions- und Lieferketten installiert und Personal aus aller Welt nutzt, fällt das gesellschaftliche Bewusstsein in die Kleinstaaterei mit eigener Münzprägung, in nationale, ethnische, tribale, religiöse, rassistische und faschistische Bindungen und Wahnvorstellungen zurück. Von der Regression sind auch Intellektuelle befallen. Während Asylunterkünfte brennen bieten TV-Anstalten grauenvolle Gestalten als besorgte Bürger an und erfinden ein Überforderungssyndrom. Über Ursachen, falsche linke Theorien und Irritationen, die keinen mehr irritieren. Wieso eigentlich ist ein globaler Kapitalismus böser als ein nationalbornierter?

Rainer Trampert war Betriebsrat in dem Mineralölkonzern Texaco und Mitglied im KB in Hamburg, von 1982 bis 1987 einer der drei Vorsitzenden der Grünen Partei, aus der er 1989 austrat. Trampert wohnt heute in Hamburg, schreibt Bücher und publiziert regelmäßig in der Wochenzeitschrift Jungle World, der Monatszeitschrift Konkret und in anderen linken Veröffentlichungen. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Europa zwischen Weltmacht und Zerfall“.

11. April 2018 | 18.30 Uhr | Fachhochschule Dortmund, Sonnenstraße 96 | Raum F212

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung des AStA der FH Dortmund statt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Vortrag: Politische Krise und regressive Kollektivität in Europa

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Am 14. April wollen Neonazis aus ganz Europa in Dortmund unter dem Motto ‚Europa Erwache‘ demonstrieren. Die Antifaschistischen Union Dortmund veranstaltet aus diesem Anlass in Kooperation mit der Initiative für Gesellschaftskritik Vorträge, um sich mit dem Themenkomplex Europa auseinanderzusetzen und zu diskutieren, wieso rechte Bewegungen sich derzeit Europa als ideologische Projektionsfläche ausgesucht haben und welche Rolle der völkische Rollback in vielen europäischen Ländern dabei spielt.

Der erste Vortrag findet am 16. März statt mit Daniel Keil statt.

Politische Krise und regressive Kollektivität in Europa

Viele Analysen neurechter und völkischer Bewegungen sind fokussiert auf die jeweilige nationale Entwicklung, was sich zunächst auch erklärt aus dem Gegenstand des Nationalismus. Bei einem zweiten Blick allerdings muss die europäische Dimension in doppelter Weise in eine Analyse eingebunden werden. Erstens im größeren gesellschaftlichen Zusammenhang der Artikulation der globalen Wirtschaftskrise in und durch die Europäische Union und ihre Spezifika, ohne die auch der Zusammenhang der Krise mit dem Erstarken rechter Bewegungen im Dunkeln bleibt. Hierunter zählt auch, dass im Zuge der Krise es zu einer Reorganisation des Konservatismus kommt. Zweitens in einem darin artikulierten rechten Projekt Europa, das tatsächlich eine pan-europäische Dimension hat, die sich wiederum einerseits historisch tradiert – auch im historischen Faschismus und Nationalsozialismus finden sich spezifische pan-europäische Momente – andererseits gerade in der Feindbestimmung die Materialität der EU-Ebene reflektiert. Der Vortrag versucht, diese Dimensionen aus einer Krisenanalyse heraus herauszuarbeiten, um eine erweiterte Perspektive auf gefährliche gesellschaftliche Tendenzen und auf emanzipatorische Handlungsoptionen zu ermöglichen.

Dr. Daniel Keil ist Gesellschaftswissenschaftler, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und ist Mitglied im Arbeitskreis Kritische Europaforschung.

16. März 2018 | 19 Uhr | Fachhochschule Dortmund, Sonnenstraße 96 | Raum F212

Die Veranstaltung findet mit freundlicher Unterstützung des AStA der FH Dortmund statt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

18.11. – Ausflug nach Dorstfeld

Für die nächsten Wochen hat die extrem rechte Partei „Die Rechte“ gleich mehrere Aufmärsche und Kundgebungen angemeldet . Zum Anlass werden verstärkte Kontrollmaßnahmen der Polizei genommen, welche scheinbar zunehmend Druck auf die Neonazis ausüben. In letzter Zeit haben die Dortmunder Neonazis wieder vermehrt versucht, durch militante Aktionen in die Öffentlichkeit zu treten, die Meisten davon endeten jedoch im Polizeigewahrsam. Daher plant die Partei „Die Rechte“ nun am kommenden Freitag einen Aufmarsch im Stadtteil Dorstfeld. Antifa-Gruppen, Das Bündnis Blockado, Gewerkschaften und andere Organisationen mobilisieren daher unter dem Motto „Nazikiez!?“ Is´nicht! zu Gegenaktionen.
Denn das staatliche Kontrollmaßnahmen nicht ausreichen werden um Neonazisstrukturen klein zu halten, dürfte eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem NSU sein. Umso wichtiger ist deswegen, den Neonazis zu zeigen, dass sie sich auch in ihrem selbsternannten „Nazikiez“ nicht wohlfühlen sollen.

Vor kurzem wurde auf der Internetplattform linksunten.Indymedia ein umfangreiches Outing der Nazigruppe Hausdurchsuchung in Dorstfeld. Hintergrund dafür waren vorausgegangene Ausschreitungen nach einem Fussballspiel des Chemnitzer FC, an denen sich auch Dortmunder Neonazis beteiligten. Die Dortmunder Neonazis versuchen also gezielt in anderen Städten Aufbauhilfe zu leisten. Ein Grund mehr ihnen ihr Nest in Dortmund möglichst madig zu machen.

Wir rufen dazu auf den Nazis den öffentlichen Raum streitig zu machen und am Freitag nach Dorstfeld zu fahren!

Kein Raum für Neonazis!
18.11.16 | 19.00 Uhr | Wilhelmplatz Dortmund-Dorstfeld
Stay tuned #nonazisdo

#irgendwoindeutschland – Demonstrationen gegen den rassistischen Normalzustand

#Zwickau0511

Am 04.11.2016 jährt sich die Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zum fünften Mal. Mit Blick auf die anhaltenden rechten Gewalttaten und die immer weiter bekanntwerdenden Lücken in den staatlichen Ermittlungen rufen antifaschistische Gruppen bundesweit unter dem Motto „Kein Gras drüber wachsen lassen! Gegen Nazi-Terror und den rassistischen Normalzustand“ zur einer Demontration in Zwickau auf. In der sächsischen Stadt befand sich der Unterschlupf des NSU-Trios. Dieses wichtige Anliegen unterstützen wir und rufen dazu auf, sich zusammenzuschließen und am 5. November nach Zwickau zu fahren, um dort den Opfern des „NSU“ zu gedenken und der tödlichen Mischenung aus Nationalismus und Rassismus entgegenzutreten.

Mehr Infos: https://irgendwoindeutschland.org/

Aufruf:

Am 04.11.2016 jährt sich die Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zum fünften Mal. Nirgendwo lässt sich der gesamtgesellschaftliche Rassismus in Deutschland derart deutlich aufzeigen, wie an den Taten des NSU und deren Aufarbeitung. Das Kerntrio, das jahrelang „unentdeckt“ durch die Bundesrepublik ziehen konnte, war verantwortlich für die neun rassistischen Morde an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık und Halit Yozgat, sowie für den Mord an Michèle Kiesewetter. Bei den drei Sprengstoffanschlägen in Köln und Nürnberg wurden viele Menschen verletzt, nur durch Glück wurde niemand getötet.

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Letzte Infos zur Vorabenddemonstration

Die Demonstration „Keine Zukunft diesen Zuständen – Für ein besseres Morgen“ beginnt um 18.00 Uhr an der Ecke Kampstraße / Katharinenstratße. Die Stelle ist unweit des Hauptbahnhofs gelegen: Die Katahrinentreppen hochlaufen und ca. 100 m weiter gehen. Um 17 Uhr trifft sich bereits gegenüber des Hauptbahnhofs die Bezirkschüler*innenvertretung zu einer antifaschistischen Kundgebung. Unsere Demonstration wird am S-Bahnhof „Stadthaus“ enden, von dort aus kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu vielen Orten in Dortmund.

Der Ermittlungsausschuss (EA) wird vor Beginn der Demonstration freigeschaltet sein und ist unter der Nummer 0231 8404684 zu erreichen. Der EA-Telefondienst richtet sich an Menschen, die in Polizeigewahrsam geraten sind oder die einen Übergriff durch die Polizei beobachtet haben. Der EA dokumentiert Festnahmen und Gewahrsamnahmen, ermittelt den ffVerbleib der Betroffenen und stellt den Kontakt zu AnwältInnen her.

Das Wetter ist auch für den 3. Juni nicht als sonderlich beständig angekündigt, eventuell soll es am Abend auch zu Gewittern kommen. Sollte es zu schweren Unwettern kommen, teilen wir bis spätestens 16.45 mit, ob dies Einfluss auf unsere Demonstration haben wird. Wetterfeste Kleidung ist in jedem Fall zu empfehlen.

Bitte verzichtet während der Demonstration auf Foto- und Videoaufnahmen. Es werden Demo-FotografInnen vor Ort sein, die die Demonstration ausreichend dokumentieren werden. Solltet ihr ein journalistisches Interesse an der Demo haben, lasst euch bitte vor Beginn am Lautsprecherwagen akkreditieren.

Aufgrund vergangener Vorfälle weisen wir auch nochmal darauf hin, dass wir auf unserer Demonstration keine Symbole von stalinistischen, befreiungsnationalistischen oder ähnlichen Organisationen und Gruppierungen sehen möchten. Wir behalten uns vor, entsprechende TrägerInnen der Demo zu verweisen. Wir freuen uns hingegen, wenn thematisch zum Inhalt der Demonstration passende Transparente mitgebracht werden.

Es ist damit zu rechnen, dass auch Neonazis zeitgleich eine Aktion organisieren. Passt daher bei der An- und Abreise aufeinander auf und bleibt wenn möglich in Gruppen.

Linksradikale Vorabenddemo | 18 Uhr | Kampstraße / Ecke Katharinenstraße

Keine Zukunft diesen Zuständen! Für ein besseres Morgen!

Aufruf zur linksradikalen Demonstration am 3. Juni 2016 in Dortmund

Am 4. Juni 2016 wollen Neonazis in Dortmund unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft“ aufmarschieren. Um dies zu verhindern, hat sich bereits ein antifaschistisches Bündnis gegründet. Wir wollen jedoch schon am Vorabend demonstrieren, um unsere Kritik an den aktuellen Verhältnissen auf die Straße zu bringen.

3. Juni 2016 | 18.00 Uhr | Kampstraße / Ecke Katharinenstraße

Es ist wieder soweit: Neonazis wollen für eine „deutsche Zukunft“ demonstrieren. Jährlich bringt dieser bundesweit organisierte Naziaufmarsch hunderte Teilnehmende auf die Straße. Der geographisch rotierende Aufmarsch soll dieses Mal am 4. Juni 2016 in Dortmund stattfinden und das nicht ohne Grund: Lange musste die Naziszene in Dortmund auf einen größeren Aufmarsch verzichten. Die häufig von Repressionen und antifaschistischen Interventionen getroffenen Neonazis wollen sich nun mit dem “Tag der deutschen Zukunft” wieder als handlungsfähige Organisation inszenieren. Da die Anzahl der aktiven KameradInnen in den letzten Jahren stagniert und die Neonazis in jüngerer Vergangenheit eher durch kleinere Aktionen auffielen, erscheint ein bundesweiter Aufmarsch als eine willkommene Möglichkeit, den Mythos der Nazimetropole Dortmund wieder aufzufrischen. Dies geschah sonst mit dem „Nationalen Antikriegstag“, der zeitweise über tausend Neonazis aus ganz Europa mobilisierte. Jetzt steht also ein weiteres Nazi-Event ins Haus. So relevant dessen Verhinderung auch ist: die Frage nach dem, was Zukunft bedeuten vermag, kann weitaus schlimmere Antworten als ein Naziaufmarsch mit sich bringen. Um diesen reaktionären Perspektiven zu widersprechen, rufen wir zu einer linksradikalen Demonstration am Vorabend auf.

Eine Zukunft des Grauens

Die Nazis stellen in ihrem Aufruf zum Aufmarsch die naive Frage nach der Zukunft Deutschlands. Es geht ihnen dabei um die Kinder, Kriminalität, die nationale Identität und gleichzeitig gegen Alles, was diesem beschränkten Blick widerspricht oder über ihn hinausgeht. Dass mit dem Label “deutsche Zukunft” allerdings vielmehr ein Rückgriff auf Vergangenes getätigt wird, muss an dieser Stelle nicht groß ausgeführt werden. Die ideologischen Fixierungen der Dortmunder Neonazis sind weiterhin in den Kategorien Volk, Rasse und Nation behaftet, ihnen geht es um nicht weniger, als den Aufbau einer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Dabei handelt es sich zwar immer noch um rechte Fantasie, mit ihrer Sorge um den vermeintlichen Verlust nationaler und völkischer Orientierungspunkte stehen die Neonazis jedoch zunehmend nicht ganz alleine dar. In der Bundesrepublik haben offenbar immer mehr Menschen Interesse daran, ihre Vorstellung von Zukunft nationalistisch zu besetzen. Dies zeigen am deutlichsten die jüngsten Wahlerfolge der „Alternative für Deutschland“. Die Partei verdankt ihre Stimmen strammen RassistInnen, verbitterten Jammer-Ossis und VerschwörungsdenkerInnen genau so wie VertreterInnen aus bürgerlichen Milieus oder wirtschaftsliberalen Eliten. Sie eint – ebenso wie die Dortmunder Neonazis – die Vorstellung, dass die Zukunft Deutschlands bedroht ist, sei es auf ökonomischer oder kultureller Ebene. Die Perspektiven auf Zukunft, die in der “AfD”, aber auch bei Bewegungen wie “Pegida” kursieren, sind dabei durchsetzt von der Erzählung einer besseren Vergangenheit, die wiederherzustellen sei. Dem völkischen Mob geht es dabei nicht um die Glorifizierung des Nationalsozialismus, sondern um die Abwendung von vermeintlichen Übeln der Moderne – Globalisierung, Kosmopolitismus oder Migrationsbewegungen – und damit der Errichtung übersichtlicher Verhältnisse. Es ist dabei gleichgültig, ob es den Zeitpunkt der besseren Vergangenheit jemals gab, im Phantasma des Nationalismus wird die Welt wieder simpler und gut, wenn die Grenzen geschlossen werden und die NachbarInnen erkennbar Deutsche bleiben.

Das krisenhafte Situationen einer kapitalistischen Gesellschaft Ressentiments hervorbringen, ist dabei nicht neu. Schon immer reagieren Menschen auf die entstehenden Widersprüche und Vereinzelungsprozesse mit Autoritarismus, Antisemitismus und Rassismus. Hinzu kommt, dass sich die globale Dimension des Verwertungszwangs immer stärker vor der eigenen Haustür bemerkbar macht. Die hier ankommenden Geflüchteten machen dabei nicht nur deutlich, dass der eigene Wohlstand auf dem Elend Anderer fußt, sondern bieten auch eine größer werdende rassistische Projektionsfläche für diffuse Abstiegsängste. Dabei produziert die Einigung auf ein gemeinsames Feindbild verbunden mit einem nationalen Zugehörigkeitsgefühl notwending Ausschluss. Was sozialpsychologisch mehrfach bewiesen wurde, spiegelt sich nun brutal in der Realität wieder. Die fast täglichen flüchtlingsfeindlichen Angriffe und Zusammenrottungen erzeugen im Hinblick auf die Zukunft einen kalten Schauer. Dass den Neonazis daran gelegen ist, diese Stimmung nun weiter für sich zu nutzen, ist nur folgerichtig. Sie vereinen die Ideologien der aktuellen Verhältnisse in ihrer wohl widerlichsten Form, die Sabotage ihres Auftritts am 4. Juni ist daher als praktische Intervention gegen den völkischen Rollback zu begreifen.

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Gegen den Naziaufmarsch am 4.6. in Dortmund – „No-TddZ“!

Für den 4.Juni mobilisert „Die Rechte“ Dortmund zum sogenanten „Tag der deutschen Zukunft“ nach Dortmund. Dieser regelmäßig stattfindene Naziaufmarsch ist einer der letzten großen Aufmärsche der Neonaziszene in Deutschland und somit von besonderer Bedeutung. In den vergangenen Jahren gelang es aber zunehmend, dieses Event effektiver zu stören oder zu blockieren. In Dortmund soll sich dieser Trend nun fortsetzen. Darum hat sich neben dem bekannten Bündnis Blockado auch eine autonomes Aktionsbündnis gebildet, in auch wir mitarbeiten. Unter dem Label „No-TddZ Dortmund“ soll versucht werden, auf breiter Basis gegen den Aufmarsch vorzugehen und an erfolgreichen Blockaden in anderen Städten anzuknüpfen.

Auf der Bündnis Seite http://dortmund.no-tddz.org findet Ihr alle wichtigen Informationen zu dem Datum, wer auch so auf dem laufenden bleiben will dem sei die Facebook-Seite empfohlen!

Auch am Vorabend lohnt es sich schon nach Dortmund zu kommen:
Für den 3. Juni planen wir eine linksradikale Vorabenddemo, um auch inhaltlich etwas zum Thema „Deutsche Zukunft“ zu sagen. Bald mehr, haltet Augen und Ohren offen…

Im Folgenden der Aufruf des „No-Tddz“-Bündnis zu den Aktionen am 4.Juni.

„Tag der deutschen Zukunft“ in Dortmund? Gemeinsam blockieren, sabotieren, verhindern!

Am 4. Juni 2016 soll der jährliche „Tag der deutschen Zukunft“ („TddZ“) in Dortmund stattfinden. Die Dortmunder Neonazis um die Partei „Die Rechte“, ehemals „Nationaler Widerstand Dortmund“ (NWDO), möchten der bundesweiten Naziszene in der Dortmunder Nordstadt eine Negativvision der Zukunft Deutschlands darbieten. Wir sind angetreten, um dies zu verhindern.
Der „Tag der deutschen Zukunft“ – Nazi-Phantasien auf Wanderschaft
Gegründet von der “Initiative gegen Überfremdung” fand der „Tag der deutschen Zukunft“ erstmals 2009 in Schleswig-Holstein statt und wird seitdem jedes Jahr von Stadt zu Stadt weitergereicht. Bisher beschränkten sich die Veranstaltungsorte auf Nord- und Ostdeutschland. Dortmund – seit Jahren wegen seiner aggressiven und gewalttätigen Neonaziszene bekannt – soll nun der nächste Austragungsort dieses Großevents werden, zu dem Neonazis aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern erwartet werden.
Den Dortmunder Neonazis und der von ihnen mobilisierten Naziszene soll dabei in diesem Jahr die Nordstadt als Kulisse für eine herbeiphantasierte „Überfremdung“ und Zerstörung der „deutschen Volksgemeinschaft“ dienen, in der sich Deutschlands Zukunft jetzt schon exemplarisch zeige. Der proletarisch und migrantisch geprägte Stadteil nördlich der Dortmunder Innenstadt zählt seit seiner Gründung vor knapp 170 Jahren zu einem der Migrationshäfen des Ruhrgebiets – und ist es bis heute: arm, „dreckig“ und direkt. Wer es schafft, zieht in der Regel weiter. Vermutlich ist Deutschland nirgendwo mehr Einwanderungsland als im Ruhrgebiet. Daher wirkt es geradezu absurd, dass im Aufruf der Faschist*innen von einer „mehrtausendjährigen Geschichte“, einer „natürlichen Schicksalsgemeinschaft“ und deren „natürlichen Grenzen“ schwadroniert wird: Wer sich überzeugen mag, schaue sich einmal die Nachnamen der Mitglieder von „Die Rechte“ an.
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In Erinnerung an Mehmet Kubaşık und alle Opfer des „NSU“


Am 4. April 2016 jährt sich der Mord an Mehmet Kubaşık zum 10. Mal. 2006 wurde der Kioskbesitzer vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ in der Dortmunder Nordtstadt erschossen. Aus diesem Grund hat sich ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, migrantischen Organisationen und antifaschistischen Initiativen gebildet, um an dem „Tag der Solidariät“ gemeinsam an die Opfer von rechter Gewalt erinnern. Zudem wurde ein Rahmenprogram mit verschiedenen Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Als Gruppe unterstützen wir die Aktione und rufen zur Teilnahme an der Demonstration auf!

Alle Infos finden sich hier

4.April 2016 | 18 Uhr | Mallinckrodtstrasse 190

Aufruf:

Vor zehn Jahren wurde Mehmet Kubaşık von der rassistischen Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund ermordet. Der NSU ist nach bisherigem Kenntnisstand für zehn Morde, zwei Anschläge in Köln und mehrere Banküberfälle verantwortlich.
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We still hate Mondays: Antifaschistische Demonstration am 18. Januar in Duisburg

Am 18. Januar jährt sich zum ersten Mal der Duisburger Pegida-Ableger, der jeden Montag durch die Duisburger Innenstadt demonstriert. Die Gruppen Cremé Crtique und Emanzipatorische Antifa Duisburg rufen aus diesem Grund zu einer antifaschistischen Demonstration gegen Pegida, Islamismus und Deutschland auf. Wir unterstützen den nachfolgend dokumentierten Aufruf.

Antifaschistische Demonstration | 18. Januar | 18 Uhr | Duisburg Hauptbahnhof – Osteingang

Im Januar 2015 begann Pegida NRW in Duisburg montägliche „Abendspaziergänge“ durchzuführen. 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten damals dem Aufruf der Rassisten – es war zugleich das erste und letzte Mal, dass es nennenswerte Gegenproteste der Duisburger Zivilgesellschaft gab. Getrieben von der Sehnsucht nach dem volksgemeinschaftlichen Kollektiv und dem Wahn von der Islamisierung, rotten sich seither mal mehr, mal weniger Menschen hinter dem Pegida-Banner zusammen. Montag für Montag findet sich auf dem Bahnhofsvorplatz eine abscheuliche Melange aus Wutbürgern und kraftmeiernden Hooligans und Neonazis zusammen, um ihren Frust über die vermeintliche Übervorteilung des kleinen Mannes durch das Konglomerat von politischer Elite und „Lügenpresse“ in höchster verbaler – und mitunter physischer – Aggressivität zu entladen. Duisburg wurde im Laufe des Jahres von einer Hochburg der Bewegung zu ihrer letzten Bastion im Westen der Bundesrepublik.

Der Zusammenhalt dieses Gebräus, das auf eigentümliche Weise durchaus homogen daherkommt, wird kaum durch eine politische Agenda, sondern fast ausschließlich über das Bedürfnis nach nationaler Identität bestimmt. Programmatisch wie symptomatisch ist die notorisch vorgetragene Parole des versammelten Mobs: „Wir sind das Volk“. Eine Parole, die auch schon vom ritualisierten Gegenprotest dogmatischer Linker auf der anderen Seite der Absperrung aufgegriffen wurde und exemplarisch für dessen inhaltliche Leere steht. Auch wenn Neonazis bei den Rassistinnen und Rassisten gerne gesehen sind, darf Pegida nicht als faschistische Bewegung gegen den Staat missverstanden werden. Sie ist eine konformistische Revolte mit weiten Teilen der deutschen Gesellschaft. Sie schimpfen über „die da oben“, treten aber nur nach unten.

► Gegen Schreibtischtäter und den Mob auf der Straße

“Grenzen überwinden“

-Von Bundesratspräsident Volker Bouffier ausgegebenes Motto zum 25. Jubiläum der vereinigten BRD.

Tatkräftige Rassisten demonstrieren montags auf der Straße und zünden bei Nacht die Unterkünfte von Geflüchteten an. Tatkräftige Rassisten sind aber auch jene, die die militärische Abschottung der europäischen Außengrenzen organisieren – und so die tödlichste Grenze der Welt geschaffen haben. Und nicht zuletzt sind tatkräftige Rassisten die, die bei Nacht und Nebel Geflüchtete deportieren, oder sich in den Ausländerbehörden als Schreibtischtäter verdingen. Doch effektiven Standortschutz übernehmen auch andere – und zwar indem sie klatschend und winkend an Bahnhöfen stehen. Es waren schließlich jene Wilkommensweltmeister, die im kurzen Sommer deutscher Gastfreundlichkeit – teils intuitiv als PR-Agenten, teils in durchaus guter Absicht – die Risse in der brüchigen Fassade der Zivilisation verdeckten. Während dies von zahlreichen Medien, die sich sonst an rassistischer Hetze beteiligen, dankbar aufgegriffen wurde, konnten im Hauruckverfahren fast unbemerkt die Reste des Asylrechts noch weiter beschnitten werden. Wenn dann noch Teile der Presse und der Linken, in völliger Ignoranz der projektiven Elemente von Rassismus und Nationalismus, dagegenhalten, dass Zuwanderung doch dem Bruttosozialprodukt nutze – dass also auch Geflüchtete irgendwie noch verwertbar seien – ist die Infamie perfekt. (mehr…)

Dem Mob entgegentreten – Reaktionäre Ideologien bekämpfen. Am 7.12. nach Duisburg!

Für Montag, den 7. Dezember rufen antifaschistische Gruppen aus NRW zu einer Antifa-Demo in Duisburg auf. Seit fast einem Jahr finden dort nun jeden Montag Aufmärsche des lokalen „Pegida“ Ablegegers statt, die bisher mehr oder weniger störungsfrei über die Bühne gehen konnten. Mit einer größeren Gegenaktion soll dieser Zumutung etwas entegegen gesetzt werden.

Duisburg wird dabei wöchentlich von rechten Hooligans, Neonazis und „besorgten“ Deutschen in NRW als Aufmarschort für die bundesweite „Pegida“ Bewegung genutzt. Bis zu 300 Rechte versammeln sich so jeden Montag am Duisburger Hauptbahnhof.

Es darf für uns als radikale Linke allerdings nicht einfach dabei bleiben, den Kampf nur gegen die TeilnehmerInnen von „Pegida“ und Co. zu führen, sondern ebenso eine kritische Auseinandersetzung mit den reaktionären und fundamentalistischen geprägten Auslegeungen des Islams zu suchen. Dazu gehört auch die Aufgabe, eine emanzipatorische Kritik an den Weltmachtsphantasien und Terroranschlägen der Islamisten zu formulieren und die notwendinge Diskussion nicht rassistischen Bewegungen zu überlassen. Im Übrigen ist dies kein Widerspruch: Denn Neonazis und Islamisten sind sich näher als sie selber glauben: Apokalyptische Visionen, Antisemitismus und völkische Ideologie sind nur einige Überschneidungen beider Gruppen.

Wenn uns an der Freiheit gelegen ist, welche der „IS“ im „Westen“ sieht, sollten wir als radikale Linke alles dafür tun, diese Freiheit zu definieren und für sie zu kämpfen. Auch wenn wir uns eine befreite Gesellschaft jenseits von Staat, Kapital und Nation wünschen und die bürgerliche Gesellschaft zwar zweifelsfrei falsch eingerichtet ist, so sind dennoch die Errgungeschaften eben dieser vor den Feinden der Freiheit zu verteideigen.

Solidaritätsbekundungen und Aktionen mit den KämpferInnen der Peshmerga und YPG in Teilen Syriens und Kurdistans sind dabei ebenso nett gemeint und mitunter wichtig, werden das Problem aber auf Dauer auch nicht lösen können. Was es braucht, ist daher eine Kritik und Aktionsform, die sowohl rechte als auch islamistische Strömungen, als das benennt was sie sind: Feinde der Freiheit und der Emanzipation, die es zu bekämpfen gilt!


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