Archiv der Kategorie 'antifa [dortmund]'

Polizei verhindert Protest gegen „geheime“ Nazikundgebung

Die Polizei Dortmund verhinderte am Mittwoch (9. Sepember) durch ein enormes Großaufgebot den direkten Protest gegen eine Kundgebung von rund 80 Neonazis im Dortmunder Kreuzviertel. Die Neonazis hatten zuvor versucht, den Ort der Kundgebung möglichst lange geheim zu halten, um so den Gegenprotest zu schwächen. Am Montag löste eine Kundgebung der Neonazis in der Innenstadt großen Protest aus, bei dem es zu Tumulten bei der Abreise der Neonazis kam. Durch die Geheimhaltung sollte vermutlich ein ähnliches Szenario vermieden werden. Bereits einige Stunden vor Beginn der Kundgebung riegelte jedoch die Polizei die Straßen rund um den Kundgebungsort ab, sodass am Nachmittag klar war, dass die Kundgebung am Sonnenplatz stattfindet.

Trotzdem kamen mehrere hundert AntifaschistInnen zusammen und demonstrierten in Richtung des Kreuzviertels. Als deutlich wurde, dass ein angemessener Protest an dem Tag durch die Polizei unterbunden wird und die Neonazis durch die Absperrungen komplett isoliert sind, entschloss sich ein Großteil der GegendemonstrantInnen, zum Hauptbahnhof zu gehen und dort die ankommenden Geflüchteten zu begrüßen. Seit Sonntag fungiert Dortmund als Drehkreuz für Geflüchtete, die aus Richtung Ungarn mit Zügen ankommen. Zahlreiche freiwillige HelferInnen sind seitdem im Einsatz, um die Ankommenden mit Lebensmitteln und Kleidung zu versorgen.

Diese Situation war auch Anlass für die erneute Kundgebung der Neonazis, die am Mittwoch bereits ihre dritte Kundgebung binnen weniger Tage abhielten. Dabei hetzten sie jedes Mal gegen Geflüchtete und ließen ihren rassistischen Phantasien von einer vermeintlichen „Überfremdung“ freien Lauf. Der Neonazi Christoph Drewer handelte sich dabei bereits am Montag eine Anzeige wegen Volksverhetzung ein.

Auch wenn die Kundgebung nicht verhindert werden konnte, hat sich gezeigt, dass Nazi-Aktionen in Dortmund derzeit nur unter massivem Polizeischutz durchzuführen sind. Aus Angst vor Störungen und Angriffen war es den Neonazis im Vorfeld nicht möglich, den genauen Veranstaltungsort zu veröffentlichen.

Dass Nazis auch anderweitig angegangen werden können, kann aktuell wieder dem linken Internetportal „Indymedia“ entnommen werden. Demnach brannte in der Nacht zu Mittwoch in Dortmund-Eving das Fahrzeug des Neonazis Sascha Rudloff aus. Rudloff kandidierte für die Partei „Die Rechte“ im Bezirk Eving.

Die Neonazikundgebung dauerte rund eine Stunde und verlief angesichts der vielen Polizeiabsperrungen unspektakulär. Als Redner traten u. a. Michael Brück und Sven Skoda auf.

Großer Protest gegen Nazikundgebung

Am Montagabend demonstrierten bis zu 1000 Menschen gegen eine Nazikundgebung der Partei „Die Rechte“ in der Dortmunder Innenstadt. Anlässlich der ankommenden Züge mit Geflüchteten verbreiteten die Neonazis wie schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag dabei ihre rassistische Ideologie.

Der ursprüngliche Kundgebungsort an der Kampstraße wurde allerdings schon vor Beginn von vielen AntifaschistInnen blockiert, sodass die Neonazis ihre Kundgebung bereits kurz vor der U-Bahn Haltestelle Westentor, umringt von GegendemonstrantInnen und Polizeiketten, abhalten mussten. Schon bei dem ersten Versuch den Lautsprecherwagen der Neonazis auf den vorgesehenen Kundgebungsplatz zu bewegen wurde dieser von AntifaschistInnen angegangen und verlor dabei mindestens einen Seitenspiegel. Der im Fahrzeug sitzende „Die Rechte“ Ratsherr Michael Brück versuchte daraufhin, umstehende Personen mit einem Feuerlöscher anzugreifen. Nur unter großem Polizeischutz konnte der PKW schließlich zum Kundgebungsort befördert werden.

Trotz intensiver Mobilisierung in sozialen Netzwerken, erschienen mit rund 60 Neonazis weniger TeilnehmerInnen, als sich „Die Rechte“ mutmaßlich erhofft hatte. Offenbar scheint das Mobilisierungspotential der Dortmunder Neonazis zu schrumpfen, was möglicherweise mit den mittlerweile zahllosen Kundgebungen und Aufmärschen in der Vergangenheit zusammenhängt.

Ihre Kundgebung hielten die Neonazis knapp eine Stunde durch und verließen danach lautlos mit der U-Bahn den Platz des Geschehens in Richtung Dorstfeld. Bei dem Versuch, den Lautsprecherwagen zurück durch die anwesenden GegendemonstrantInnen zu geleiten, kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei, die eine Gasse für das Fahrzeug freischlug und dabei mehrere Personen verletzte. Dabei wurden im Gegenzug abgestellte Polizeifahrzeuge sowie das das Auto der Neonazis beschädigt.

Im Nachgang demonstrierten die verliebenden AntifaschistInnen gemeinsam zum Dietrich-Keuning-Haus. Dort werden seit Sonntag die ankommenden Geflüchteten mit Lebensmitteln und Sachspenden versorgt. Die Neonazis haben indes eine weitere Kundgebung für Mittwoch, den 9. September, angekündigt. Ob dieses Vorhaben angesichts der großen Gegenproteste und den abnehmenden TeilnehmerInnenzahlen von Erfolg gekrönt sein wird, darf bezweifelt werden.

Presse:
Verkehrschaos und Gewalt nach Nazidemo am Westentor (Derwesten)

Refugees Welcome: Großer Protest gegen Neonazis in Zeiten der Ankunft von Flüchtlingen in Dortmund (Nordstadtblogger)

10 Years later… Zum Stand der Dinge in Dortmund

Am 28. März 2015 jährt sich der Mord an Thomas »Schmuddel« Schulz zum zehnten Mal. Der Punk wurde am Ostermontag 2005 durch den Neonazi Sven Kahlin in der U-Bahn Haltestelle Kampstraße erstochen, nachdem »Schmuddel ihn aufgrund seiner rechten Bekleidung zur Rede gestellt hatte. Seitdem finden jährlich durch AntifaschistInnen organisierte Gedenkdemonstrationen gegen rechte Gewalt statt. Auch in diesem Jahr wird am Todestag von »Schmuddel« eine Demonstration stattfinden, um auf rechte Gewalt aufmerksam zu machen. Nachdem die Partei »Die Rechte« in den Dortmunder Stadtrat sowie mehrere Bezirksvertretungen einziehen konnte, fühlen sich die Neonazis wieder bestätigt in ihrer Politik.

Dieser Text ist der Versuch einer neuen Bestandsaufnahme. Wir wollen darstellen, was sich seit dem Mord an Thomas Schulz geändert hat – sowohl in Bezug auf die Neonazi-Szene als auch bezüglich der radikalen Linken in Dortmund.
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Gemeinsam gegen Neonazis am 28. März

Im Folgenden dokumentieren wir eine gemeinsame Erklärung von der Autonomen Antifa 170, dem Antifa Medienzusammenhang Dortmund und uns:

Am 28. März findet in Dortmund zum 10. Todestag von Thomas Schulz eine antifaschistische Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Parallel hierzu haben die Neonazis der Partei „Die Rechte“ einen Aufmarsch mit anschließendem RechtsRock-Konzert angekündigt. Offensichtlich handelt es sich hierbei um eine Provokation. Neonazis wollen an dem Jahrestag eines Nazimordes ihre rassistische und antisemitische Ideologie auf die Straße tragen.

Dennoch hat sich die „Antifaschistische Union Dortmund“, die die Demonstration am 28. März organisiert, dazu entschlossen, nicht direkt darauf zu reagieren. Da die Demonstration zum letzten Mal stattfinden wird, soll sie nicht als explizite Gegenaktion zum Naziaufmarsch verstanden werden, sondern als eigenständige Antifa-Demo in Erinnerung an alle Opfer rechter Gewalt.

Das Bündnis „BlockaDO“ hat entschieden, sich am 28. März den Neonazis aktiv in den Weg zu stellen. Dabei soll versucht werden, den Naziaufmarsch zu blockieren. Auch diese Aktionsform ist wichtig, um den
Neonazis nicht das Gefühl zu geben, dass sie störungsfrei ihre Propaganda verbreiten können.

Wir sind davon überzeugt, dass beide Aktionen an diesem Tag solidarisch zusammen funktionieren können: Eine Teilnahme an den Blockaden und ein späteres gemeinsames Demonstrieren am Nachmittag sind möglich. Uns ist daran gelegen, dass die Blockaden und die antifaschistische Demonstration nicht als Konkurrenzveranstaltungen aufgefasst werden, sondern vielmehr als praktische Interventionen gegen
die Dortmunder Neonazis.

Wir werden daher für beide Aktionsformen eine gemeinsame Infrastruktur betreiben, die einen Infoticker und einen EA umfasst. Nähere Informationen dazu werden bald veröffentlicht.

Ob Demonstration oder Blockade: Kommt am 28. März nach Dortmund und werdet mit uns aktiv gegen Neonazis!

Antifaschistische Union Dortmund
Autonome Antifa 170
Antifa Medienzusammenhang Dortmund

Demonstration am 16.1. „Gegen jeden Antisemitismus!“

In diesen Tagen ist die Welt erschüttert über die Anschläge in Paris auf die Satire-Zeitschrift »Charlie Hebdo«. Im anschließenden Bedrohungsszenario verfolgten über 80.000 Sicherheitskräfte die Täter, bis schließlich ihre Ergreifung bzw. ihre Tötung gelang und die meisten Menschen, die sich in der Gewalt der drei Attentäter befanden, befreit werden konnten. Dennoch sind zum jetzigen Stand wohl mindestens zwölf Menschen in den Redaktionsräumen von »Charlie Hebdo« und mindestens vier Tote in dem jüdischen Supermarkt, das der allein agierende Attentäter angriff, zu beklagen. Das Attentat auf den Pariser Supermarkt reiht sich bedauerlicherweise in eine Reihe von antisemitischen Anschlägen und Angriffen in Europa der letzten Jahre ein: Im März 2012 erschoss ein Mann in Toulouse vier Menschen jüdischen Glaubens, darunter drei Kinder. Im Mai zwei Jahre später erschoss ein Franzose in Brüssel ebenfalls willkürlich vier Menschen. Im Zuge des Gaza-Krieges kam es in Frankreich zu zahlreichen Angriffen auf Synagogen.

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TEN YEARS LATER… Mobi für Demo am 28.03.2015 beginnt.

via. dortmund.blogsport.de

Am 28. März 2015 jährt sich der Mord an Thomas »Schmuddel« Schulz zum zehnten Mal. Der Punk wurde am Ostersonntag 2005 durch den Neonazi Sven Kahlin in der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße erstochen, nachdem Thomas ihn aufgrund seiner rechten Bekleidung zur Rede gestellt hatte. Er verstarb wenige Zeit später. Wir werden daher an diesem Tag in Dortmund gegen rechte Gewalt demonstrieren. In diesem Zusammenhang wollen wir auf die Aktualität und die Dimensionen rechter Gewalt hinweisen und die tiefe Verankerung rechter Ideologien in der Gesellschaft thematisieren. Auch dieses Jahr werden wir wieder gegen die Dortmunder Neonazis demonstrieren, die mittlerweile im Gewand der Partei „Die Rechte“ auftreten. Wir wollen zeigen, dass Thomas Schulz und alle anderen, die Neonazis und RassistInnen zum Opfer gefallen sind, nicht vergessen sind.

Wir werden in den nächsten Tage bundesweit erste Plakate und Sticker versenden. Außerdem planen wir eine Mobi-Tour durch mehrere größeren Städte mit Vorträgen zur aktuellen Situation in Dortmund.
Auch Ihr könnt uns bei der erfolgreichen Mobilisierung helfen, indem ihr diesen Blog in euren Sozialen Netzwerken oder auf anderen Blogs teilt.

In naher Zukunft werden sich auf dortmund.blogsport.de daher alle wichtigen Informationen zu der Demo am 28.03.2015 finden.

Aktuelle Informationen aus Dortmund Rund um das Thema „Antifa“ findet Ihr zudem auf: http://dab.nadir.org oder unter dem Hashtag #nonazisdo

Stay tuned!

Nazis verlegen Kundgebung vor, Protest findet trotzdem statt.

Eine für den 3. Januar von der Partei „Die Rechte“ in der Nordstadt angekündigte Kundgebung zog die Partei um ganze zwei Stunden vor. Einer der Gründe hierfür dürfte der in dem Viertel zu erwartende Gegenprotest gewesen sein. So gelang es bereits am 21.12. eine Kundgebung der Neonazis dort komplett zu verhindern, dazu beigetragen haben direkte Aktionen autonomer AntifaschistInnen und friedliche Blockaden des „BlockaDO-Bündnis“. „Die Rechte“ sagte daraufhin eine weitere Kundgebung für diesen Tag in Dortmund-Hörde ab. Dort konnte die jüdische Gemeinde Dortmund somit ihr Chanukka-Fest ohne rechte Provokation feiern.

Nur sechs Tage später zogen die Neonazis erneut am Kundgebungsort, dem „Platz der Nationen“, auf. Dieses Mal aber komplett unangekündigt und in extrem dezimierter Form, erzählten und langweilten sich gegenseitig mit ihren Redebeiträgen. Die Polizei tat dabei ihr Bestes und schirmte die Neonazis gegen den spontanen Portest von knapp 50 AntifaschistInnen ab.

Die nun für den 3. Januar angekündigte Demonstration sollte ursprünglich um 16:00 Uhr auf dem „Platz der Nationen“ an der Münsterstraße/Mallinckrodtstraße beginnen. Bereits um 13:30 Uhr, also mehr als zwei Stunden eher als angekündigt, erreichten die ersten Nazis den Kundgebungsplatz. Begleitet wurden sie von mehreren Hundertschaften, zeitgleich bezogen Einsatzfahrzeuge der Poliezi in der ganzen Nordstadt Stellung. Die Kundgebung fand mit knapp 50 TeilnehmerInnen dann abgeschirmt von der Polizei bei schlechtem Wetter statt. Die Nazis feiern sich indes für diesen Schachzug, sollten sich aber überlegen, woran es liegt, dass sie nur unter massiver Polizeipräsenz und heimlich geänderten Uhrzeiten demonstrieren können. Über 200 AntifaschistInnen protestieren dagegen.

Im Anschluss an die Kundgebung kam es bei der Abreise der Neonazis am Hauptbahnhof zu Auseinandersetzungen, mindestens ein Nazi wurde daraufhin festgenommen. Eine Spontandemonstration gegen Antisemitismus, im Stadtteil Dorstfeld, wurde indes von der Polizei nicht genehmigt.

10 years later… 28.03.2015

antifa-demo-dortmund Nächstes Jahr am Samstag, dem 28.03.2015, ist der 10. Todestag von von Thomas „Schmuddel“ Schulz. 2005 wurde der Punk in der Dortmunder Innenstadt von dem Neonazi Sven Kahlin ermordet. Sven Kahlin erstach Thomas Schulz, nachdem dieser rechte Parolen nicht unkommentiert ließ. Seitdem finden jährlich durch AntifaschistInnen organisierte Gedenkdemonstrationen gegen rechte Gewalt statt. Dieses Jahr zogen in diesem Rahmen über 500 Menschen nach Dorstfeld, dem Stadtteil, den die Nazis seit Jahren für sich beanspruchen wollen.

Sichtlich überfordert mit der Situation, versuchten die Nazis die DemoteilnehmerInnen durch Fotografieren zu provozieren, was aber nichts daran änderte, dass die Demonstration ungehindert durch Dorstfeld laufen konnte, um auf die dortigen rechten Strukturen hinzuweisen und an die Opfer rechter Gewalt zu erinnern.

Da getroffene Hunde bekanntlich bellen, haben Nazis der Partei „Die Rechte“ Dortmund nun eine Demonstration von ihrer aktuell nicht nutzbaren Parteizentrale in Huckarde nach Dorstfeld angemeldet. Dort soll zusätzlich ein RechtsRock-Konzert stattfinden, für welches der Hamburger Parteigründer von „Die Rechte“, Christian Worch, verantwortlich zeigt. Ob es den Nazis damit gelingen wird zu verhindern, dass wieder mehrere Hundert bis 1000 AntifaschistInnen in Dorstfeld demonstrieren, ist jedoch fraglich. Vielmehr scheint dies ein Versuch zu sein, der eigenen Szene wieder mal etwas zu „bieten“ und gleichzeitig die Opfer rechter Gewalt zu verhöhnen.

Vonseiten Dortmunder AntifaschistInnen ist bereits seit längerem klar, dass der Tag eine große Rolle spielen wird. Die Vorbereitungen für ein würdiges Erinnern, auch mit der Möglichkeit, effektiv gegen die Dortmunder Nazistrukturen vorzugehen, laufen bereits. Die offizielle Mobilisierung wird Anfang Januar starten.

10 years later… Kein Vergeben – Kein Vergessen. Rechte Strukturen zerschlagen!

28.03.2015 | Dortmund | Antifa-Action | #nonazsido

Zum Diskurs um die Umbenennung von Straßennamen.

Wegweiser in die Vergangenheit – Fragwürdige Straßennamen in Dortmund Derzeit scheint es, als würde in Dortmund, angestoßen durch das hiesige Stadtarchiv, eine neue Debatte über Sinn und Unsinn bei der Umbenenung von Straßennamen entflammen. Konkret geht es um folgende Straßen: Carl-Duisberg-Straße, Castellestraße, Wagenfeldstraße, Stehrstraße, Speestraße, Nettelbeckstraße, Lenardstraße. Bei den Namensgebern handelt es sich ausnahmslos um überzeugte Nationalisten, Beteiligte an der Shoah oder Kolonialisten, die im NS ein hohes Ansehen genoßen.

Als Gruppe äußerten wir uns bereits 2011 kritisch über solche Straßennamen in Dortmund. Die dazugehörige Broschüre kann hier herunterladen werden. Des Weiteren wurde auf Demonstrationen, welche durch die entsprechenden Straßen führten, immer wieder auf die Bedeutung der Namen hingewiesen. Ebenso kam es auch zu Aktionen, bei denen die Straßen symbolisch umbenannt und die Schilder mit den Namen von Opfern rechter Gewalt überklebt wurden.

So wollen wir uns auch jetzt wieder in die Diskusion einbringen und das Stadtarchiv in Dortmund in seiner Forderung unterstützen. Die Tatsache, dass allein fünf dieser sechs Strassennamen nach 1945 benannt wurden, spricht gegen den vermeintlichen „Aufarbeitungsweltmeister“ Deutschland. Es ist auch bezeichnend, die Diskussion weniger über die Ursachen der Namensgebung als über die administrative Herausforderung einer Umbennung geführt wird. Genau hierauf stützt sich die Argumentation von Stadtverwaltung und AnwohnerInnen.
Von einer angemessenen Auseinandersetzung mit der deutschen Historie zeugt dies nicht, viel mehr von einer Vermeidungsstrategie. Wir sprechen uns daher für eine Diskussion und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema aus.

Zwar sind die Straßennamen auch ein Symbol für die deutsche Geschichte und Zeichen für die mangelhafte Aufarbeitung, gerade in der Zeit kurz nach dem Nationalsozialismus. Vor allem aber st eine öffentliche Ehrungung von NS-TäterInnen ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer. Wir plädieren daher für eine Umbennung aller genannten Straßen.

Anti-israelische Demonstration in Dortmund

Für eine größere Ansicht der Bilder: Rechtsklick und „Grafik anzeigen“

Palästina_Demo_1Es ist mal wieder so weit: Seit Israels militärischem Gegenschlag als Antwort auf die Ermordung dreier israelischer Jugendlicher und hunderten Raketenabschüssen auf die israelische Zivilbevölkerung durch die Hamas häufen sich auch im Ruhrgebiet die Anmeldungen Anti-israelischer Demonstrationen. In Dortmund zogen am Samstagnachmittag ca. 1500 Menschen, darunter Aktivisten aus der Friedensbewegung, durch die Innenstadt und demonstrierten gegen Israel. Dass es dabei nicht um den Wunsch nach Frieden im Nahen Osten ging, sondern einzig und allein darum, den israelischen Staat zu denunzieren, zeigten Plakate mit Aufschriften wie „Stop Juden“, „Stoppt den Holocaust in Israel“ oder durchgestrichenen Davidsternen, welche die DemonstrantInnen bei sich trugen.

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