Mit 300.000 Euro fördert das Bundesprogramm “Toleranz fördern – Kompetenz stärken” ein Modellprojekt in Dortmund. Das Projekt mit dem Titel “Dortmund den Dortmundern” ist nun Gegenstand der öffentlichen Diskussion, da die Einbeziehung von organisierten Neonazis (Aktivisten und Kadern) aus Dortmund sowie mangelnde pädagogische Standards kritisiert werden. Die das Projekt verantwortende “Multilateral Academy gGmbh” hat in Ihrem Antragstext verschiedene Kooperationspartner genannt, von denen einige nun auf Distanz gehen. Nach einem Artikel in der Zeitschrift Lotta und einem Offenen Brief des Dortmunder Antifa-Bündnis gab die Stadt Dortmund bekannt, nicht länger als Kooperationspartner zur Verfügung zu stehen. Auch die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in NRW wurde in der Projektbeschreibung genannt, war als solche aber zu keinem Zeitpunkt in die Konzeptentwicklung involviert. Deswegen haben sich die fünf Träger der Mobilen Beratung schon vor einigen Monaten an die Projektverantwortlichen gewandt und ihre großen fachlichen Bedenken formuliert. Die Stellungnahme haben wir im Folgenden dokumentiert.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat gegen vier Neonazis im Alter von 19 bis 25 Jahren, die der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld zugerechnet werden, Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung erhoben. Unter den Angeklagten befindet sich auch auch der einschlägig vorbestrafte Sven Kahlin, der am 28. März 2005 den Punker Thomas Schulz erstochen hatte. Das Quartett hat am 26. November 2011 auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt nach einer verbalen Auseinandersetzung auf zwei Jugendliche eingeschlagen und eingetreten.
Eine 21 Jahre alte Dortmunderin, die sich auf Zeugenaufrufe nachträglich bei der Polizei gemeldet hatte, soll zudem als „Vaterlandsverräterin“ tituliert und bespuckt, ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes soll als „dreckiger Jude“ beschimpft worden sein. Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Dortmund befinden sich zwei der Angeschuldigten seit Anfang Dezember in Untersuchungshaft. Gegen den 19-jährigen derzeit in Untersuchungshaft sitzenden Neonazi sind noch drei weitere Anklagen wegen Körperverletzung anhängig.
Mehr Infos:
Sat1-NRW-Bericht: Opfer von Neonazi-Gewalt
WDR: Dortmunder Neonazi schlug wieder zu
Rechter Mörder Sven Kahlin wieder in Haft
Neonazis griffen zwei Jugendliche an

Am 17. Januar 2012 veranstaltete das Dortmunder Antifa-Bündnis zusammen mit dem Forum gegen Rassismus einen Vortrag zum Thema Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterrorismus und zur Rolle des Staates. Dazu referierten AktivistInnen des apabiz vor rund 70 Interessierten aus Dortmund und Umgebung im Dietrich Keuning-Haus.
Wer es nicht geschafft hat zum Vortrag zu kommen, hat nun dank des Antifa Medienzentrum Dortmund die Möglichkeit, sich den Vortrag via Freie-Radios im Netz anzuhören bzw. zu downloaden. Den Podcast findet ihr hier.

In den vergangenen Tagen sendete das Dortmunder Campusradio eldoradio* mehrere Beiträge zum Thema extreme Rechte in Dortmund. Auch lokale AntifaschistInnen wurden in diesem Zusammenhang interviewt. Nachfolgend findet ihr hier die einzelnen Podcasts, jeweils mit der offiziellen Beschreibung.
Berichterstattung über Rechtsextremismus (26.01.2012)
[] (3.3 MB / 2:24 min)
Seit Wochen schon wird über die Zwickauer Terrorzelle berichtet, die für eine Mordeserie in Deutschland verantwortlich sein soll. Wie aber ist die Berichterstattung zum Thema Rechtsextremismus zu bewerten? Ein Kommentar.
Neonazis unter BVB-Fans? (25.1.2012)
[] (4.2 MB / 3:6 min)
Dortmund gilt als Zentrum der westdeutschen Neonazi-Szene. Für eldoradio* ist das ein Grund, die Dortmunder Zustände in verschiedenen Beiträgen mal genauer zu durchleuchten. Wie sieht es beispielsweise aus im Umfeld des BVB? Stehen die Nazis auch auf der Südtribüne?
Die Rechte Szene in Dortmund (24.1.2012)
[] (5.5 MB / 4:0 min)
Springerstiefel, Glatze, Bomberjacke – ganz klar: ein Neonazi. Er ist aggressiv, gewaltbereit und dumm, so das Klischee. Doch das stimmt längst nicht mehr: Die modernen Neonazis lassen sich nicht mehr leicht erkennen, ihre Anführer sind gut ausgebildet. Sie sitzen in der U-Bahn, stehen an der Supermarkt-Kasse vor uns und schlendern über den Campus. Dortmund ist die westliche Hochburg für Neonazis. Im zweiten Teil unserer Rechtsextremismus-Serie erfahrt ihr, wie viele Neonazis in Dortmund leben und was die rechte Szene hier ausmacht.
Opfer rechter Gewalt (23.1.2012)
[] (4.4 MB / 3:13 min)
Spätestens seit der Zwickauer Terrorzelle wird der Rechtsextremismus fast jeden Tag in den Nachrichten thematisiert. Aber oft gibt es auch Angriffe von rechtsextremistischen Gruppen, die es nicht in die Schlagzeilen schaffen und unbemerkt bleiben. Eine Ausstellung in der Petri-Kirche in Dortmund macht jetzt genau auf die

Sehr geehrte Damen und Herren,
dieser offene Brief richtet sich an die Verantwortlichen und Kooperationspartner_innen des Projektes „Dortmund den Dortmundern“.
Wie auch der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu entnehmen ist, soll in Dortmund ein mit Bundesmitteln gefördertes Projekt stattfinden, das sich den gleichberechtigten Dialog mit Protagonist_innen der Dortmunder Neonaziszene zum Ziel gesetzt hat.
Kreativworkshop mit Neonazi-Schlägern
Zu diesem Zweck möchte die multilateral academy ggmbh aus Dortmund, die als Trägerin für dieses Projekts verantwortlich zeichnet, 30 Neonazis – Kader wie Mitläufer – gegen 30 „demokratisch orientierte Jugendliche“ antreten lassen, um offen und fair über die Frage zu diskutieren, wem die Stadt Dortmund gehört und wie sich die Zukunftswünsche der Beteiligten für eben diese darstellen. Im Verlauf des Projekts sollen beide Gruppen ihre Sichtweise in künstlerischen Workshops verarbeiten. Ziel ist eine Gegenüberstellung der politischen Konzepte, so dass die nicht-rechten Jugendlichen in der konfrontativen Auseinandersetzung mit den Neonazis in ihrem demokratischen Weltbild gestärkt werden.

Am 28. März 2005 wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin ermordet, weil Thomas die rechten Sprüche des Naziskins nicht unkommentiert stehen lassen wollte. Kurz darauf demonstrierten mehr als 4.000 Antifaschist_innen in Dortmund gegen Neonazis. Dazu hatte ein breites Bündnis antifaschistischer Gruppen aufgerufen. Seither organisieren Dortmunder Antifaschist_innen jedes Jahr eine Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz, an der regelmäßig mehrere Hundert Personen teilnehmen. Der alljährliche Aufzug zum Monatswechsel vom März zum April ist weitläufig auch als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ oder kurz „Schmuddel“-Demo bekannt.
Im Zuge der Nachbereitung der jährlichen Demonstrationen und der Reflexion unserer Erinnerungspolitik, wurde zunehmend eine Diskrepanz zwischen unseren Ansprüchen und Zielvorstellungen auf der einen Seite und der praktischen Entwicklung und öffentlichen Wahrnehmung der Demo, auf der anderen Seite wahrnehmbar. Wir wollen deshalb im Folgenden begründen, weshalb wir die kommende Demo im März 2012 nicht mehr als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ verstanden wissen wollen.

Wie auch in den vergangenen Jahren ruft die Antifaschistische Jugend Dortmund anlässlich des internationalen Tages gegen Polizeibrutalität zu einer Demonstration unter dem Motto „Wir können auch anders!“ auf. Die Demonstration findet am Samstag, den 17.03., statt und startet um 17.30 Uhr vom Dortmunder Hauptbahnhof. Den vollständigen Aufruf der veranstaltenden Gruppe könnt ihr hier nachlesen.

Vom 11.01. bis 28.01.2012 ist in der Dortmunder Petrikirche die Ausstellung “Opfer rechter Gewalt” zu sehen. Zur Eröffnung findet am heutigen Dienstag, dem 10.01.2012, ein Vortrag mit dem Schwerpunktthema rechte Gewalt in Dortmund statt. Die Referent_innen sind im Dortmunder Antifa-Bündnisses organisiert. Eine weitere die Ausstellung begleitende Veranstaltung findet am 17. Januar im Dietrich-Keuning-Haus statt: “Kein 10. Opfer!”? – Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterror und die Rolle des Staates.
Gerade die aktuelle Debatte um die Morde des NSU zeigt einmal mehr, wie wichtig antifaschistische Aufklärung über rechte Strukturen und rechte Gewalt ist. Der heutige Vortrag setzt sich mit den Neonazistrukturen in Dortmund, den unterschiedlichen Formen rechter Gewalt und dem weitgehenden Versagen der Dortmunder Polizei und Justiz auseinander.
10.01.2012 | 18Uhr | Reinoldinum (Schwanenwall 34)

Der Antifaschistische Impuls Dortmund berichtet: Als die Stadt Dortmund am 16. Mai 2011 den Straßenstrich an der Ravensberger Straße schloss, ging ein als „Dortmunder Modell“ bekannter Kompromiss zwischen den Bedürfnissen von freischaffenden Prostituierten auf der einen und Anwohnern auf der anderen Seite zu Ende.
Mit einer Debatte, die von rassistischen Stereotypen gegen Roma geprägt war, erreichte eine Allianz aus Immobilienbesitzern, ortsansässigen Eltern und sich rechtspopulistisch profilierenden Politikern die Schließung des Straßenstrichs, der in ihrer Diktion zur Ursache allen Übels in der Nordstadt stilisiert wurde.

Offizielle Beschreibung: „Zu lasch gegen Rechts, zu hart gegen Links – so lautet ein häufiger Vorwurf gegen die Dortmunder Polizei. Die hat seit dem 1. Januar einen neuen Chef: Norbert Wesseler löst nach 19 Jahren Hans-Peter Schulze ab. Was will der Neue anders machen als sein Vorgänger, und wie will er mit der rechten Szene umgehen? “

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