Dortmunder Neonazi Matthias Deyda kauft Haus in Dorstfeld

Mit diesem Text möchten wir auf unsere Rechercheergebnisse auf einen Hauskauf durch Dortmunder Neonazis aufmerksam machen.

Der Dortmunder Stadtteil Dorstfeld ist als Wohnort etlicher Neonazis bekannt. Insbesondere in Häusern an der Thusneldastraße und der Emscherstraße sowie um den zentral gelegenen Wilhelmplatz herum haben viele von ihnen Wohnungen. Dies ist wohl einer der Gründe dafür, warum sie den Stadtteil immer wieder als Nazikiez betiteln. Doch nun kommt eine weitere Immobilie in Dorstfeld hinzu: Unsere Recherchen haben mit Sicherheit ergeben, dass der Neonazi Matthias Deyda ein Haus gekauft hat. Das Haus befindet sich an der Siepenmühle 15, eine kleine und ruhige Straße hinter einer Lärmschutzwand der Dorstfelder Allee. Vom S-Bahnhof Dortmund-Dorstfeld aus ist das Objekt in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Das Haus verfügt über mehrere Wohneinheiten, auf dem hinteren Teil des Grundstücks befindet sich noch ein kleinerer Anbau.

Der Käufer: Matthias Deyda

Der 25-jährige Deyda kann mittlerweile als Teil der Führungsriege der Dortmunder Neonazis angesehen werden. Seit rund sieben Jahren hält der aus Hamm Bockum-Hövel stammende Neonazi sich in Dortmund auf und wohnt derzeit in der Thusneldastraße 2. Regelmäßig tritt er auf rechten Demonstrationen als Redner auf, dieses Jahr auch auf dem neonazistischen Lukow-Marsch in Sofia (Bulgarien). Dort sprach er bereits 2014 und beteiligte sich danach an Angriffen auf Sinti und Roma sowie auf eine Moschee in der Stadt Plovdiv. Als Mitglied der Partei „Die Rechte“ kandidierte er zuletzt bei der Landtagswahl 2017 als Direktkandidat für die Bezirke Aplerbeck, Brackel und Scharnhorst. Daneben fiel er durch regelmäßige Kontakte zu Neonazis in Chemnitz auf. Warum ausgerechnet Matthias Deyda als Käufer des Hauses auftritt, kann momentan nicht eindeutig beantwortet werden. Es ist nur schwer vorstellbar, dass er als ausgebildeter Maler und Lackierer bisher ausreichend Vermögen für einen Hauskauf ansparen konnte. Es ist daher anzunehmen, dass andere Neonazis den Hauskauf mitfinanziert haben und Deyda lediglich auf dem Papier der Käufer ist.

Gründe für den Kauf

Der Kauf des Hauses wirft die Frage nach der Nutzung auf. Zum einem ist es denkbar, dass sich die Dortmunder Neonazis hier weitere Wohnmöglichkeiten schaffen wollen, um ihre Verankerung in Dorstfeld weiter zu stärken. Ebenso würde sich das Haus als Übernachtungsmöglichkeiten für auswärtige Neonazis bei Aufmärschen oder Rechtsrock-Konzerten in Dortmund anbieten. Bereits in der Vergangenheit reisten zu größeren Aufmärschen schon einen Tag vorher Neonazis aus anderen Regionen nach Dortmund. Daneben konnten Neonazis, die aufgrund von Problemen im Elternhaus oder einer Entlassung aus der Haft kurzfristig immer wieder Unterschlupf in den Wohnungen in der Thusnelda- und Emscherstraße finden. Denkbar wäre es also, dass das neue Haus auch für solche Fälle genutzt werden könnte.

Eine weitere Möglichkeit wäre auch die Nutzung als Treffpunkt. Denn ein „Nationales Zentrum“, wie es die Dortmunder Neonazis in der Vergangenheit immer wieder versucht hatten zu errichten, fehlt ihnen derzeit. So fungierte längere Zeit eine Immobilie an der Rheinischen Straße 135 als Veranstaltungsort für Vorträge und Partys sowie als Lagermöglichkeit. Nachdem wir im Sommer 2010 die Kaufabsicht des Hauses durch die Neonazis publik machten, kam ihnen die Stadt Dortmund auf öffentlichen Druck hin zuvor und kaufte das Haus. Wenige Zeit später kündigte sie den Neonazis, die nur im Mietverhältnis standen. Mittlerweile befindet sich in den Räumlichkeiten an der Rheinischen Straße ein städtisches Jugendzentrum.

Im November 2012 wurde dann bekannt, dass der Neonazi Dietrich Surmann ein Ladenlokal im Stadtteil Huckarde erworben hatte. Nach eigenen Informationen der Neonazis sollte dort eine Geschäftsstelle der Partei „Die Rechte“ entstehen. Nach anfänglich ambitionierten Renovierungsarbeiten mussten diese jedoch bald eingestellt werden, als herauskam, dass die offenbar mit wenig Statik-Kenntnissen ausgestatteten Neonazis eine tragende Wand herausgeschlagen hatten. Das Bauamt untersagte daraufhin jeglichen Zutritt zu dem Ladenlokal, sodass auch dieses Objekt nicht weiter genutzt werden konnte. Daher ist nicht auszuschließen, dass nun das neu gekaufte Haus an der Siepenmühle ähnliche Funktionen haben soll, um so wieder einen Treffpunkt aufbauen zu können.

Wie weiter?

Da das Haus bereits gekauft ist, kann eine Strategie wie im Fall der „Rheinischen Straße 135″ nicht mehr funktionieren. Wir haben uns dazu entschlossen, den Hauskauf öffentlich zu machen, um auf dessen Auswirkungen aufmerksam zu machen. Ein Immobilie dieser Größe ermöglicht den Dortmunder Neonazis Formen der Infrastruktur, die ihnen nach dem Verbot des „Nationalen Widerstands Dortmund“ im Jahre 2012 verloren gingen. Durch die ruhige Lage des Hauses wäre es den Neonazis zudem möglich, relativ ungestört Veranstaltungen abzuhalten. Zusammenfassend kann also konstatiert werden, dass ein neues Haus den Dortmunder Neonazis verschiedene Vorteile verschaffen wird. Wir werden die Entwicklungen daher weiterhin beobachten und dokumentieren. Ferner wäre zu prüfen, ob weitere Kaufabsichten von Immobilieneigentum durch Neoanazis – sowohl aus Dortmund als auch aus anderen Städten – vorliegen könnten, um so möglichst früh den Erwerb von weiteren Häusern aus den genannten Gründen verhindern zu können. Die Stadt Dortmund und Immobiliengesellschaften wären weiterhin gut damit beraten, sich mit dem Personal der hiesigen Neoanzi-Szene zu beschäftigen, um weiteren Raumgewinnen der Neonazis auch präventiv begegnen zu können.

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