Neonazis kündigen erneut Kundgebung gegen Flüchtlingsunterkunft an

Bereits am vergangenen Montag haben die Neonazis der Partei „Die Rechte“ eine Kundgebung gegen eine geplante Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Wickede abgehalten, nun wollen sie dies am kommenden Montag (9. März) in Dortmund-Derne wiederholen.

Nachdem die Dortmunder Neonazis in der Vergangenheit die Montagabende dazu genutzt haben, bei den Düsseldorfer und Duisburger „PEGIDA“-Ablegern mitzulaufen, scheinen sie nun diesen Tag für rassistische Mobilisierungen gegen (geplante) Flüchtlingsunterkünfte in Dortmund zu nutzen. Dies passt in das derzeitige Konzept der Partei. Auf verschiedenen Informationsveranstaltungen zu den Unterkünften kam es immer wieder zu Pöbeleien durch Dortmunder Neonazis. Allerdings bewiesen sie auch mit einen Fackelmarsch vor einer Unterkunft in Dortmund-Eving sowie dem Eindringen in eine sich zurzeit im Aufbau befindende Unterkunft in Dortmund-Wickede, dass es nicht nur bei Verbalattacken bleibt.

Auch wenn diese Vorkommnisse Ausdruck der rassistischen Ideologie der Dortmunder Neonazis sind, sollte nicht übersehen werden, dass sie in den verschiedenen Vororten Dortmunds zum Teil auf eine größere Anzahl von SympathisanInnen zurückgreifen können. Denn nicht nur Neonazis fielen bei den diversen BürgerInnen-Versammlungen durch rassistische Statements auf, sondern auch AnwohnerInnen. Wenn man einen Blick auf bestehende – zwar von Neonazis initierte – Facebookseiten „gegen Asylheime“ wirft, findet man dort überwiegend einen tobenden Mob aus rechtsaffinen Jugendlichen und sonstigen Rassist_innen vor. Diese Personen sind keine organisierten Neonazis, aber stellen dennoch ansprechbares Potenzial für diese dar.

Es wäre daher falsch, die rassistische Agitation nur den Neonazis vorzuwerfen. Zum Gegenstand der (praktischen) Kritk sollten ebenso diejenigen werden, die es nicht ertragen können, wenn Menschen in ihre Nachbarschaft ziehen, die sie als „Fremde“ erachten. In den oft unansehnlichen Stadtteilen gibt es nicht mehr viel zu lachen, weder im ökonomischen noch im zwischenmenschlichen Zusammenhang. Man findet allein im Hass zusammen, gegen die, denen es noch schlechter geht. Die NachbarInnen leben in der Sicherheit der auf den ersten Blick identifizierbaren Staatszugehörigkeit. Dabei geht es weniger um den konkreten Pass, sondern um Eigenschaften wie Weißsein, Sprache und Habitus. Wer abweicht, ist anders und ergo nicht Teil der Dorfgemeinschaft. Es ist eigentlich niemanden nach einer Flucht zuzumuten, in diese Stadtteile ziehen zu müssen und nicht nur deswegen verdienen die Geflüchteten unsere Solidarität.

Am kommenden Montag bietet sich hierfür in Dortmund-Derne eine Möglichkeit. Das Bündnis „Blockado“ hat gegen die Nazikundgebung Proteste angekündigt. Alle Informationen dazu gibt es hier.

Meldung verbreiten:
  • Facebook
  • MySpace
  • Twitter
  • Identi.ca
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • PDF
  • email
  • Google Bookmarks
  • RSS