Archiv für September 2014

Solidarität mit den Betroffenen von Repression!

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Am 23. August wollten Dortmunder Neonazis, der Partei „Die Rechte“, eine Kundgebung gegen das Verbot ihrer Kameradschaft „Nationaler Widerstand Dortmund“ abhalten. Der Ort der Kundgebung, die Katharinenstraße als zentrale Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt, wurde von mehreren Hundert Antifaschist_innen blockiert, die dem Aufruf des BlockaDO-Bündnis gefolgt waren, die Straße zu besetzen. Auch Besucher_innen des zeitgleich stattfindenden Christopher Street Day demonstrierten gegen den Aufmarsch. Den Neonazis blieb angesichts der Blockaden nichts übrig, als ihre Kundgebung – eingezwängt abseits der Katharinenstraße zwischen einem Cafe und einer Baustelle und umringt von Gegendemonstrant_innen – nach weniger als einer Stunde zu beenden. Dieser Auftritt der Dortmunder Neonazis war ein weiterer Reinfall für die Szene, welcher durch antifaschistischen Protest erreicht wurde.

Statt nach der Beendigung der missglückten Kundgebung abzuziehen, fuhren die Neonazis anschließend in die Nordstadt. Hier hatten sie bereits in der Nacht auf Samstag eine Kundgebung gegen die Besetzung einer ehemaligen Kirche angemeldet. Die Kirche war am Freitagabend besetzt worden, um ein Soziales Zentrum für das Viertel aufzubauen.
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Zum Diskurs um die Umbenennung von Straßennamen.

Wegweiser in die Vergangenheit – Fragwürdige Straßennamen in Dortmund Derzeit scheint es, als würde in Dortmund, angestoßen durch das hiesige Stadtarchiv, eine neue Debatte über Sinn und Unsinn bei der Umbenenung von Straßennamen entflammen. Konkret geht es um folgende Straßen: Carl-Duisberg-Straße, Castellestraße, Wagenfeldstraße, Stehrstraße, Speestraße, Nettelbeckstraße, Lenardstraße. Bei den Namensgebern handelt es sich ausnahmslos um überzeugte Nationalisten, Beteiligte an der Shoah oder Kolonialisten, die im NS ein hohes Ansehen genoßen.

Als Gruppe äußerten wir uns bereits 2011 kritisch über solche Straßennamen in Dortmund. Die dazugehörige Broschüre kann hier herunterladen werden. Des Weiteren wurde auf Demonstrationen, welche durch die entsprechenden Straßen führten, immer wieder auf die Bedeutung der Namen hingewiesen. Ebenso kam es auch zu Aktionen, bei denen die Straßen symbolisch umbenannt und die Schilder mit den Namen von Opfern rechter Gewalt überklebt wurden.

So wollen wir uns auch jetzt wieder in die Diskusion einbringen und das Stadtarchiv in Dortmund in seiner Forderung unterstützen. Die Tatsache, dass allein fünf dieser sechs Strassennamen nach 1945 benannt wurden, spricht gegen den vermeintlichen „Aufarbeitungsweltmeister“ Deutschland. Es ist auch bezeichnend, die Diskussion weniger über die Ursachen der Namensgebung als über die administrative Herausforderung einer Umbennung geführt wird. Genau hierauf stützt sich die Argumentation von Stadtverwaltung und AnwohnerInnen.
Von einer angemessenen Auseinandersetzung mit der deutschen Historie zeugt dies nicht, viel mehr von einer Vermeidungsstrategie. Wir sprechen uns daher für eine Diskussion und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema aus.

Zwar sind die Straßennamen auch ein Symbol für die deutsche Geschichte und Zeichen für die mangelhafte Aufarbeitung, gerade in der Zeit kurz nach dem Nationalsozialismus. Vor allem aber st eine öffentliche Ehrungung von NS-TäterInnen ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer. Wir plädieren daher für eine Umbennung aller genannten Straßen.

Veranstaltung zum 3. Oktober in Hannover

Wann: 25.02.2104 | 20:00 Uhr
Wo: Nordpol (Münsterstraße 99, 44145 Dortmund)

Im Rahmen der diesejährigen Mobilisierung gegen die Einheitsfeierlichkeiten in Hannover organiseren wir zusammen mit dem 3oct-Bündnis einen Vortrag der das Thema „Deutsche Einheit“ und das dazu gehörende Rahmenprogramm ein wenig durchleuchtet und euch erklärt warum es am 3. Oktober so wichtig ist, gegen Deutschland und seine Fans auf die Straße zu gehen und das Abgefeiere der Nation nicht unkommentiert zu lassen.

Aus dem Ankündigungstext:

>> Am dritten Oktober diesen Jahres ist Hannover Gastgeber des Spektakels rund um die Einheitsfeier. Gefeiert wird an diesem Datum ganz unspektakulär der Stichtag der formellen Übernahme der DDR durch die BRD. In Hannover wird sich der Deutsche Staat anlässlich dieses Tages in Szene setzen und seine Politik würdigen lassen, ohne die nationalistisch aufgeladene feucht-fröhliche Stimmung der Fußballfanmeilen. So oder so – kein Grund zum Feiern. Denn diese Ordnung, die mit der Politik des deutschen Staates gesichert wird, bedeutet immer auch: Armut, Ausgrenzung und Leistungszwang. Verschiedenste linke Gruppen organisieren daher gegen dieses Feiern der Nation ein breites Gegenprogramm vom 2. bis zum 4. Oktober. Warum sie das machen und was genau euch erwartet soll Inhalt dieser Veranstaltung sein. < <

mehr Infos dazu findet ihr auch auf http://oct3.net.