PM: Neonazis planen Rechtsrockkonzert

Neonazis planen Rechtsrockkonzert

Der Dortmunder Kreisverband der neonazistischen Partei „Die Rechte“ plant für den 16. November 2013 ein Rechtsrock-Konzert im Raum Dortmund und bewirbt dieses seit einiger Zeit in sozialen Netzwerken.

Das Konzert wird dabei als „Wahlkampfauftakt“ für die kommenden Kommunal- und Europawahlen deklariert. Zudem soll mit der Veranstaltung der 60. Geburtstag des stadtbekannten Neonazis und Hooligans Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt gefeiert werden. Borchardt fungiert als Vorsitzender des Dortmunder Kreisverbandes.

Kerstin Wiedemann, Pressesprecherin der Antifaschistischen Union Dortmund, erklärt dazu: „Rechtsrock-Konzerte haben nach wie vor eine große Anziehungskraft auf die Szene. Es ist damit zu rechnen, dass mehrere Hundert Besucher aus dem ganzen Bundesgebiet anreisen werden.“ Die Bewerbung als offizielle Wahlkampfveranstaltung macht den Neonazis einen störungsfreien Ablauf des Konzertes einfacher. Erst im Juli dieses Jahres hatte die Polizei ein von der Dortmunder Neonazi-Szene organisiertes Konzert in Herne aufgelöst, da der Verdacht bestand, dass es sich hierbei um eine Solidaritätsveranstaltung für den verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ (NWDO) handelte. Aktivisten des NWDO gründeten nach dem Verbot ihrer Kameradschaft den NRW-Landesverband von „Die Rechte“.

Der Parteistatus sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich bei den Veranstaltern und Besuchern um zum Teil militante Neonazis handelt, von denen ein hohes Gewaltpotenzial ausgeht. Der Deckmantel einer Parteiveranstaltung soll dazu dienen, um ungestört von Polizei und Antifaschisten zu Rechtsrock-Musik feiern zu können“, sagt Wiedemann.
Dennoch wird das Konzert konspirativ organisiert, als Veranstaltungsort wurde nur „Ruhrpott“ angegeben. Am Tag selber werden, wie bei ähnlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit auch, die Besucher vermutlich über mehrere Schleusungspunkte zum Konzert gelotst.

Die auftretenden Bands sind zum Teil bekannte Szene-Größen: Neben den Rechtsrock-Gruppen „Sachsonia“ (Dresden), „Words of Anger“ (Holstein/Hamm) und „Klänge des Bluts“ (Brandenburg), tritt mit der „Lunikoffverschwörung“ eine der wohl bekanntesten Rechtsrock-Bands auf. Sänger der Band ist Michael Regener, alias „Lunikoff“, dessen ehemalige Band „Landser“ aufgrund volksverhetzender Texte vom Bundesverfassungsgericht als kriminelle Vereinigung eingestuft und verboten wurde. Regener verbüßte zudem aufgrund diverser Propagandadelikte eine Haftstrafe.

Kerstin Wiedemann dazu: „Es kann nicht sein, dass in Dortmund ein konspirativ organisiertes Rechtsrock-Konzert mit Hunderten Neonazis unter dem Label einer Wahlkampfveranstaltung stattfindet. Es ist offensichtlich, dass das Verbot des „NWDO“ kaum etwas bewirkt hat, wenn solche Veranstaltungen weiterhin organisiert werden können.

Wiedemann ruft daher Vermieter von Veranstaltungstechnik und entsprechenden Räumen zu besonderer Vorsicht auf. „Im Vorfeld von Rechtsrock-Konzerten versuchen Neonazis immer wieder unter falschen Vorwänden an Equipment und Räumlichkeiten zu kommen. Prüfen Sie daher genau, wer für Mitte November einen Vertrag bei Ihnen unterschrieben hat, um zu verhindern, dass das Nazi-Konzert stattfinden kann!

Weiterhin appelliert Wiedemann an die Stadt und Polizei ein mögliches Verbot des Konzertes zu prüfen: „Es ist offensichtlich, dass es sich bei den Organisatoren um ehemalige Mitglieder des verbotenen „NWDO“ handelt. Es es ist zudem davon auszugehen, dass es auf dem Konzert zu Aussagen mit volksverhetzenden Inhalt und dem Zeigen verfassungswidriger Symbole kommen wird, dies ist bei Rechtsrock-Konzerten die Regel. Zudem ist mit einem hohem Gefährdungspotenzial für Migranten und Antifaschisten zu rechnen, wenn sich Hunderte Nazis in der Stadt befinden.

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