Morgen in der Frühe: Nazi-Kundgebung vor dem italienischen Konsulat

Für den morgigen Montag, den 29. Juli, haben Dortmunder Neonazis der Partei „Die Rechte“ eine Versammlung in der östlichen Innenstadt angemeldet. Unter dem Motto „Freiheit für Erich Priebke“ soll ab 9:00 Uhr eine stationäre Kundgebung vor dem italienischen Konsulat in der Goebenstraße stattfinden.

Der ehemalige Hauptsturmführer der Waffen-SS wurde wegen seiner Beteiligung an der Hinrichtung von 335 italienischen ZivilistInnen auf einem Gelände im Süden Roms im März 1944 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Aufgrund seines hohen Alters wurde diese jedoch in „Hausarrest“ umgewandelt, wobei die Arrestbedingungen sehr locker sind. Erst vor wenigen Tagen noch veröffentlichte eine italienische Zeitung in ihrer Online-Ausgabe ein Video, das Priebke mit einer Begleiterin und zwei Bodyguards bei einem Spaziergang durch Rom zeigt.

Anlässlich des 100. Geburtstages des NS-Kriegsverbrechers wollen sich die örtlichen Neonazis nun mit Priebke öffentlich solidarisieren und gegen seine „Inhaftierung“ protestieren. Erst Anfang des Monats demonstrierte eine dreiköpfige Delegation der Partei „Die Rechte“, darunter mit Matthias Deyda und Daniel Grebe auch zwei Dortmunder Neonazis, bei der Sitzung des Bundeswahlausschusses ihre Sympathie für den verurteilten Massenmörder, als sie T-Shirts trug, die „Freiheit für Erich Priebke“ forderten.

Dass die Kundgebung bisher nur intern beworben wird, lässt sich wohl daraus erklären, dass die Neonazis ungestört bleiben wollen und die zu erwartende geringe Teilnehmerzahl bei einer öffentlichen Mobilisierung nur schwer als Erfolg verkauft werden könnte.

Über angemeldete Gegenaktivitäten liegen uns derzeit keine Informationen vor. Den geplanten Kundgebungsort erreicht man am besten über die U-Bahnhaltestelle Lippestraße. Von da aus sind es nur zwei Minuten zu Fuß bis zum italienischen Konsulat.

Um 10:30 Uhr wird am Landgericht Dortmund der Prozess gegen mehrere Mitglieder der „Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld“ wegen des Angriffs auf die Kneipe „Hirsch-Q“ im Dezember 2010 fortgesetzt. Die Neonazis werden voraussichtlich im Anschluss an ihre Kundgebung wieder den Verlauf der Hauptverhandlung verfolgen. Das Landgericht ist vom Konsulat fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen.

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