Archiv für Februar 2013

Paul P. beim Arbeitgeber geoutet

Laut einem indymedia-Bericht haben Unbekannte den Neonazi Paul P. bei seinem Arbeitgeber geoutet. Anfang Januar wurde bereits die Nachbarschaft des gewalttätigen Dortmunder Neonazis über dessen Aktivitäten informiert. Der 28-Jährige arbeitet in Vollzeit als Personaldisponent bei der Dortmunder Niederlassung der McDo-It GmbH, einer Vermittlungsagentur für LeiharbeiterInnen.

Auf indymedia wird zur Aktion erklärt: „Wir halten es für wichtig über Pauls Angestelltenverhältnis als Kundenbetreuer zu informieren, weil wir es für gefährlich halten, dass ein überzeugter und aktiver Neonazi Zugriff auf persönliche Daten von Kund*innen hat. Es wäre nicht das erste Mal, dass Neonazis so an die Adressen und Rufnummern von politischen Gegner*innen kommen.

Antifa-Gruppen aus NRW veröffentlichen Reader zur Nazi-Partei Die Rechte

Antifaschistische Gruppen aus Nordrhein-Westfalen (darunter auch wir) veröffentlichten heute einen kleinen Reader zur Nazi-Partei Die Rechte. Die Broschüre gibt einen Überblick über die Strukturen und Entwicklungen der hierzulande bisher bestehenden Kreis- und Berzirksverbände. Die Gruppen kommen zu dem Fazit: „Unter dem Deckmantel von ‚Die Rechte‘ versucht die Neonazi-Szene den ­­Verboten zu trotzen. Die Re-Organisierung geht zügig voran, besonders in Dortmund. Die Szene der Ruhrgebiets-Stadt behält ihre dominante Stellung bei. Antifaschist*innen sollten im Kampf gegen die Neonazi-Strukturen nicht nachlassen. Die staatliche Verbotspolitik hat die Neonazis nicht gestoppt, sie dient der Beruhigung der kritischen Öffentlichkeit und der PR-Arbeit für die ‚Sicherheitsbehörden‘.

Die Broschüre findet ihr hier als Text durchlesen oder als gelayoutete Broschüre.

„Rassismus wird bestraft“

Wie der Lokalpresse [1, 2] zu entnehmen ist, wurde in der Nacht zu Mittwoch die Zentrale Anlauf- und Beratungsstelle für wohnungslose Menschen (betrieben vom Diakonischen Werk) zum Ziel eines Anschlags. Unbekannte sprühten die Parole „Rassismus wird bestraft“ an die Fassade des benachbarten Gebäudes der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund, dem Verband der Evangelischen Kirchengemeinden und -kreise in Dortmund und Lünen. Polizisten entdeckten auch Kanister mit Salz- und Schwefelsäure am Tatort. Mit ihnen sollte wohl weiterer Schaden angerichtet werden, heißt es.

Die Beratungsstelle ist aufgrund eines ARD-Berichts in die Kritik geraten, weil Menschen aus Bulgarien und Rumänien dort pauschal abgewiesen werden. In dem Beitrag „Elend zweiter Klasse – Wie deutsche Kommunen osteuropäische Obdachlose im Stich lassen“ der Sendung Monitor vom 24. Januar heißt es:

[…] Von den anderen hat er gehört, dass die Diakonie Bulgaren und Rumänen wegscheucht. Das können wir uns nicht vorstellen. Wir begleiten ihn mit versteckter Kamera.
Mann: „Von welche Land sind Sie?“
Ercan: „Bulgarien.“
Mann: „Bulgaren dürfen hier nicht duschen. Aber das wissen die genau. Aber sie kommen immer wieder. Und ich muss immer wieder diesen Zettel hier zeigen. Können sie das lesen? Das ist ihre Sprache. Also nix duschen!“
Reporter: „Nix duschen. Also, Bulgaren und Rumänen dürfen hier nicht duschen. Alle anderen schon?“
Mann: „Ja.“ […]

Die Polizei vermutet „Linksextreme“ hinter dem Anschlag. Bisher bekannte sich allerdings niemand zu dieser Aktion.

Neonazis schlugen BVB-Fanbetreuer nieder

Wie die Ruhr Nachrichten aktuell berichten, haben offenbar Neonazis beim Champions League-Auswärtsspiel am vergangenen Mittwoch in Donezk (Ukraine) gleich zwei Mitarbeiter des Dortmunder Fanprojekts tätlich angegriffen. Drei BVB-Fans waren bereits vor dem Stadion in Donezk durch rechte Äußerungen aufgefallen. Als ein Fanbetreuer auf die Männer zuging, schlug einer der Nazis ihm ins Gesicht. Ukrainische Ordner kamen dem Fanbetreuer zu Hilfe. Im Stadion griffen später zwei der Männer einen weiteren Mitarbeiter auf der Toilette an, schlugen ihm in den Rücken und ins Gesicht. Tritte folgten, außerdem versuchte einer der Nazis den Kopf des Opfers gegen die Wand zu schlagen.

Die beiden Fanbetreuer erstatten – wieder in Dortmund angekommen – Anzeige. Die Täter sind bereits identifiziert. Der BVB sprach umgehend Stadionverbote gegen die drei mutmaßlichen Täter aus. Außerdem soll einer der Rechten, der BVB-Mitglied ist, aus dem Verein ausgeschlossen werden.