Jan K. auch weiterhin ohne Führerschein

Die Stadt Dortmund hatte dem 20-jährigen Jan K. den Führerschein entzogen, „da aufgrund des von ihm ausgehenden hohen Aggressionspotenzials nicht zu erwarten sei, dass er sich im Straßenverkehr hinreichend angepasst und an den Regeln orientiert verhalte“. Dieser legte dagegen Rechtsmittel ein – vergebens: Gestern wurde bekannt, dass das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen eine Anordnung der zuständigen Verkehrsbehörde gegen das junge Mitglied der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld bestätigte. Die Richter sind der Überzeugung, dass eine Fahrerlaubnis nach Straftaten auch dann entzogen werden kann, wenn der Inhaber bislang nicht negativ im Straßenverkehr aufgefallen ist.

Das Vorstrafenregister des 20-jährigen Jan K. umfasst zahlreiche Verurteilungen nach dem Jugendstrafrecht wegen (gefährlicher) Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in mehreren Fällen sowie Beleidigung. Wegen seines hohen Aggressionspotenzials sei in seinem Fall deshalb auch ohne ein medizinisch-psychologisches Gutachten von einer fehlenden charakterlichen Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr auszugehen.

Mögliche Folgen wie wirtschaftliche und berufliche Schwierigkeiten habe der 20-jährige Neonazi hinzunehmen, weil das Interesse am Schutz von Leib, Leben und Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer eindeutig überwiege, führte das Gericht aus. Derzeit steht Jan K. zusammen mit seinem Bruder, dem Mörder Sven K. und zwei weiteren Mitglieder der Skinhead-Front vor Gericht, u. a. deshalb, weil sie im November 2011 auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt zwei türkischstämmige Jugendliche angegriffen haben.

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