Archiv für August 2012

Bochum: Neonazi Frank A. geoutet

In Bochum-Riemke haben AntifaschistInnen heute Mittag offenbar den Neonazi Frank A. in seiner unmittelbaren Nachbarschaft geoutet. A. ist ein einschlägig vorbestrafter Neonazi, der dem aktiveren Kreis des kürzlich verbotenen Nationalen Widerstands Dortmund (NWDO) zugerechnet werden kann.

Der 43-jährige A. ist schon seit den 1980er Jahren in der Neonaziszene aktiv. Damals noch in den Strukturen der auch in Dortmund sehr aktiven Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP). Darüber hinaus ist er bis heute ein enger Weggefährte von Siegfried Borchardt. Im Jahr 1988 ist er unter anderem wegen einem Brandanschlag auf eine von TamilInnen bewohnte Flüchtlingsunterkunft in Witten-Annen zu zwei Jahren und sechs Monaten Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Während seiner Haftzeit wurde darüber hinaus von der mittlerweile verbotenen extrem rechten Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige betreut und unterstützt.

(mehr…)

Kurzmeldungen zum Antikriegstag

Die Dortmunder Polizei hat heute das Verbot des Naziaufmarsches am 1. September sowie des RechtsRock-Konzertes am Vorabend bekanntgegeben. Das Verbot wurde vom Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen und vom Oberverwaltungsgericht in Münster bestätigt. Die Neonazis ziehen nun weiter zum Bundesverfassungsgericht, um das Verbot zu kippen. Eine Entscheidung fällt – wie jedes Jahr – erst kurz vor dem Aufmarsch.

Das alerta!-Bündnis ruft (trotzdem) weiter zu einer Demonstration am kommenden Freitag, die von Bochum-Langendreer nach Dortmund-Lütgendortmund gehen soll, auf! Die Route wurde allerdings von Seiten der Polizei stark verkürzt. Das Aktions-Konzept des Bündnisses findet sich hier.

Das bundesweite Antifa-Camp hat im Exil im AZ Mülheim gestartet, nachdem die Stadt Dortmund das Camp im Tremoniapark verboten hatte. Das Camp erklärt: „Für Schlafplätze ist das AZ Mülheim der Anlaufpunkt, solange es noch keinen Camport gibt. Es besteht die Möglichkeit Gepäck unterzubringen und sich an der VoKü zu stärken. Die Veranstaltungen werden weiterhin in Dortmund stattfinden!“

DO-Lütgendortmund: Dennis Giemsch geoutet

Wie der linken Medienplattform linksunten.indymedia.org und der Dortmunder Polizeipresse zu entnehmen ist, wurde in den Morgenstunden mit Dennis Giemsch ein führender Aktivist der Dortmunder Neonaziszene in seiner Nachbarschaft geoutet. Giemsch hat sich aus dem Zentrum Dorstfelds, also aus jedem Stadtteil, in dem zahlreiche seiner „Kameraden“ nach wie vor wohnen, mit seiner Familie nach Lütgendortmund zurückgezogen. In dem Flugblatt heißt es über seine Person: „Er ist ein bundesweit aktiver Neonazikader, der brutal und gewaltbereit ist unnd sein Leben und Schaffen der militanten Neonaziszene gewidmet hat. […] Er ist auch für die immer wieder stattfindenden Nazi-Demonstrationen in Dortmund verantwortlich und tritt persönlich auf Kundgebungen als Redner auf.

Laut der Dortmunder Polizei hätten sich rund 15 Personen vor seinem Haus versammelt, Flugblätter verteilt und mit einem Megaphon antifaschistische Parolen gerufen. Verantwortlich für die Aktion zeichnet die Antifaschistische Initiative Lütgendortmund.

„Nationaler Widerstand Dortmund“ verboten

Stand: 09:00 Uhr:
Seit heute Morgen um 6 Uhr setzen rund 900 Beamte auf Erlass von Innenminister Ralf Jäger ein Vereinsverbot gegen die drei führenden Neonazi-Gruppierungen in NRW – Nationaler Widerstand Dortmund, Kameradschaft Hamm und Kameradschaft Aachener Land – durch. Derzeit werden allein in Dortmund 93 Wohnungen und Vereinsheime (gemeint ist das „Nationale Zentrum“ an der Rheinischen Straße 135) von 600 Beamten durchsucht. Im Raum Aaachen durchsuchen derweil mehrere Hundert Einsatzkräfte fast 50 Objekte der Neonazis. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmt die Polizei Vermögen, zieht Besitz ein und verbietet das Tragen der Vereinssymbole.

Welche Auswirkungen das Vereinsverbot auf den anstehenden Aufmarsch zum Weltfriedenstag hat, bleibt abzuwarten. Man kann davon ausgehen, dass Neonazis in den nächsten Stunden mehrere Spontandemonstrationen veranstalten werden.

Stand: 12:00 Uhr:
+++ Nach Polizei-Angaben wurden weitere Wohnungen in anderen Städten Westfalens durchsucht. Dazu zählen Bochum, Lünen, Essen, Unna, Schwerte, Herdecke, Gelsenkirchen, Hamm, Münster und Bielefeld. +++ Ebenso wurde der „Kameradschaftswagen“ der Dortmunder Neonazis beschlagnahmt +++ Neonazis versammelten sich kurz darauf mit 15-20 Personen auf dem Wilhelmplatz und wollten eine Versammlung abhalten +++ Fotos aus dem „Nationalen Zentrum“ gibt es hier +++

Presse:
23.08.12 – Razzia bei Rechtsextremen in NRW – Polizei findet Waffen (WAZ)
23.08.12 – Dortmunder Neonazi-Gruppe verboten (RN)
23.08.12 – Polizei durchsucht 120 Gebäude der rechten Szene (SPON)

Rassistischer Angriff am Dortmunder HBF

Eine 20-jährige Detmolderin ist nach Polizeiangaben von einem vermutlich neonazistischen Paar verletzt worden. Die beiden Unbekannten – ein Mann und eine Frau – hatten die 20-Jährige in der Nacht zum Sonntag in einem Schnellrestaurant am Dortmunder Bahnhof angegriffen. Die Täterin schlug die 20-Jährige zu Boden trat auf sie ein. Erst als eine Freundin des Opfers eingriff, flüchtete die Schlägerin mit ihrem Begleiter. Die 20-Jährige erlitt Prellungen und verlor einen Zahn. Da die Betroffene schwarz ist und die TäterInnen Kleidung aus der rechten Szene trugen, scheint eine rassistische Tatmotivation naheliegend.

Presse:
06.08.12 – Rechtsextreme greifen schwarze Frau an (RN)
06.08.12 – Frau durch Schläge im Schnellrestaurant verletzt (Bundespolizei)