Archiv für Mai 2012

Rechte „Borussenfront“ feiert Jubiläum in Innenstadt-Diskothek

Pressemitteilung des Dortmunder Antifa-Bündnisses
vom 14.05.2012

Wie aus Neonazi-Szenekreisen bekannt wurde will die rechte Dortmunder Hooligangruppierung „Borussenfront“ am 16. Mai 2012 ihr 30-jähriges Bestehen feiern. Brisanterweise soll dies nicht an irgendeinem abgelegenen Ort, sondern in einer Diskothek mitten in der Dortmunder Innenstadt stattfinden.

Die „Borussenfront“ war in den 1980er Jahren eine der bekanntesten Hooligangruppierungen. Ihre Mitglieder prügelten sich nicht nur an Spieltagen mit gegnerischen Fans, sondern gingen auch außerhalb des Stadions auf MigrantInnen los. Auch optisch bezog man deutlich Stellung: die Dortmunder Hooligans benutzten dabei auch immer wieder NS-Symbole wie Runenschrift oder den SS-Totenkopf, etwa auf ihren Zaunfahnen oder T-Shirts. Dass dabei nicht nur ein Wille zur Provokation, sondern auch eine durchaus ernstgemeinte politische Einstellung zum Ausdruck kam, lässt sich am besten an der Person Siegfried Roland Borchardt zeigen: „SS-Siggi“ war Mitbegründer der neonazistischen „Kameradschaft Dortmund“ und fungierte früher in der Dortmunder Neonaziszene als Anmelder von zahlreichen Aufmärschen. Er war lange Zeit einer der führenden Köpfe der „Borussenfront“, die ihrerseits wiederum bis in die 90er Jahre hinein das Sagen auf der Dortmunder Südtribüne hatte. Doch spätestens seit ihrer großen “Jubiläumsfeier” zum 20-jährigen Bestehen war es merklich still um die Truppe geworden. Nachdem Ostern 2002 die Feier in Dortmund untersagt wurde, verlegte man die Veranstaltung auf einen Acker bei Kirtorf (Hessen) und reiste spontan mit den 150 Gästen zu dem Konzert der extrem rechten Bremer Band “Kategorie C”. Dort feierte man sich dann schließlich mit bis zu 600 Personen unter der Parole “SS, SA, Borussia” selbst.

(mehr…)

Weihnachtsmarktüberfall: Prozess gegen „Skinhead-Front“ beginnt

Am kommenden Dienstag beginnt vor dem Landgericht Dortmund der Prozess gegen vier Neonazis, denen ein brutaler Überfall auf zwei Jugendliche am Rande des Weihnachtsmarktes vorgeworfen wird. Darauf weist Back Up, die Dortmunder Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt, hin. Sie betreut seit der Tat die beiden Geschädigten.

Erst hetzten die Neonazis ihre Opfer, zwei türkischstämmige Jugendliche, über den Dortmunder Weihnachtsmarkt, schlugen diese dann nieder, und als die beiden schließlich am Boden lagen, traten sie zu, zertrümmerten eine Bierflasche auf dem Kopf eines der dann blutüberströmten jungen Männer, und jagten sie weiter durch die Stadt. Zeugen der Tat im vergangenen November wurden von den gewalttätigen Rechten anschließend antisemitisch beleidigt und massiv bedroht.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hatte Ende Januar dieses Jahres gegen die vier Neonazis im Alter von 19 bis 25 Jahren, die der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld zugerechnet werden, Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung erhoben.


Prozessbeginn: Dienstag, den 15. Mai, am Landgericht Dortmund
Erdgeschoss, Sitzungssaal 24

Mehr Infos:
Anklagen gegen vier Neonazis erhoben
Sat1-NRW-Bericht: Opfer von Neonazi-Gewalt
WDR: Dortmunder Neonazi schlug wieder zu
Rechter Mörder Sven Kahlin wieder in Haft
Neonazis griffen zwei Jugendliche an

Hausdurchsuchung bei Neonazi

Heute ließ der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger die 1998 gegründete Kölner Neonazi-Gruppe Kameradschaft Walter Spangenberg verbieten. Daraufhin wurden am heutigen Morgen mehrere Wohnungen im Raum Köln/Bonn durchsucht worden. Auch im Ruhrgebiet gab es eine Razzia.

Nach Informationen der RuhrNachrichten war davon auch eine Wohnung im Dortmunder Osten betroffen. Beamte des federführenden Polizeipräsidiums Köln durchsuchten die Wohnung und stellten das Vereinsverbot zu. Ein Polizei-Sprecher erklärte, man habe in Dortmund keine relevanten Beweismittel gefunden.

NPD-Stand in Dortmund-Hombruch: Kläglicher Wahlkampfversuch

Am 04. Mai versuchte die NPD im Dortmunder Stadtteil Hombruch um Stimmen bei der kommenden Landtagswahl zu werben. Wie an den Tagen davor – unter anderem in Düsseldorf und Bielefeld – bauten die 16 Neonazis einen Stand auf, zeigten Transparente und versuchten Reden zu halten und Jingles vom Band abzuspielen.

Dabei wurden sie jedoch von etwa 30 Antifaschist_innen und Anwohner_innen gestört. Lautstark wurden die Rechten mit antifaschistischen Parolen übertönt. Auch für die Flyer der Nazis interessierte sich in Hombruch kaum jemand.

Auch wenn neben dem Essener NPDler Marcel Haliti extra der Parteivorsitzende Holger Apfel aus Sachsen angekarrt wurde – eine erfolgreiche Wahlkampfaktion sieht anders aus.

NPD-Stand in Dortmund-Hombruch

200 Menschen gegen Pro NRW auf der Straße

Etwa 200 Menschen störten am gestrigen Donnerstag, den 03. Mai, eine Wahlkampfkundgebung von Pro NRW. Die sog. „Bürgerbewegung“ mit dem rassistischen Programm tourt seit Ende letzter Woche durch NRW, um ihre Hetze gegen Muslime vor Moscheen im ganzen Land zum Besten zu geben.

(mehr…)