Vortrag + Buchvorstellung kommende Woche

Antifa-Demo gegen rechte Gewalt am 31.03. in DortmundIn der kommenden Woche Veranstalten wir u.A. zusammen mit dem „Bahnhof Langendreer“ & „der_Notstand“, eine Buchvorstellung in Bochum und einen Vortrag in Dortmund.

20. März, Dortmund:
„Mit Bomberjacke und Glatze. “Die Skinhead-Front Dortmund–Dorstfeld”

Am Dienstag, den 20. März 2012, findet im Rahmen der Mobilisierung zur Antifa-Demo am 31.03. und der antifaschistischen und gesellschaftskritischen Vortragsreihe „WAS GEHT MICH DAS AN!?“ die nächste Veranstaltung statt.
Der Vortrag beginnt wie gewohnt um 19:30 Uhr im Dietrich-Keuning-Haus.

Immer wieder fällt die “Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld” durch gewalttätige Aktionen auf. Zuletzt griffen Mitglieder der Gruppe die Kneipe Hirsch-Q an und fügten dabei einem Gast Stichwunden zu. Der rechte Mörder Sven Kahlin, der im Jahre 2005 einen Punk erstach, ist ebenfalls Mitglied der “Skinhead-Front”. Im Gegensatz zu den modischen Ausprägungen der “Autonomen Nationalisten” tritt die Gruppe noch im klassischen Naziskin-Outfit auf. Dennoch ist die “Skinhead-Front” ein fester und nicht zu unterschätzender Bestandteil der Dortmunder Neonaziszene. Der Fokus antifaschistischer Interventionen konzentrierte sich trozdem bisher meist auf die Nazis des „NW Dortmund“ – obwohl rechte Gewalt in der letzten Zeit überwiegend von der Skinhead-Front ausging.

Deshalb soll der Vortrag einen Einblick in die Strukturen dieser Gruppe geben und über ihre Entwicklung und Akteure informieren. Die Route der antifaschistischen Demonstration am 31. März in Dortmund-Dorstfeld wird auch an den Wohnorten der in Oberdorstfeld ansässigen Naziskins vorbeiführen. Die Veranstaltung stellt somit zugleich eine Informationsveranstaltung für die kommende Demonstration dar.

22. März, Bochum
Antifa – Geschichte und Organisation

Am darauf folgenden Donnerstag, 22.03., veranstalten wir zusammen mit dem Kulturprojekt „Bahnhof Langendreer“ sowie dem Bücherstand „der_Notstand“ eine Buchvorstellung. Ab 19:30 Uhr wird Moritz Krawinkel das Buch „Antifa – Geschichte und Organisation“ vorstellen und später darüber diskutieren.

Antifaschismus ist eines der zentralen Aktionsfelder der radikalen Linken in Deutschland: In fast jeder Klein- und Großstadt existierten Antifa-Gruppen, viele Jugendliche finden über die Jugendantifa zu linksradikaler Politik und immer wieder machen militante Aktionen gegen Nazis und ihre Aufmärsche von sich reden. Doch was zeichnet diesen autonomen Antifaschismus aus? Wo liegen seine historischen Wurzeln und theoretischen Bezugspunkte?

Die Endphase der Weimarer Republik, in der die historische Antifaschistische Aktion entstand, ist kaum mit den heutigen Bedingungen der autonomen Antifa zu vergleichen. Dazwischen lag nicht nur der Bruch, den Nationalsozialismus und Shoah für jedes linksradikale Engagement in Deutschland bedeuteten; auch die Entwicklungen in der BRD und dem wiedervereinigten Deutschland schufen jeweils neue historische Bedingungen, denen sich revolutionäre AntifaschistInnen stellen mussten. Ihnen allen gemeinsam ist jedoch die, in Max Horkheimers Diktum «Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen» formulierte Position gegen die kapitalistische Gesellschaft und eine Perspektive auf Überwindung aller Herrschaftsverhältnisse.

Gegenstand dieser Veranstaltung sind also die Entwicklungen und Brüche in Theorie, Organisierung und Praxis jenes Verständnisses von Antifaschismus, das Ende der 1980er Jahre in der Formel des «revolutionären Antifaschismus» auf den Punkt gebracht wurde und bis heute in zahlreichen Antifa-Gruppen bundesweit in weiterentwickelter Form Ausdruck findet.

Moritz Krawinkel veröffentlichte „Antifa – Geschichte und Organisation“ 2011 gemeinsam mit Mirja Keller, Lena Kögler und Jan Schlemermeyer in der Reihe „theorie.org“ im Schmetterling-Verlag.

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