Archiv für November 2011

Dortmunder Farbanschläge gehen weiter

Laut zwei Bekennerschreiben, die bei de.indymedia.org veröffentlicht wurden, kam es in den vergangenen Wochen zu zwei direkten Aktionen. Bereits in der Nacht auf den 3. November soll das Tschechische Konsulat in Dortmund mit Farbbeuteln angegriffen worden sein. Grund für die Aktion des „Antifaschistischen Aktionskomitees“ seien die antiziganistischen Ausschreitungen in der tschechischen Stadt Varnsdorf gewesen.

Dieselbe Gruppe bekennt sich darüber hinaus auch zu Farbanschlägen auf zwei Dortmunder Kriegsdenkmäler. Das so genannte Kriegerehrenmal im Stadtteil Barop und das Kriegsdenkmal in Löttringhausen sind dabei farblich umgestaltet worden. Das letztgenannte Denkmal wurde bereits zum dritten Mal in diesem Jahr zum Ziel derartiger Attacken. [1, 2]. Die AktivistInnen hatten sich nach eigenen Angaben diese Denkmäler ausgesucht, da Dortmunder Neonazis hier öfters ihr „Heldengedenken“ abgehalten hatten.

Polizei ermittelt gegen NeonazigegnerInnen

Nach den Protesten gegen den Neonaziaufmarsch zum Antikriegstag ermittelt die Dortmunder Polizei gezielt gegen AntifaschistInnen. Beamte der Kriminalpolizei versuchen nicht nur telefonisch mit AktivistInnen Kontakt aufzunehmen, sondern führen sogar Hausbesuche durch. Die Betroffenen werden dazu aufgefordert, persönlich Stellung zu den Gegenaktivitäten zu nehmen. Hierzu ist festzustellen: weder seid ihr dazu verpflichtet mit den Beamten zu sprechen, noch kann euch das irgendwie zum Vorteil gereichen!

Wenn du angesprochen wirst, machst du den Damen und Herren am besten sofort und unmissverständlich klar, dass du dich auf kein Gespräch einlässt. Schick sie weg, schlag’ ihnen die Tür vor der Nase zu, leg den Hörer auf oder gehe selber weg! Jede noch so nebensächlich erscheinende Information kann für die Beamten ein wichtiger Baustein in ihrem Bild von politischen Zusammenhängen oder sogar für abenteuerliche Anklagekonstruktionen gegen dich und dein politisches Umfeld sein.

Wenn ihr von dieser unangenehmen Kontaktaufnahme betroffen seid, meldet euch bei Ortsgruppe der Roten Hilfe oder beim Ermittlungsausschuss in eurer Nähe.

Diesbezüglich sei auf die Broschüre der Roten Hilfe zum Thema „Aussageverweigerung und Verhörmethoden“ verwiesen:
Es gibt keine ›harmlosen‹ Aussagen! Jede Äußerung hilft der Polizei bei ihren Ermittlungen, entweder gegen dich oder gegen andere. Scheinbar ›entlastende‹ Aussagen können entweder andere belasten, oder der Polizei Tipps geben, nach weiteren Beweisen gegen dich zu suchen oder sie zu erfinden. Deshalb: Bei Polizei und Staatsanwaltschaft konsequente Aussageverweigerung!

Mordeten Thüringer Neonazis auch in Dortmund?

Eine Neonazistin und ihre beiden mittlerweile toten Gesinnungsgenossen stehen im Verdacht, über mehr als ein Jahrzehnt einer rechten Terrororganisation angehört zu haben, die bundesweit für Morde an MigrantInnen und einer Polizistin verantwortlich sein soll. Auch in Dortmund sollen sie einen Menschen erschossen haben. Der Antifaschistische Impuls Dortmund berichtet.

Farbattacke #3 auf Nazi-Treffpunkt

Screenshot aus dem Video der AktivistInnen Wie erst gestern öffentlich gemacht wurde, verübten Unbekannte nach eigenen Angaben am 30.10.2011 einen Farbanschlag auf das „Nationale Zentrum“ an der Rheinischen Straße 135. In einem mutmaßlich von den AktivistInnen selbstgedrehten und veröffentlichten Video [*avi] wird als Anlass für die Aktion die gesteigerte Anzahl der Übergriffe durch Dorstfelder Neonazis angeführt. Darüber hinaus ist in dem Video eine Person zu erkennen, die vermutlich mit einem Feuerlöscher die Fassade des Nazi-Treffpunktes komplett in gelber Farbe einsprüht. Nach Augenzeugenberichten ist die Farbe am örtlichen Treffpunkt der Neonaziszene immer noch gut zu erkennen. Zuletzt ist das Zentrum im April dieses Jahres zum Ziel zweier ähnlicher Attacken geworden [1, 2].

Vortrag am 20.11: „Entschwörungstheorie“

Am 20. November findet zum nächsten Mal die Veranstaltungsreihe „Was geht mich das an?“ statt. In Kooperation mit dem Forum gegen Rassismus organisiert das Dortmunder Antifa-Bündnis eine Veranstaltung zur „Entschwörungstheorie“ mit Daniel Kulla.


20.11.2011, 18:30 Uhr im Kulturhaus Taranta Babu
Humboldstr. 44 / Ecke Amalienstr. in Dortmund

Ankündigungstext:

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