Hatten Dortmunder Neonazis Kontakt zur rechten Terror-Gruppe „NSU“?

Am 13. Juni 2009 fand im mittelthüringischen Arnstadt der so genannte Tag der nationalen Jugend statt. Rund 300 Neonazi waren damals zusammengekommen, um das breite Angebot von neonazistischer Live-Musik, extrem rechten Rednern, „Spiel und Spaß“ für Kinder und Verkaufsständen mit Devotionalien zu konsumieren. Hier sollen sich laut Informationen der RuhrNachrichten erste Kontakte zwischen Dennis Giemsch, dem Kopf der Dortmunder Neonaziszene und Ralf Wohlleben, einem Mitglied der extrem rechten Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund, ergeben haben.

Werbestand Dortmunder Neonazis
für den „Nationalen Antikriegstag“

Der Platz wurde mit Ständen und Transparenten, sowie Getränke- und Bratwurststand ausgestattet, für den ‚nationalen Nachwuchs‘ gab es eine Hüpfburg und Büchsenwerfen. Neben dem üblichen Merchandise von T-Shirts über CDs bis zu Postern waren auch eine Reihe ‚Stände‘ vertreten. So beispielsweise einer zum sogenannten ‚Antikriegstag‘, welcher jährlich in Dortmund stattfindet oder ein Infostand des „Braunen Hauses“, einem Wohn- und Schulungsprojekt aus Jena“, berichtete das Medienkollektiv Recherche Ost damals über die Neonazi-Kundgebung in Thüringen.

Dennis Giemsch beim Thüringentag
der nationalen Jugend 2009

Giemsch trat damals bei der Veranstaltung als Redner ans Mikrophon und warb nicht nur für den Großaufmarsch Anfang September in Dortmund, sondern forderte das Publikum auch dazu auf, den „ideologischen Fortbestand von Volk und Rasse“ zu sichern. Beides werde „uns nicht geschenkt, wir müssen sie erkämpfen“, so Giemsch weiter. Der NPD-Funktionär Wohlleben gilt als einer der Organisatoren des Festivals und hatte die Dortmunder Neonazis dazu eingeladen. Wohlleben, der am Dienstag festgenommen wurde, soll den Neonazi-Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ die Tatwaffe und die Munition für mindestens sechs Morde beschafft haben.

Dass Giemsch zusammen mit weiteren Neonazis aus dem Ruhrgebiet am so genannten Thüringentag teilgenommen, dort eine Rede gehalten und Kontakte zu dem festgenommenen Ralf Wohlleben hatte, stellt ihn allerdings nicht automatisch unter Terrorverdacht, wie die RuhrNachrichten betonen. Jedoch ist dies ein weitere Hinweis darauf, dass die „Autonomen Nationalisten“ aus Dortmund bundesweit sehr gut vernetzt sind.

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1 Antwort auf „Hatten Dortmunder Neonazis Kontakt zur rechten Terror-Gruppe „NSU“?“


  1. 1 Dortmunder Neonazis, rechte Gewalt und die „NSU“ « Dortmunder Infoportal für (radikale) linke Politik Pingback am 29. November 2011 um 15:33 Uhr
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