Dortmunder Nazis, die Stadt und das Gedenken zum sog. Volkstrauertag

Pressemitteilung des Dortmunder Antifa-Bündnisses
vom 13. November 2011

Stadt Dortmund gedenkt gemeinsam mit Nazis auf dem Hauptfriedhof
Heute Vormittag fand auf dem Dortmunder Hauptfriedhof die jährliche Gedenk-Veranstaltung zum sog. “Volkstrauertag” statt. Repräsentanten der Stadt, Soldaten und Mitglieder des “Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.” treffen sich jedes Jahr um “Millionen Kinder, Frauen und Männer, die durch Kriegshandlungen, Terrorismus, Rassismus oder Vertreibung ihr Leben verloren haben” zu gedenken (Zitat Bürgermeisterin Birgit Jörder 2010).1 In diesem Jahr nahmen auch ca. 10 Mitglieder des “Nationalen Widerstand Dortmund”, der örtlichen rechten Kameradschaft und der NPD-Ratsherr Axel Thieme an der Veranstaltung teil.

Antifaschisten kritisierten bereits in der Vergangenheit die Gedenkpolitik offizieller Stellen. Die unterschiedslose Erinnerung an “alle Toten” stellt die in den Konzentrationslagern ermordeten Opfer der Nationalsozialisten in eine Reihe mit den Soldaten, die sie ermordeten und den deutschen Brandstiftern, die von der “Arisierung” des Besitzes jüdischer Mitbürger und der Zwangsarbeit profitierten.

Dass an solchen Veranstaltungen Neonazis teilnehmen, überrascht die Aktivisten vom Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB) nicht. Hannah Piehl, Pressesprecherin des DAB: „Neonazis nehmen anders als die meisten bürgerlichen “Trauernden” einen positiven Bezug auf die Mörder aus der Vergangenheit. Mit Uniformierten, die mit Waffen vor martialischen Kriegsdenkmälern Wache stehen, können sich offenbar beide Seiten identifizieren. Was uns allerdings überrascht ist die Tatsache, das selbst die anwesenden Mitarbeiter der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie nicht einschritten.“

Bereits am Vorabend hatten die Neonazis gezeigt, wie sie sich ein Gedenken an deutsche Tote vorstellen. Mit Fackeln zogen sie an der Syburg vor zwei Denkmälern auf und sangen Lieder der SS. “Dass es den Dortmunder Nazis trotz allen Sonntagsreden immer noch möglich ist, an solchen offiziellen Terminen teilzunehmen zeigt, das mangelnde Problembewusstsein der Stadtpolitik. Die Wachsoldaten der Bundeswehr wegtreten zu lassen um nicht auf einem Foto mit Neonazis zu erscheinen ist eine hilflose Geste,” meint Piehl

Presse:

14.11.11 – Volkstrauertag-Veranstaltung der Stadt mit Nazis (Rurhbarone)
14.11.11 – Schock am Volkstrauertag (RN)

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