Archiv für November 2011

Sat1-NRW-Bericht: Opfer von Neonazi-Gewalt

Das Nachrichtenmagazin 17.30 bei Sat1-NRW strahlte heute einen Beitrag über eins der Opfer des neuerlichen Angriffs der Skinhead-Front Dortmund-Dostfeld aus. Das Video könnt ihr euch hier ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=ZmaN9o9xVbE

Update am 01.12.: „Das Amtsgericht teilte am Mittwoch mit, dass K. die zur Bewährung ausgesetzte Reststrafe von zwei Jahren und die drei Monate nun in einer Haftanstalt absitzen muss. Dazu kommt die Strafe wegen des Delikts am Samstag.“ (Quelle: RuhrNachrichten)

Update am 03.12.: Die Polizei hat zwei weitere mutmaßlichen Täter festgenommen. Die beiden 19 und 25 Jahre alten Männer werden ebenfalls der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld zugerechnet. „Da gegen den 19-jährigen Tatverdächtigen bereits zwei Anklagen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs zur Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht anstehen, erging noch am Freitagabend gegen ihn Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr.“ (Quelle: DerWesten)

WDR: Dortmunder Neonazi schlug wieder zu

Die WDR-Lokalzeit Dortmund strahlte gestern einen Beitrag über den kürzlichen Überfall von Mitgliedern der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld auf zwei Jugendliche aus. In dem Bericht geht es vor allem um die mutmaßliche Tatbeteiligung von Sven Kahlin. Besonders brisant ist die Info, dass Kahlin erst Anfang dieses Monats wegen einer „Kneipenschlägerei“ vorm Amtsgericht Dortmund zu drei Monaten Haft verurteilt wurde – ausgesetzt zu Bewährung und das obwohl er nach der vorzeitigen Haftentlassung im September 2010 wegen dem Mord an Thomas Schulz noch eine zwei-jährige Bewährungsstrafe offen hatte. Die zuständige Richterin glaubte offenbar Kahlins Bekundungen, er wolle sich aus der Dortmunder Neonaziszene zurückziehen.

Die Kurz-Doku könnt ihr euch hier ansehen. Mehr davon gibt es in unserem Medien-Archiv.

http://www.youtube.com/watch?v=Bx1Q7p5-iSk

Hatten Dortmunder Neonazis Kontakt zur rechten Terror-Gruppe „NSU“?

Am 13. Juni 2009 fand im mittelthüringischen Arnstadt der so genannte Tag der nationalen Jugend statt. Rund 300 Neonazi waren damals zusammengekommen, um das breite Angebot von neonazistischer Live-Musik, extrem rechten Rednern, „Spiel und Spaß“ für Kinder und Verkaufsständen mit Devotionalien zu konsumieren. Hier sollen sich laut Informationen der RuhrNachrichten erste Kontakte zwischen Dennis Giemsch, dem Kopf der Dortmunder Neonaziszene und Ralf Wohlleben, einem Mitglied der extrem rechten Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund, ergeben haben.

Werbestand Dortmunder Neonazis
für den „Nationalen Antikriegstag“

Der Platz wurde mit Ständen und Transparenten, sowie Getränke- und Bratwurststand ausgestattet, für den ‚nationalen Nachwuchs‘ gab es eine Hüpfburg und Büchsenwerfen. Neben dem üblichen Merchandise von T-Shirts über CDs bis zu Postern waren auch eine Reihe ‚Stände‘ vertreten. So beispielsweise einer zum sogenannten ‚Antikriegstag‘, welcher jährlich in Dortmund stattfindet oder ein Infostand des „Braunen Hauses“, einem Wohn- und Schulungsprojekt aus Jena“, berichtete das Medienkollektiv Recherche Ost damals über die Neonazi-Kundgebung in Thüringen.

Dennis Giemsch beim Thüringentag
der nationalen Jugend 2009

Giemsch trat damals bei der Veranstaltung als Redner ans Mikrophon und warb nicht nur für den Großaufmarsch Anfang September in Dortmund, sondern forderte das Publikum auch dazu auf, den „ideologischen Fortbestand von Volk und Rasse“ zu sichern. Beides werde „uns nicht geschenkt, wir müssen sie erkämpfen“, so Giemsch weiter. Der NPD-Funktionär Wohlleben gilt als einer der Organisatoren des Festivals und hatte die Dortmunder Neonazis dazu eingeladen. Wohlleben, der am Dienstag festgenommen wurde, soll den Neonazi-Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ die Tatwaffe und die Munition für mindestens sechs Morde beschafft haben.

Dass Giemsch zusammen mit weiteren Neonazis aus dem Ruhrgebiet am so genannten Thüringentag teilgenommen, dort eine Rede gehalten und Kontakte zu dem festgenommenen Ralf Wohlleben hatte, stellt ihn allerdings nicht automatisch unter Terrorverdacht, wie die RuhrNachrichten betonen. Jedoch ist dies ein weitere Hinweis darauf, dass die „Autonomen Nationalisten“ aus Dortmund bundesweit sehr gut vernetzt sind.

Rechter Mörder Sven Kahlin wieder in Haft

Wie bereits vermutet, handelt es sich bei dem 24-jährigen Dortmunder Neonazi, der bei dem Übergriff auf zwei Jugendliche am Samstagabend noch am Tatort festgenommen werden konnte, um den rechten Mörder Sven Kahlin von der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld. Wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen befindet sich Kahlin seit gestern wieder in Haft.

Sven Kahlin hält seine Rede beim Naziaufmarsch am 23.10.2010 in Hamm
Sven Kahlin hält seine Rede beim Naziaufmarsch am 23.10.2010 in Hamm

Am Ostermontag 2005 hatte Kahlin den Punker Thomas Schulz erstochen und wurde daraufhin wegen Totschlags zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass von dem Neonazi nach der Entlassung aus der JVA Werl keine weiteren Straftaten zu erwarten seien. Nur wenige Wochen nach seiner vorzeitigen Haftentlassung Ende September 2010 war Sven Kahlin allerdings wieder an rechten Gewalttaten aktiv beteiligt und trat als Redner bei Neonaziaufmärschen auf. Kahlin war beispielsweise an dem brutalen Überfall auf die Hirsch Q am 12. Dezember 2010 beteiligt, auch wenn die Staatsanwaltschaft ihn auf dem Überwachungsvideo bisher nicht eindeutig identifizieren konnte.

Mehr:
Rechter Mörder weiterhin aktiv in Naziszene
Demo: Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!
Das Urteil gegen Thomas‘ Mörder

Neonazis griffen zwei Jugendliche an

Am gestrigen Samstagabend griffen auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt in der Nähe der Reinoldikirche sechs Neonazis zwei Jugendliche türkischer Herkunft an. Auslöser des Übergriffs war ein kurzer Blickkontakt zwischen den Gruppen. Einer der Neonazis reagierte aggressiv und griff einen der beiden Jugendlichen sofort an. Als der Freund des Opfers dazwischen ging, erhielt er mit einer Flasche einen Schlag gegen den Hinterkopf und stürzte. Dann sei er von den Neonazis mit ihren Springerstiefeln traktiert worden. Dabei sollen die Opfer als „Scheiß Ausländer“ bezeichnet worden sein. Beide Jugendlichen erlitten durch den Angriff Kiefer-Prellungen, Verletzungen an der Nase, Platzwunden, Blutergüsse und Gehirnerschütterungen.

Die Polizei konnte drei der Angreifer festnehmen. Gegen einen 24-jährigen beteiligten Neonazi, der wegen einschlägiger Taten unter Bewährung steht und der am Tatort vom Sicherheitspersonal ergriffen werden konnte, erging am heutigen Tage Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung. Aufgrund der Täterbeschreibung ist davon auszugehen, dass es sich bei den Angreifern um Mitglieder der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld handelt. Diese Gruppierung fiel in den letzten Monaten immer wieder durch ihre impulsiven und aggressiven Angriffe auf [1, 2, 3].

Presse:
27.11.11 – Neonazis griffen Türken an (RN)
27.11.11 – POL-DO: Zeugen gesucht (Polizeipresse)

ARD Tagesthemen: Opfer von Neonazi-Gewalt

Im Rahmen der Tagesthemen wurde gestern Abend ein Beitrag über Dortmunder Neonazi-Gewalt und deren Opfer ausgestrahlt. Die Kurz-Doku könnt ihr euch hier ansehen. Mehr davon gibt es in unserem Medien-Archiv.

http://www.youtube.com/watch?v=gh-WALYnDzM

MoMa-Reportage: Neonazis in Dortmund

Das ARD-Morgenmagazin (MoMa) strahlte heute Morgen einen Beitrag über die Dortmunder Neonaziszene aus. Den Beitrag könnt ihr euch hier nochmal ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=BiiCQcZG7zM

Offizielle Beschreibung: „Politisch motivierte Gewalttaten von Rechtsextremisten sind in vielen deutschen Städten an der Tagesordnung. Dortmund gilt als eine der Hochburgen für Neonazis. MoMa-Reporterin Mareike Wilms ging auf Spurensuche in Dortmund und traf Bürger, die mit Rechtsextremen in ihrer Nachbarschaft leben müssen. Wie bedrohlich ist die Situation wirklich? Unsere Dreharbeiten bleiben nicht unbemerkt: Reporterin erfuhr die Präsenz der Neonazis am eigenen Leib.

1. Mai-Prozesse erst im Frühjahr 2012

Dennis Giemsch und Alexander Deptolla gelten mutmaßlich als Rädelsführer des Überfalls von mehr als 400 Neonazis auf die Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes vor zwei Jahren. Ihnen soll erst im Frühjahr 2012 der Prozess gemacht werden. Das Gericht begründet den Zeitverzug damit, dass das Verfahren sehr sorgfältig vorbereitet werden müsste und aufgrund der Vielzahl an anzuhörenden Zeugen und Sachverständigen sehr kompliziert sei. Die nur schleppend laufenden Ermittlungen gegen die extreme Rechte kamen auch gestern in einer aktuellen Stunde im NRW-Landtag zur Sprache.

Weitere Meldungen:
Immer noch kein Prozess gegen führende Dortmunder Neonazis
1. Mai 2009: Anklage gegen Rädelsführer
Der 1. Mai in Dortmund und seine Folgen

Ermittlungen zum „Hirsch Q“-Überfall im Dezember 2010 bald abgeschlossen?

Wie Dr. Ina Holznagel, Sprecherin der Dortmunder Staatsanwaltschaft, heute verlautbaren ließ, stünden die Ermittlungen nach dem Überfall auf die Kneipe „Hirsch Q“ am 12. Dezember 2010 „kurz vor dem Abschluss“. Es blieb seitens der Staatsanwaltschaft bei derlei wagen Aussagen. Wie erfolgversprechend die Ermittlungen verlaufen sind, dazu wollte oder konnte sich Frau Holznagel nicht äußern.

http://www.youtube.com/watch?v=569NAyqhSMY

Das Dortmunder Antifa-Bündnis veröffentlichte bereits im Juni dieses Jahres eine ausführliche Auswertung zweier Überwachungskameras, die den brutalen Angriff dokumentierten.

Dortmunder Nazis, die Stadt und das Gedenken zum sog. Volkstrauertag

Pressemitteilung des Dortmunder Antifa-Bündnisses
vom 13. November 2011

Stadt Dortmund gedenkt gemeinsam mit Nazis auf dem Hauptfriedhof
Heute Vormittag fand auf dem Dortmunder Hauptfriedhof die jährliche Gedenk-Veranstaltung zum sog. “Volkstrauertag” statt. Repräsentanten der Stadt, Soldaten und Mitglieder des “Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.” treffen sich jedes Jahr um “Millionen Kinder, Frauen und Männer, die durch Kriegshandlungen, Terrorismus, Rassismus oder Vertreibung ihr Leben verloren haben” zu gedenken (Zitat Bürgermeisterin Birgit Jörder 2010).1 In diesem Jahr nahmen auch ca. 10 Mitglieder des “Nationalen Widerstand Dortmund”, der örtlichen rechten Kameradschaft und der NPD-Ratsherr Axel Thieme an der Veranstaltung teil.

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