Anwachsender Nazi-Terror in Dortmund

In den letzten Tagen kam es von Seiten der Dortmunder Neonazis vermehrt zu Übergriffen auf AntifaschistInnen und zu Sachbeschädigungen an Wohnhäusern und Autos von Nazi-GegnerInnen. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung.

Neonazis verübten in der Nacht auf den 20. Juli gleich zwei Attacken: An die Hauswand eines bekannten MLPD-Aktivisten sprühten sie den Schriftzug „MLPD töten“. Zusätzlich sollen er und seine Frau eine SMS mit der Dro­hung: „Hallo Gerd. Wir krie­gen dich und Anke. Lin­kes Un­ge­zie­fer von der Stra­ße tre­ten. Rot­front zer­schla­gen.“ erhalten haben. In derselben Nacht wurde zudem die Glasfront des Wahl­kreis­bü­ros von Ulla Jelp­ke (MdB, Die Linke) beschädigt.

Eine Nacht später wurde das DKP-Parteibüro in der Dortmunder Nordstadt mit einem Hakenkreuz beschmiert. Darüber hinaus wurden das Auto des Vorsitzenden der Partei beschädigt, indem Neonazis alle Reifen zerstachen und den Lack zerkratzten. An ein weiteres Haus, in dem bekannte Dortmunder Akteure der VVN-BdA wohnen, wurde die Parole: „Buchenwald vergisst nicht!“ gesprüht.

In der Nacht zum 27.07. wurde dann u. a. das Wohnhaus eines Mitglieds von Die Linke mit dem Schriftzug „Iris = Linke Sau!“ besprüht. Bei einer Kundgebung des Bündnis Dortmund gegen Rechts am darauffolgenden Tag in Dortmund-Dorstfeld, zu der sich rund 60 AntifaschistInnen versammelten, wurden die TeilnehmerInnen von Neonazis abfotografiert, während fünf von ihnen versuchten, die Kundgebung durch ihre Anwesenheit zu provozieren, bis sie von der Polizei einen Platzverweise erhielten.

In der Nacht zum 29.07. überfiel eine Gruppe Neonazis vier Antifaschisten mit Baseballschägern, Pfefferspray, mitgeführten Steinen und Flaschen sowie mindestens einem Messer. Einer der Neonazis drohte im Zuge des Überfalls “Jetzt bist du dran, ich stech‘ dich ab!”. Die Antifaschisten konnten den Angriff erfolgreich abwehren. Die Polizei konnte nach eigenen Angaben die Täter trotz sofortiger intensiver Fahndung nicht mehr auffinden. In derselben Gegend hatten kurz zuvor vermutlich dieselbe Gruppe Neonazis die Häuserwände zweier Antifaschisten mit antisemitischen Schriftzügen und einem Hakenkreuz beschmiert.
Im östlich gelegenen Dortmund-Brackel wurde noch in der gleichen Nacht das Auto eines Mitglieds der Piratenpartei zum Ziel eines Neonazi-Anschlags. Die Autoreifen wurden zerstochen und der Wagen mit Hakenkreuzen und dem Schriftzug „NW DO“ („Nationaler Widerstand Dortmund“) besprüht.

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