Archiv für Juli 2011

Anwachsender Nazi-Terror in Dortmund

In den letzten Tagen kam es von Seiten der Dortmunder Neonazis vermehrt zu Übergriffen auf AntifaschistInnen und zu Sachbeschädigungen an Wohnhäusern und Autos von Nazi-GegnerInnen. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung.

Neonazis verübten in der Nacht auf den 20. Juli gleich zwei Attacken: An die Hauswand eines bekannten MLPD-Aktivisten sprühten sie den Schriftzug „MLPD töten“. Zusätzlich sollen er und seine Frau eine SMS mit der Dro­hung: „Hallo Gerd. Wir krie­gen dich und Anke. Lin­kes Un­ge­zie­fer von der Stra­ße tre­ten. Rot­front zer­schla­gen.“ erhalten haben. In derselben Nacht wurde zudem die Glasfront des Wahl­kreis­bü­ros von Ulla Jelp­ke (MdB, Die Linke) beschädigt.

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City: Spontandemonstration nach Naziüberfall

Am heutigen Abend haben sich ca. 50 Antifaschistinnen und Antifaschisten in der Dortmunder Innenstadt anlässlich des brutalen Übergriffs von Neonazis in der Nacht auf Freitag zu einer Spontandemonstration zusammen- gefunden. Eine Gruppe von Neonazis hatte am frühen Freitag morgen um ca 2.45 Uhr mehrere Antifaschisten unter anderem mit einem Messer angegriffen.

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DO-Hacheney: Überfall mit tödlichen Waffen

In der Nacht zum Freitag, dem 29. Juli, haben Dortmunder Neonazis in Hacheney eine Gruppe AntifaschistInnen überfallen. Gegen 2:45 Uhr bemerkte die Gruppe den Kleinbus der Dortmunder Nazis, einen VW mit dem Kennzeichen DO-UC-7875, der mit Schrittgeschwindigkeit an ihnen vorbeifuhr. Als die Neonazis eine der Personen als Antifaschisten erkannten, wendeten sie und sprangen mit Sturmmasken vermummt und Hiebwaffen in der Hand aus dem VW-Bulli. Fünf Neonazis griffen die AntifaschistInnen mit Baseballschägern, Pfefferspray, mitgeführten Steinen und Flaschen sowie mindestens einem Messer an, wobei von den Neonazis unter anderem die Drohung “Jetzt bist du dran, ich stech dich ab!” ausgesprochen wurde. Während des etwa sechsminütigen Angriffs holten die Nazis immer wieder Flaschen und Steine aus dem Wagen, der für den Nachschub quer auf der Straße rangiert stand.

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Linksradikale Vorabenddemo des DAB

Für den 2. September ruft das Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB) unter dem Motto “Gegen Rassismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus! Für eine befreite Gesellschaft!” zu einer linksradikalen Vorabenddemonstration auf. Den ganzen Aufruf findet ihr hier.

Am Vorabend des von den Neonazis so genannten Nationalen Antikriegstages am 3. September soll die Demonstration aus der Innenstadt nach Dortmund-Dorstfeld gehen. Das Ziel der Demonstration ist damit der Vorort von Dortmund, in dem ein Großteil der örtliche Szene der “Autonomen Nationalist_innen” wohnt. Genau deshalb ist Dorstfeld der richtige Ort, um am Vorabend des “Nationalen Antikriegstages” die Kritik an der Gesellschaft, die die Neonazis hervorbringt, in die Öffentlichkeit zu tragen.

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Letzte Infos zum Antifa-Camp in Oberhausen

Antifa-Camp 2011 im Ruhrgebiet [Druckluft | Oberhausen] - 03.08. - 07.08.2011
In wenigen Tagen startet das elfte Antifa-Camp in Oberhausen. Für Kurzentschlossene sei noch einmal darauf hingewiesen, dass eine vorherige Anmeldung nicht nötig ist und Ihr daher auch spontan vorbei kommen könnt.

Das Kulturzentrum Druckluft, in dem das Camp auch in diesem Jahr wieder stattfindet, ist in etwa fünf Minuten fußläufig vom Hinterausgang des Hauptbahnhofs zu erreichen (s. google maps).

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»Opferperspektiven«: Lotta #44 erschienen

Die aktuelle Sommerausgabe der antifaschistischen Zeitung „Lotta“ aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Dimensionen rechter Gewalt und zeigt Unterstützungsmöglichkeiten für die Opfer dieser Gewalt auf. Zu diesem Thema wurde auch das Dortmunder Antifa-Bündnis interviewt.

Zusätzlich findet sich in dieser Ausgabe ein Artikel von Daniel Markgraf mit dem Titel: »Kompromisslos vorgehen« – Zur Situation der Roma in der Dortmunder Nordstadt. Dieser kann hier auch online nachgelesen werden.

Giuliani-Gedenkdemo durchs Kreuzviertel

Vor genau 10 Jahren wurde der linke Aktivist Carlo Giuliani durch einen 20-jährigen Carabinieri während des G8-Gipfels 2001 in Genua ermordet. Anlässlich des Jahrestages der Ermordung demonstrierten heute rund 60 AntifaschistInnen ausgehend vom Westpark durch das Dortmunder Kreuzviertel. In einem auf de.indymedia.org veröffentlichten Bericht heißt es: „Begleitet von Pyrotechnik und lautstarken Parolen wie ‚Carlo Giuliani, das war Mord‘ zog die Demo über die Möllerbrücke und Lindemannstraße auf den Neuen Graben. Auf dem Weg wurden die zahlreich anwesenden PassantInnen mit Flyern über den Anlass der Demo informiert.“ Erste Pressemeldungen, wonach es zu Auseinandersetzungen zwischen den ProtestiererInnen und Neonazis gekommen sei, bestätigten sich hingegen nicht.

Die Dortmunder Polizei war relativ schnell mit einem Einsatzwagen am Ort des Geschehen und wurde laut Eigenangaben von den DemonstrantInnen mit Farbbeuteln beworben. Danach löste sich die Gruppe schnell auf. Laut einer aktuellen Pressemeldung der Polizei wurden „insgesamt 12 Tatverdächtige, die dem linken Spektrum zuzuordnen sind, vorläufig festgenommen.

Presse:
20.07.11 – Linke bewarfen Polizeiwagen mit Farbbeuteln (RN)
20.07.11 – Zwölf Vermummte nach Scharmützeln festgenommen (WAZ)

Autos eines bekannten Neonazis angezündet

Wie einem Bericht auf der linken Veröffentlichungsplattform linksunten.indymedia.org zu entnehmen ist, sind in der Nacht auf den 19. Juli in Dortmund zwei Autos des Nazischlägers Marc B. angezündet worden. Zur Begründung geben die als „Autonome Gruppen NRW“ auftretenden Verfasser an: „Regelmäßig greifen Nazis in Dortmund Menschen an. Ob Alternative Jugendliche in der Innenstadt oder dunkelhäutige Menschen in der UBahn – Nazis sind eine Gefahr für diejenigen, die sie als Ziel ausgewählt haben. […] Mit Outings, Glasbruch, Farbanschlägen und jetzt auch brennenden Autos wird den Nazis eine Rechnung für ihr Treiben präsentiert, die ihnen wenig schmecken dürfte. “ In der Polizei- und in der Lokalpresse finden sich dazu bisher keine Meldungen.

Erst im Mai dieses Jahres war der betroffene Neonazi in seiner Nachbarschaft geoutet worden: „Marc B. betreibt seit dem vergangenen Jahr die Firma ‚Sun Protect‘ (Münsterstr. 269), die sich auf die Installation von Autoglasfolien spezialisiert hat. Doch nicht nur Autos sind seine Leidenschaft: Regelmäßig marschiert er bei Naziaufmärschen mit und nimmt an den Treffen der örtlichen Neonazikameradschaft teil, deren festes Mitglied er ist“, heißt es in dem dazugehörigen Outing-Bericht.

Der Dortmunder Neonazi ist wegen Körperverletzung vorbestraft, weil er im Vorfeld eines Naziaufmarsches im September 2008 einen jungen Studenten niedergeschlagen hatte und ihm dabei einen Nasenbeinbruch sowie erhebliche Blessuren im Gesicht verpasste. Deswegen wurde er im Januar 2011 vom Landgericht Dortmund verurteilt.

Polizei sucht weitere Tatverdächtige

Diese Neonazistin war am rechten
Übergriff in der U44 beteiligt.

Am 11. Juni, einem Samstagabend, hatten zehn Mitglieder der Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld erst zwei Frauen in einer U-Bahn rassistisch beschimpft und als sich eine weitere Frau couragiert einmischte, wurde diese durch eine Neonazi-Frau gegen ein Fenster gedrückt. Eine Tatverdächtige stellte sich nach einer öffentlichen Fahndung noch am selben Tag der Polizei. In diesem Zusammenhang gab die Polizei nun an, nach einer weiteren weiblichen Tatverdächtigen zu suchen. „Hierbei soll es sich um eine circa 160 cm große 30-jährige Frau von dicklicher Statur und mit kurzen schwarzen Haaren gehandelt haben“, so die Polizei in einer heutigen Pressemeldung. Von dieser Frau liegt ebenfalls ein Lichtbild einer Überwachungskamera vor. Warum erst jetzt – knapp einen Monat nach dem Übergriff – nach der Neonazistin gefahndet wird, geht aus der Erklärung nicht hervor.

Relevante Meldungen zu dem Vorfall:
Beförderungsverbot für „Skinhead Front“
Weiterer Übergriff durch Neonazi-Gruppe
Zehn Neonazis greifen Frauen in U-Bahn an

Aufruf: Den Naziaufmarsch am 03.09. in Dortmund sabotieren, blockieren, verhindern!

Aufruf des Alerta!-Bündnisses, einem Zusammenschluss des Dortmunder Antifa-Bündnisses und weiteren antifaschistischen Gruppen aus NRW, unter dem Motto: „Den Naziaufmarsch am 03.09. in Dortmund sabotieren, blockieren, verhindern!“.

Alerta!-Bündnis - Dortmunder Antifa-Bündnis & Antifaschistische Gruppen aus NRW

Für den 03.09.2011 mobilisieren Neonazis wieder zum so genannten Nationalen Antikriegstag nach Dortmund. Den seit 2005 jährlich stattfindenden Aufmarsch werden sie auch in diesem Jahr wieder dazu nutzen, um einen völkischen Antikapitalismus und Antiimperialismus zu propagieren, der stets mit Rassismus, Antisemitismus, Antiamerikanismus und Geschichtsrevisionismus einhergeht.

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