festival contre le racisme am DO-Campus

Vom 25. Mai bis 10. Juni findet das festival contre le racisme zum siebten mal am CampusDortmund statt. Das Festival wird vom AStA der TU Dortmund, dem AStA der FH Dortmund und dem Forum gegen Rassismus organisiert.

Das Programm besteht in diesem Jahr aus inhaltlichen Vorträgen (25./26. und 30. Mai), der Ausstellung „Residenzpflicht – Invisible borders“ und einem Party. Die thematischen Schwerpunkte sind die Neonaziszene und der alltägliche Rassismus in Dortmund, die Flüchtlings- und Asylpolitik, das Leben von Flüchtlingen in Deutschland und die Diskriminierung von homosexuellen und transsexuellen Menschen. Die Vorträge finden alle im Seminarraum des AStA der TU Dortmund in der Emil-Figge-Str. 50 statt.

Studierende an vielen Hochschulen veranstalten diese Aktionswoche zu Themen wie Rassismus, Sexismus, Homophobie, Behindertenfeindlichkeit, Xenophobie, Migration oder Ausländer_innenstudium. Das festival wurde vor acht Jahren als dezentrale bundesweite Kampagne vom freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) sowie dem Bundesverband Ausländischer Studierender (BAS) initiiert. Als Inspiration diente die gleichnamige Kampagne des französischen Studierendenverbandes UNEF. In Frankreich wird das festival bereits seit 1995 durchgeführt.

Im Folgenden das genaue Programm:

Ausstellung „Residenzpflicht – Invsisible borders“ vom 31. Mai bis 10. Juni in den Gebäuden der FH Dortmund, Sonnenstr. 96, Foyer

Mit dem Ausstellungsprojekt „Residenzpflicht – Invisible Borders“ soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie in Deutschland für Asylbewerber_innen und Menschen mit Duldungsstatus unter anderem durch Aufenthaltsbeschränkungen – die sogenannte Residenzpflicht –, finanzielle und gesundheitliche Unterversorgung bei gleichzeitig weitgehendem Arbeitsverbot und lagerartige Unterbringung sowohl physische als auch psychologische Grenzen geschaffen werden. Statt Möglichkeiten zu eröffnen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, drängen diese Maßnahmen systematisch in die Abhängigkeit von Behörden und staatlichen Leistungen. Statt Menschen, die in Deutschland Schutz vor Verfolgung suchen, Zugang zum gesellschaftlichen Leben zu gewähren, werden sie markiert und ausgegrenzt.

Mittwoch 25. Mai:

16 Uhr: „Neonazis in Dortmund“

Spätestens am ersten Septemberwochenende jeden Jahres rückt das Thema „Neonazis in Dortmund“ in die Medienlandschaft. Der „Nationale Antikriegstag“ hat sich in den letzten 6 Jahren zu einem der großen Events der sogenannten „Autonomen Nationalisten“ entwickelt. Doch auch abseits dieser Großdemonstration, die unter dem Deckmantel des „Pazifismus“ ihren Rassismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus propagiert, ist die Dortmunder Neonazi-Szene einer der aktivsten in Nordrhein-Westfalen.
Im Folgenden geht es primär um neuerliche Entwicklungen, sowohl bei den Neonazis der „Autonomen Nationalisten“ und der „Skinfront Dorstfeld“, die immer wieder durch besonders brutale Übergriffe auf sich aufmerksam macht, als auch bei der extremen Rechten auf parlamentarischer Ebene. Dort versuchten neben der „DVU“ und der „NPD“ auch neuerdings die
„Pro-Dortmund–Aktivisten“ Fuß zu fassen.
Informiert wird über die allgemeine Beschaffenheit der Dortmunder Neonaziszene, deren Ursprung, der für das Verständnis der heutige Situation immens von Bedeutung ist, von den personellen Konstitution, deren Arbeitsteilung sowie deren Verbindungen zur gewaltbereiten und gewaltsuchenden Fußballszene.

18 Uhr: „AusgeLAGERt: Ausgrenzung und Widerstand von Flüchtlingen in Deutschland “

Ein Vortrag des TAB (Transnationales Aktionsbündnis)

Donnerstag 26. Mai:

16 Uhr: „Homophobie und Transsexuellenphobie“

18 Uhr: „Reinemachen, Razzien und Rassismus: Die Situation in der Nordstadt“

In den letzten Monaten konnten die Dortmunder_innen eine heftig geführte Diskussion verfolgen, in deren Mittelpunkt die Nordstadt, der Straßenstrich und die neuen Zuwanderer_innen standen.
Einer selten gesichteten Harmonie zwischen SPD und CDU entsprang eine Hetzkampagne gegen Migrant_innen aus Bulgarien und Rumänien, die schnell als Schuldige für Kriminalität, Drogenkonsum und allgemeine Verwahrlosung der Nordstadt ausgemacht wurden. Die lokale Presse war sich dabei nicht zu schade, die offen rassistischen und rechtspopulistischen Äußerungen der Lokalpolitiker_innen unreflektiert wiederzugeben.
Der Vortrag will versuchen, die Ausgrenzungsmechanismen der Kampagne aufzuzeigen und zu untersuchen.

20 Uhr: „Party gegen Rechts“
im Dietrich-Keuning-Haus

Mit der Band Soundtology und anschließend DJs.
Eintritt frei!

Freitag 27. Mai

10.15 Uhr: Führung durch die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Treffpunkt 10 Uhr vor der Auslandsgesellschaft (Nordausgang HBF)

Montag 30. Mai

16 Uhr: Festung Europa – Flüchtlingsabwehr an den EU-Außengrenzen

18 Uhr: „In der Grauzone – Rassistisches, sexistisches und
neofaschistisches Gedankengut bei Bands und Plattenlabels“

Die schleichende Akzeptanz gegenüber rechten Positionen und Personen nutzt eine steigende Anzahl von Bands aus, um mit massenkonformer Musik, ihre rassistischen, sexistischen und auch neofaschistischen Songtexte unter die Menschen zu bringen und ihrer menschenverachtenden Weltsicht Gehör zu verschaffen. Die steigende Akzeptanz wird durch das Fehlen einer klaren Abgrenzung, welches durch ein Mainstreamkonformes Auftreten erreicht und durch das billigende in Kauf nehmen durch die Mehrheit der Bevölkerung befördert wird, hervorgerufen.
Der Vortrag widmet sich diesen Bands und den dazugehörigen Plattenlabeln in ihrer Grauzone und will über diese Bands und Labels informieren und aufrütteln.

Für alle Veranstaltungen im Rahmen des festival contre le racisme gilt:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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1 Antwort auf „festival contre le racisme am DO-Campus“


  1. 1 Dortmund: festival contre le racisme « Laut. Dreckig. Ruhrpott. Pingback am 23. Mai 2011 um 23:26 Uhr
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