1000 Leute beim 2. Euromayday

Bis zu 1000 Teilnehmer fanden am heute den Weg zum Euromayday, der zum 2. Mal am Maifeiertag in Dortmund stattfand. Mit 3 Musikwagen und zahlreichen bunten und beachtenswerten Aktionen zog die Parade vom Nordmarkt in den Westpark.

Gegen 14:00 sammelten sich die zahlreichen Teilnehmer am Nordmarkt. Hier wie auch an allen weiteren Kundgebungsorten fanden Interviews mit politisch und künstlerisch Aktiven aus Dortmund statt. Am Nordmarkt waren vor allem die Zustände in der Nordstadt und die Hetze der bürgerlichen Politiker dagegen Thema. Mit Schildern, Sprechblasen und Transparenten ausgestattet ging es los in Richtung Innenstadt.

Auf dem Weg zur nächsten Zwischenkundgebung wurde die Wache Nord der Dortmunder Polizei mit roten Farbflaschen attackiert. Die Polizisten der Wache Nord sind maßgeblich an der aktuellen Repression gegen Bulgarische und Rumänische Migrant_innen in der Nordstadt beteiligt, extra zu diesem Zweck wurde die Belegschaft der Wache erst kürzlich deutlich aufgestockt.

Vor der Kneipe “Hirsch-Q” auf der Brückstraße fand die erste Zwischenkundgebung statt. Die Kneipe war in den letzten Jahren immer wieder Ziel von Angriffen durch Dortmunder Nazis, zuletzt vor vier Monaten. In Interviews berichtete ein Mitarbeiter des Lokals von den Angriffen und den seltenen juristischen Konsequenzen für die Angreifer. Ein Vertreter des Dortmunder Antifa-Bündnisses (DAB) wurde zur Naziszene in Dortmund befragt. Als sich die Demo wieder in Bewegung setzen wollte, erschienen auf dem Dach eines nahen Gebäudes mehrere Menschen in Kostümen, die die Parade mit Konfettikanonen, Luftballons und Antifafahnen grüßten und Transparente entrollten.

Die Demonstranten zogen weiter zum Schauspielhaus, wo im Rahmen eines Interviews von der Kunstaktion „Unbehaust – 100 Zelte Kunst“ berichtet wurde, die sich mit Obdachlosigkeit beschäftigt. Ebenfalls am Schauspielhaus stellten sich die Aktivisten der Kampagne UZDO vor, die ein selbstverwaltetes Kulturzentrum für Dortmund fordern. Der Aufbruch zur nächsten Zwischenkundgebung wurde auch hier von einer Performance begleitet: Die kostumierten Schauspieler_innen des Theaters Dortmund und der Reihe “Stadt ohne Geld” schlossen sich der Demo an und trugen ihr Motto “Wir machen uns die Stadt zur Leinwand” mit einem gigantischen Transparent in die Parade.

Der letzte Zwischenhalt fand am “Dortmunder U” statt, wo der Journalist Stefan Laurin vom Blog “Ruhrbarone” Fragen zur Kulturhauptstadt und der Kritik an Projekten wie dem “Dortmunder U” beantwortete. Zum Thema Zivilcourage gegen Nazis sprach “Taxi Tom.” Während der Zwischenkundgebung wurde der gesamte Vorplatz des “U” mit Straßenkreide bemalt.

Vom “U” zog die Parade zu ihrer vierten und letzten Station, dem Westpark. Hier klang die Demonstration mit Grußwörtern und Vorstellungen von anderen Kampagnen, wie z.B. “Du It Yourself” aus Duisburg, aus.
Das Dortmunder Antifa-Bündnis freut sich, dass auch im zweiten Jahr der Euromayday in Dortmund zu einem derartigen Erfolg geworden ist. Es hat uns Spaß gemacht, mit vielen verschiedenen Kämpfenden aus Dortmund und der Umgebung auf die Straße zu gehen, Aktuelles über ihre Projekte, Tätigkeitsfelder und Themenschwerpunkte zu erfahren, und auf dem Weg die vorzügliche Musik von den Lautsprecherwagen des Euromayday-Bündnisses, der Beatplantation und von Feel Vergnügen zu genießen.

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