Archiv für März 2011

„Thomas-Schulz-Straßen“ in Dortmund

In den letzten Tagen wurden offenbar mehrere Dortmunder Straßen symbolisch umbenannt. Anstatt “Kameradschaftsweg” oder “Reichswehrstraße” waren die letzten Tage überall im Dortmunder Stadtgebiet “Thomas-Schulz-Straßen” zu finden, welche auf die Ermordung des Punks Thomas “Schmuddel” Schulz vor sechs Jahren aufmerksam machen sollen. Bis heute gibt es am Ort des Verbrechens, der U-Bahnstation Kampstraße, keine Gedenktafel für Thomas.

Gedenktafeln für Thomas “Schmuddel” Schulz


In den vergangenen Tagen wurden an der U-Bahnstation Kampstraße mehrere Gedenktafeln angebracht, die an die Ermordung des Punks „Schmuddel“ vor sechs Jahren auf einer unteren Ebene der Station Kampstraße erinnern. Er wurde von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin erstochen. Die Tafeln tragen folgende Aufschrift:

In Gedenken an Thomas „Schmuddel“ Schulz.
† 28.03.2005
Ermordet von einem Neo-Nazi!
Siempre Antifascista!

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Kundgebung in Gedenken an Thomas Schulz


Etwa 150 Antifaschist_innen gedachten gestern am U-Bahnhof Kampstraße Thomas “Schmuddel” Schulz. Der Punker war am 28.03.2005 von Sven Kahlin – einem Dortmunder Neonazi – an der Haltestelle in der Dortmunder Innenstadt erstochen worden.

In Redebeiträgen wurde sowohl an die Tat erinnert, als auch über aktuelle neonazistische Gewalttaten berichtet. Besonders hervor sticht dabei der letzte Angriff auf die Kneipe Hirsch-Q im Dezember des vergangenen Jahres, an dem sich auch der zwischenzeitlich aus der Haft entlassene Mörder von Thomas Schulz beteiligte.

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Neonazi Rene H. in Dorstfeld geoutet

Offenbar wurde heute in den frühen Morgenstunden der Dortmunder Neonazi Rene H. in seiner Nachbarschaft geoutet. Ein Bericht auf der linken Veröffentlichungsplattform indymedia dokumentiert die Aktion. Zahlreiche Plakate und mehre Hundert Flugblätter sollen in seinem unmittelbaren Wohnumfeld angebracht und verteilt worden sein. Der 21-jährige Neonazi stamme ursprünglich aus dem Norden Deutschlands und wohne nun im westlichen Dortmunder Stadtteil Dorstfeld. Weiter heißt es über seine Person: „Er beteiligt sich aktiv an Neonaziaufmärschen und ist fest beim ‚Nationalen Widerstand Dortmund‘ integriert.“

Ferner stellen die AktivistInnen die Outing-Aktion in einen größeren Bedeutungszusammenhang: „Das heutige Outing ist als Reaktion auf die Veröffentlichung zahlreicher rassistischer Texte auf ihrer „Weltnetzseite“ über Rumän*innen und Bulgar*innen in der Dortmunder Nordstadt zu verstehen. Ebenso begreifen wir die Aktion als Antwort auf ihren gestern veröffentlichten Bericht über die Dortmunder Antifa (mit dem sie einmal mehr ihre Unkenntnis über linke Strukturen unter Beweis gestellt hatten) und den Nazi-Mord an Thomas Schulz, den sie beharrlich versuchen zu relativieren.

„Schmuddel“-Gedenkkundgebung am 28.03.


Morgen findet ab 18.30 Uhr die Gedenkkundgebung zum Jahrestag der Ermordung von Thomas “Schmuddel” Schulz statt. Auf einer unteren Ebene der U-Bahnstation Kampstraße wurde der Punker “Schmuddel” vor genau sechs Jahren von dem Neonazi Sven Kahlin erstochen. An demselben Ort wollen wir an den Nazi-Mord erinnern und seinem Opfer gedenken. Auf der Kundgebung wird in Redebeiträgen u. a. erläutert, warum es wichtig ist, diesem Mord und allen anderen rechten Gewalttaten nicht zu vergessen. Ferner werdet ihr über den aktuellen Stand der Planungen zur Gedenkdemonstration am nächsten Samstag, dem 02.04., um 16 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof informiert. Im Anschluss sorgen die beiden Bands How 2 Start (Hardcore) und Leerstelle (deutschsprachiger Punk) für ein angemessenes Rahmenprogramm.

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Nachgereicht: DAB-Redebeitrag zur Dortmunder Antirepressionsdemo

Im Folgenden dokumentieren wir den Redebeitrag des Dortmunder Antifa-Bündnisses (DAB), der bei der Antirepressionsdemo am 19.03.2011 in Dortmund gehalten wurde. Unseren Kurzbericht zu der Demo findet Ihr hier, den ausführlichen Bericht der OrganisatorInnen könnt Ihr hier nachlesen.

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Mobi-Graffiti für “Schmuddel”-Gedenkdemo

Mobi-Graffiti für die \"Schmuddel\"-Gedenkdemo am 02.04.

Offenbar haben einige Sympathisant_innen in Bochum ein Graffiti für die anstehende Thomas-Schulz-Gendenkdemo gemalt. Das Dortmunder Antifa-Bündnis erhielt per Mail einen Hinweis und konnte das Kunstwerk daraufhin abfotografieren. Das Bild zeigt neben einem Aufruf zur Gedenkdemo einen Charakter, welcher eine Fahne mit den Buchstaben “AFA” hält, ein Akronym für “Antifaschistische Aktion”. Daneben lässt sich der Schriftzug “Siempre” erkennen, womit offensichtlich zum einen auf die Notwendigkeit antifaschistischer Arbeit hingewiesen und sich zum anderen solidarisch mit der Arbeit der Kampagne “siempre antifascista” erklärt werden soll.

Bereits im letzten Jahr erstellten Sympathisant_innen ein Graffiti, das zur Beteiligung an unserer Gedenkdemo aufrief.

Aufruf der Dortmunder Straßenprostituierten zu einer Demonstration am 24. März

Am 31. März will der Rat der Stadt Dortmund über den Straßenstrich an der Ravensberger Straße entscheiden: Es steht zu vermuten, dass er verboten wird. Oberbürgermeister Ullrich Sierau erklärte jüngst, dies liege im „Interesse eines friedlichen und geordneten Zusammenlebens in der Nordstadt“ (BILD, 16.03.2010). Auch die Polizei fordert eine sofortige Schließung des Straßenstrichs und griff mit einer Groß-Razzia am Mittwochabend der Entscheidung des Rates vorweg: Rund 100 Beamte kontrollierten über 600 AnwohnerInnen und PassantInnen rund um Nordmarkt und Schleswiger Platz. Auch die etwa 60 Prostituierten an der Ravensberger Straße wurden kontrolliert und kriminalisiert. Dieses schikanöse Vorgehen reiht sich ein, in eine lange Reihe von antiziganistischer Mobilmachung gegen RumänInnen und BulgarInnen und der populistischen Stimmungsmache gegen einen ganzen Stadtteil und dessen BewohnerInnen, an dem sich sowohl LokalpolitikerInnen, Polizei als auch die Presse beteiligen. „So werden einmal mehr nicht die Verhältnisse bekämpft, sondern die Frauen, die unter prekären Verhältnissen ihren Lebensunterhalt verdienen; eine rassistische Atmosphäre wird angeheizt“, so das Transnationale Aktionsbündnis.

Die Kommunikations- und Beratungsstelle für Prostituierte veröffentlichte im Februar eine Stellungnahme zum Erhalt des Straßenstrichs in Dortmund und der Zuwanderung in die Nordstadt und ruft zusammen mit den Straßenprostituierten zu einer Demonstration am kommenden Donnerstag auf. Den Aufruf „Skandal im Sperrbezirk!“ wollen wir an dieser Stelle dokumentieren.

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250 auf Demo gegen staatliche Repression

Gestern fand nun bereits zum zweiten Mal die Demonstration der Antifaschistischen Jugend Dortmund gegen Polizeigewalt und staatliche Repression in Dortmund statt. Rund 20 verschiedene Gruppen hatten zur Teilnahme aufgerufen. Das Dortmunder Antifa-Bündnis unterstützte das Anliegen der Demonstration und hatte unter dem Motto „Weder Freund, noch Helferin – Feuer und Flamme der Repression!“ einen eigenen Kurzaufruf veröffentlicht.

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Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt

Unter dem Titel „Opferperspektiven – Rechte Gewalt in NRW und deren Opfer“ veranstaltete ein Bündnis nordrhein-westfälischer Initiativen am vergangenen Mittwoch, dem 16. März, in Düsseldorf eine Podiumsdiskussion. Angesichts der hohen Anzahl neonazistischer Gewalttaten in NRW wollten die VeranstalterInnen die Situation der Betroffenen und ihre Forderung nach einer unabhängigen, professionellen Opferberatung in NRW nach dem Vorbild der ostdeutschen Bundesländer in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Nachfolgend ein ausführlicher Bericht zum Verlauf der Veranstaltung, bei der auch eine von Nazis bedrohte Familie aus Dortmund ihre Erfahrungen dem Publikum schilderte:

Silvia Claus führte lange ein normales Leben in Dortmund. Dann „outeten“ Neonazis im Internet ihren Sohn als Gegner der Rechtsradikalen. Es folgten nicht nur Psychoterror, sondern auch Attacken. Nach einem Überfall hat der Sohn Todesangst.

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