250 Menschen auf Solidaritätsdemo


Am 18.12.2010 demonstrierten bis zu 250 Menschen in Dortmund gegen Nazi-Terror und für Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt. Aufgerufen hatte das Dortmunder Antifa Bündnis (DAB). Anlass für die Demonstration war der Überfall von Mitgliedern der “Skinheadfront-Dortmund-Dorstfeld” am Samstag, dem 11.12.2010, auf die Kneipe “Hirsch-Q”.

Gegen 16:00 Uhr sammelten sich nach und nach bis zu 250 Menschen an den Katharinentreppen vor dem Dortmunder HBF. Nach kurzer wetterbedingter Verzögerung startete die Demonstration. Dabei wurde mit einem Redebeitrag über “Kategorie C” informiert. Die Demo startete in Richtung Hirsch-Q über den Wall, auf diesem wurde auf der Höhe des alten Postgebäudes über den Neonazianwalt und das “pro-NRW”-Mitglied André Picker informiert. An der “Hirsch-Q” angekommen, wurde eine erste Zwischenkundgebung abgehalten. In Redebeiträgen wurde über den Tathergang informiert sowie die anliegenden Geschäfte und Kiosks zur Solidarität mit der Kneipe und den Opfern des Angriffs aufgerufen. Zudem wurde eine Pressemitteilung der Kneipe “Hirsch-Q” vorgelesen, die im Wesentlichen auf einer Stellungnahme der genannten Kneipe basiert. In dieser wurde die Tatsachen verdrehende Berichterstattung seitens Polizei und Lokalpresse und das mangelnde Problembewusstsein der Stadt Dortmund im Umgang mit Neonazis kritisiert.

Danach zog die Demonstration lautstark in Richtung des Museums am Ostwall (MaO), wo eigentlich am selben Tag eine Veranstaltung des “UZ-Dortmund” stattfinden sollte. Diese musste jedoch aufgrund der bürokratischen Nutzungsvereinbarung der Stadt Dortmund abgesagt werden. Ein Redebeitrag ging kurz auf das mangelnde Interesse der Stadt an junger, kreativer, unkommerzieller und alternativer Kultur ein. Von dort aus ging es weiter zur Abschlusskundgebung auf dem Friedensplatz. Hier boten die Aktivist_innen des UZDO eine mobile Küche für alle (KüfA) an und versorgten die Demonstranten_innen mit warmen Essen und Getränken.

Die gesamte Demo über wurde auf das mangelnde Problembewusstsein der Stadt sowie der Polizei hingewiesen. Die Polizei hingegen versuchte durch ein Spalier und erneut mit übertriebenen Auflagen das Auftreten der Demonstration und dessen Anliegen zu kriminalisieren. Zudem wurde immer wieder damit gedroht, einzelne Menschen aus der Demo zu ziehen sowie den Lautsprecherwagen und dessen Besatzung anzugehen. Trotz des schlechten Wetters und der kurzen Mobilisierung freuen wir uns, dass es rund 250 Menschen geschafft haben die Demonstration kraftvoll zu unterstützen. Entschuldigen wollen wir uns an dieser Stelle für die recht lange Wartezeit am Startpunkt.

Am selben Tag sollte außerdem ein Weihnachtskonzert der Rechtsrock-Band “Kategorie-C” im Raum Dortmund stattfinden. Dies musste allerdings Dank der Intervention von Antifaschist_innen in einer Ersatzlokalität in Oberhausen stattfinden.

Die Ereignisse in den vergangenen Tagen haben uns erneut aufgezeigt, dass wir uns nicht auf Erfolgen ausruhen können, sondern dass sich nur durch langfristige antifaschistische Arbeit Änderungen ergeben werden.

Infos: dab.nadir.org

Presse:
20.12.10 – Friedlicher Protest der Antifa gegen Neonazis (WAZ)
19.12.10 – Friedlicher Protest gegen rechte Gewalt (RN)

Bilder:

Meldung verbreiten:
  • Facebook
  • MySpace
  • Twitter
  • Identi.ca
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • PDF
  • email
  • Google Bookmarks
  • RSS