Archiv für November 2010

Infos zum kommenden Samstag

Für Samstag, den 4. Dezember, rufen die Dortmunder Neonazis zu einer „Demonstration für Meinungsfreiheit in Dortmund“ auf. Anlass ist eine Reihe von polizeilichen Maßnahmen gegen die Dortmunder Neonaziszene in der vergangenen Woche.

Am Mittwoch durchsuchte der Staatsschutz mit einer Hundertschaft der Polizei zwei Wohnungen und das so genannte „Nationale Zentrum“ in der Rheinischen Straße. Der Grund: Offenbar wurden über den von Dennis Giemsch betriebenen Versand „Resistore“ Tonträger mit indizierter Musik verkauft. Als die Neonazis deshalb am darauf folgenden Tag Flugblätter verteilten, gerieten sie mit PolizistInnen aneinander, woraufhin mehrere Neonazis in Gewahrsam genommen wurden.

(mehr…)

Neonazis kündigen Aufmarsch am 04.12. an

Für den kommenden Samstag, den 04. Dezember, rufen lokale Neonazis zu einem Aufmarsch in Dortmund auf. Anlässlich der jüngsten Razzien gegen die hiesige Neonaziszene, wollen sie nun „für Meinungsfreiheit“ demonstrieren. Die Auftaktkundgebung soll um 13.00 Uhr vor dem Dortmunder Hauptbahnhof beginnen.

Weitere Infos folgen.

Update: Razzien gegen rechten Versandhandel

Archivaufnahme am 30.04.2010
Die mehrstündigen Hausdurchsuchungen am Mittwochabend in Wohn- und Geschäftrsäumen in Dorstfeld und Lütgendortmund richteten sich offenbar gezielt gegen den extrem rechten Internetversandhandel „resistore“ und den Betreiber, dem Dortmunder Führungskader, Dennis Giemsch. Grund für die Razzien soll eine indizierte CD mit volksverhetzenden und rassistischen Inhalten sein, die laut Aussage der Staatsanwaltschaft über den Neonazi-Versand vertrieben wurde. Das Ermittlungsverfahren sei auf einen Hinweisgeber aus Berlin zurückzuführen, der den Beamten den entscheidenden Tipp gegeben haben soll. Ob die Hausdurchsuchungen mit der Erweiterung des Warenangebots an CDs zusammenhängen, bleibt bisher unklar. Erst vor einem Monat hatte der „resistore“ sein Sortiment erweitert und angekündigt das Angebot dahingehend konstant auszubauen. Neu im Repertoire sind seitdem u.a. „Uwocaust & alte Freunde – Sprengstoffmelodien“ und „Burn Down – Tag der Rache“.

(mehr…)

Hausdurchsuchungen bei Neonazis

Wie soeben bekannt wurde haben Einsatzkräfte der Dortmunder Polizei mehrere „Wohnungen bzw. Geschäftsräume an der Rheinischen Straße, Thusneldastraße und Holtestraße“ von lokalen Neonazis durchsucht. Betroffen davon dürfte u.a. das „Nationale Zentrum“ an der Rheinischen Straße 135 sein, das von Neonazis als Lager- und Veranstaltungsraum sowie für allwöchentliche Kameradschaftsabende genutzt wird. Als Grund für die Durchsuchungen wird die „Auffindung von Beweismitteln“ angeführt. Gemeint sind Tonträger mit volksverhetzendem Inhalt.

Die Dortmunder Rechten führten in den letzten Tagen mehrere Aktionen durch, die ihre neonazistische und geschichtsrevisionistische Ideologie offenbarten: Am 9. November, dem Jahrestag der Reichpogromnacht, störten sie ähnlich wie im letzten Jahr eine Gedenkfeier am jüdischen Mahnmal für die Dorstfelder Synagoge. Am so genannten Volkstrauertag, wenige Tage später, glorifizierten nach Eigenangaben rund 45 Neonazis deutsche Soldaten an der Kriegsgräberstätte am Hauptfriedhof. Nach einem Aufmarsch in Remagen (Rheinland) am vergangenen Samstag veranstalteten hiesige Neonazis einen Vortrag mit der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck.

Über Hintergründe und aktuelle Entwicklungen in diesem Fall halten wir euch auf dem Laufenden.

Infos:
Durchsuchungsbeschlüsse gegen Rechtsextreme vollstreckt

In Gedenken an die Pogromnacht von 1938

Anlässlich des 72. Jahrestages der antisemitischen Pogrome vom 9. November 1938 zeigt der Antifaschistische Impuls Dortmund am Sonntag, dem 7. November, den Film „Die Feuerprobe“ von Erwin Leiser. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Kulturhaus Taranta Babu. Weitere Infos findet ihr hier.

Zudem veranstaltet das Antifaschistische Bündnis 9. November am Jahrestag der Pogromnacht eine Gedenkkundgebung am Mahnmal an der alten Stadtmauer in Duisburg. In dem Aufruf heißt es: „In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereigneten sich im gesamten deutschen Reichsgebiet massive Gewaltexzesse und Sachbeschädigungen gegenüber jüdischen BürgerInnen und ihrem privaten und öffentlichen Besitz wie Geschäften und Synagogen. So wurde auch in Duisburg die Synagoge in der Innenstadt niedergebrannt, ebenso die Synagogen in den Stadtteilen Ruhrort und Hamborn. […] Wir wollen, 72 Jahre nach den Ereignissen dieser Novembernacht, den Fokus der Betrachtung zumindest ein wenig zu verschieben versuchen: Weg von einer bloßen Erwähnung der Ereignisse hin zu einer Kontextualisierung ins Zeitgeschehen. Wir wollen uns der Frage widmen, welche Ideologie(n) innerhalb einer Gesellschaft der breiten Zustimmung bedürfen, damit derartige Vorgänge ohne nennenswerte Proteste und Unmutsäußerungen geschehen können, und wir wollen uns auch der Frage widmen, inwiefern einzelne Versatzstücke der damals in der deutschen Bevölkerung verbreiteten Geisteshaltungen noch immer in den Köpfen vieler MitbürgerInnen vorhanden sind.“