Rechter Mörder weiterhin aktiv in Naziszene

Unter dem Motto „Das System bringt uns den Volkstod – Freie Völker statt freie Grenzen!“ versammelten sich gestern rund 230 Neonazis zu einem Aufmarsch in der Nachbarstadt Hamm. Organisiert wurde der Aufzug laut den VeranstalterInnen von „Freie[n] Kräfte aus der Region“. Als Redner trat dabei u. a. auch der rechter Mörder Sven Kahlin ans Mikrophon. Er verlas eine Grußbotschaft der HNG-Vorsitzenden Ursula Müller. Gegen die Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige e.V. (HNG), von der auch Kahlin während seiner Haftzeit betreut wurde, ist offenbar eine Verbotsprüfung eingeleitet worden. Anfang September wurden deswegen Durchsuchungen und Beschlagnahmen bei Angehörigen der neonazistischen Szene durchgeführt.

Sven Kahlin hält seine Rede beim Naziaufmarsch am 23.10.2010 in Hamm
Sven Kahlin hält seine Rede beim Naziaufmarsch am 23.10.2010 in Hamm

Der kürzlich aus der Haft entlassene Kahlin hatte im März 2005 den Punk Thomas Schulz in Dortmund erstochen und musste deswegen letztlich für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Für seine Rede wurde er von seinen „Kameraden“ bejubelt, nicht zuletzt deswegen, weil er nochmals betonte, dass seine neonazistische Gesinnung in der JVA nicht „gebrochen“ werden konnte. Auch bei einem Aufmarsch vergangenen Samstag in Leipzig war er mit Dortmunder Neonazis angereist. Kahlin ist nach seiner Haft-Entlassung offensichtlich weiterhin in neonazistischen Kreisen aktiv. Auf dem T-Shirt des rechten Mörders, der morgen 23 Jahre alt wird, stand beim gestrigen Naziaufmarsch: „Was sollten wir bereuen?

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