200 beim Protest gegen Nazi-Kundgebung

Der Bericht des s4-Bündnisses zur Nazi-Kundgebung vom 08. Juli 2010:

Nazi-Kundgebung vom 08.07.2010

Das hatten sich die Dortmunder Neonazis mit Sicherheit anders vorgestellt. Ihrem Aufruf zu einer Kundgebung mit dem Thema: „Gegen Steuergeldverschwendung, Parteienfilz und Vetternwirtschaft“ folgten am heutigen Donnerstag, dem 08.07.2010, circa 60 Anhänger_innen der so genannten „Autonomen Nationalist_innen“ aus Dortmund und Umgebung. Die Stadt Dortmund hatte einige Tage zuvor bekannt gegeben, dass sie ein Haus an der Rheinischen Straße gekauft hat, dessen Gewerbefläche im Erdgeschoss die Dortmunder Neonazis seit ca. einem Jahr als ein „Nationales Zentrum“ nutzen. Die Neonazis wollten „diese Vorgänge jedoch nicht schweigend hinnehmen“. Symbolisch wollten Dennis Giemsch und sein Anhang deshalb heute, zeitgleich zur Ratssitzung in der über den Verkauf städtischer Gebäude zur Kassenaufbesserung besprochen wird, eine Kundgebung abhalten und hofften dabei auch innerhalb der Bevölkerung auf viel Zuspruch. Dieser bleib wie zu erwarten aus und so traf sich der immer gleiche braune Haufen und blieb weitgehend unter sich.

Dem Aufruf Dortmunder Antifaschist_innen, die Nazis bei der diesjährigen Dortmunder Vuvuzela-WM zu übertönen, folgten zeitweise 200 Menschen. Diese fanden sich allmählich gegen 18:30 Uhr an der Sparkasse oberhalb der Katharienentreppen ein und bewiesen ordentlich Puste. So gelang es, trotz einer strikten Trennung von Neonazis und Gegendemonstrant_innen durch die Polizei, die Rechten zu isolieren und die Redebeiträge durch eine Menge Krach kaum hörbar zu machen.

Für Passant_innen war die Kundgebung wohl eher ein Ärgernis. Wer über die Katharinenstraße in die Innenstadt gelangen wollte musste eine Art „Nazitunnel“ durchqueren, in dem die Neonazis sich, von der Polizei geschützt, mit ihren Fahnen und Parolen versuchten in Szene zu setzen.

Nach langweiligen zwei Stunden hatten die Nazis dann genug. Gegen 20:30 Uhr beendeten sie ihre Kundgebung und packten ihre Sachen. Team Green leitete sie anschließend mit der S-Bahn zurück nach Dortmund-Dorstfeld.

Alles in allem ein recht gelungener Tag, denn oftmals halten die Dortmunder Nazis ihre Kundgebungen am Hauptbahnhof ohne breiteren Protest ab. Eine substantielle Störung – wie vor ein paar Wochen bei „Pro NRW“ – war heute leider nicht drin, aber wir werten das schonmal als ein gutes Zeichen für den September, dass spektrenübergreifend und auch unter Beteiligung von Leuten, die nicht in antifaschistischen Gruppen organisiert sind, protestiert wurde.

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