Letzte Infos zur Gedenkdemo

+++ Antifa-Demo startet spätestens um 16.30 Uhr +++ Demo führt durch die Dortmunder Nordstadt +++ Abschlusskundgebung findet am U-Bahnhof Kampstraße statt +++ EA- und Demo-Sani-Strukturen stehen bereit +++ Kameras bitte zu Hause lassen! +++ Bisher nichts von rechten Stör- bzw. Gegenaktionen bekannt +++ Trotzdem Vorsicht bei Rückreise: Neonazis kommen etwa zeitgleich vom Aufmarsch in Stolberg (bei Aachen) zurück +++ Wetter: vermutlich regnerisch+++

03.04.2010 | 16:00 h

EA-Nummer: wird erst auf der Demo bekannt gegeben.
Info-Ticker: identi.ca/amzdo bzw. twitter.com/amzdo

Im Vorfeld
In den letzten Wochen fanden mehrere Aktionen statt, die an die Ermordung des Punkers Thomas „Schmuddel“ Schulz, der am 28.03.2005 von einem jugendlichen Neonazi im U-Bahnhof Kampstraße erstochen wurde, erinnern und zugleich auf die antifaschistische Gedenkdemonstration am 03.04. in Dortmund aufmerksam machen sollten. Dazu gehörten mehrere an der U-Bahnhaltestelle Kampstraße angebrachte Gedenktafeln und zahlreiche Umbenennungen von Straßen, die u. a. WegbereiterInnen, TäterInnen oder Organisationen des Nationalsozialismus glorifizierten und nun – zumindest für kurze Zeit – Opfern faschistischer Gewalt aus Deutschland und Europa gewidmet waren.

Zudem wurden mehrere Tausend Aufkleber, Flugblätter und Plakate verklebt und verschickt, sowie bei den diversen antifaschistischen Aktionen und Veranstaltungen in Dortmund und Nordrhein-Westfalen verteilt. In Münster fand am 19.03. eine gut besuchte Vortragsveranstaltung statt, bei der wir über die Akteure und Strukturen der Dortmunder Neonaziszene und deren Entwicklung informierten.


Einer von vielen Tausend Aufklebern, die während der Mobilisierung verklebt wurden.

Am 28.03., dem Jahrestag von Thomas‘ Ermordung, fand schließlich eine antifaschistische Kundgebung an der Kampstraße statt, an der mehr als 50 Personen teilnahmen. Dort wurde in Redebeiträgen der Forderung nach einer fest installierten Gedenktafel Nachdruck verliehen und auf die neueren Aktivitäten der lokalen Neonaziszene hingewiesen.

Zur Gedenkdemo
Die Demonstration versammelt sich ab 16 Uhr am Vorplatz des Dortmunder Hautbahnhofs und startet dann spätestens um 16.30 Uhr durch die nördliche Innenstadt. Gegen 19 Uhr werden wir die Gedenkdemo mit einer Abschlusskundgebung am U-Bahnhof Kampstraße beenden.

Das Wetter soll regnerisch werden. Es empfiehlt sich daher, sich auf alle Eventualitäten einzustellen und Schal, Mütze und Sonnenbrille mitzunehmen. Zur Sicherheit werden Demo-SanitäterInnen die Demonstration begleiten und uns unterstützen. Der Ermittlungsausschuss (EA) wird auch im Anschluss der Demonstration seine Arbeit aufrecht erhalten, um euch bei eventuellen Problemen auf der Rückreise, im Rahmen seiner Möglichkeiten, helfen zu können. Die Nummer des EAs wird wie jedes Jahr erst auf der Demonstration bekanntgegeben. Es wird auch einen Info-Ticker für Interessierte geben. Dieser ist unter identi.ca/amzdo bzw. twitter.com/amzdo abrufbar.


Für Thomas Schulz und die Gedenkdemonstration [Foto: Antifa Jugend Dortmund]

Wir weisen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich darauf hin, dass nur ausgewiesene oder uns bekannte JournalistInnen mit Pressebinden Film- und Fotoaufnahmen unserer Demonstration machen werden. Die Pressebinden gibt es nach einer kurzen Akkreditierung vor der Demo am Lautsprecherwagen. Alle anderen DemonstrationsteilnehmerInnen bitten wir das Fotografieren zu unterlassen. Wir möchten es damit zum einen Neonazis erschweren, Aufnahmen von den DemonstrantInnen anzufertigen und zum anderen verhindern, dass unvorsichtigerweise hinterher unverpixelte Bilder im Netz landen. Auf unserer Demo gibt es verantwortungsvolle und erfahrene Leute, die, eingebunden in Strukturen, die Demonstration hinreichend dokumentieren. Es ist politisch überflüssig, dass aus reinem Privatvergnügen auf Demos andauernd alles fotografiert wird und die Bilder gedankenlos ins Netz gestellt werden. Das ist eine überflüssige Gefährdung unserer Strukturen. Dabei kann es nicht nur Aufgabe der OrdnerInnen sein darauf zu achten, dass keine Kameras/Handys benutzt werden. Wenn ihr Menschen fotografieren seht, bittet sie, das zu unterlassen. Sollten sie sich weigern, verweist sie gemeinsam des Platzes – wenn es sein muss, auch nachdrücklich. Passend dazu: „Filmen und Fotografieren auf Demos“ [pdf].

Hier finden sich noch einmal allgemeine und sinnvolle Tipps und Tricks zum Verhalten vor, auf und nach der Demo.

Zudem möchten wir nochmal auf die Möglichkeit hinweisen, Soli-Aufkleber für Dortmunder Antifa-Strukturen, erwerben zu können. Diese sind beim befreundeten SchwarzeSocke-Mailorder erhältlich. Das Geld wird vor allem zur Finanzierung der bevorstehenden Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz verwendet, aber auch zur Vorbereitung für die Aktionen gegen den Großaufmarsch Anfang September. Stärkt mit dem Erwerb des Soli-Materials linke Strukturen in Dortmund! Den Aufkleber könnt ihr hier bestellen oder auf der Demo beim Lautsprecherwagen kaufen.

Die Nazis
Öffentliche und eigenständige Aktionen der Neonazis waren in den letzten Wochen nicht wahrzunehmen. Lediglich als Reaktion auf den „Antifaschistischen Frühjahrsputz“ in Dortmund-Dorstfeld zeigten sie am Rande Präsenz und filmten und provozierten die DemonstrantInnen. In der Nacht zum 31.03. benannten sie einige Straßen in Dortmund nach Thomas‘ Mörder, Sven Kahlin, um. Gab es im letzten Jahr im Vorfeld der antifaschistischen Gedenkdemonstration noch einige Kundgebungen und Flugblattaktionen der Rechten und parallel zur Antifa-Demo einen kleineren Naziaufmarsch, ist es in diesem Jahr sehr ruhig geblieben. Die Nazis haben unsere Gedenkdemonstration, die jetzt bereits zum sechsten Mal stattfindet, natürlich auch auf dem Schirm. Sie veröffentlichten dazu kürzlich einen Bericht mit dem Titel „Schmuddel: Linker Gewalttäter ist kein Opfer!“, der nach einer kurzen Einleitung einen bereits im März 2008 erschienen Text beinhaltet und dem ein Redebeitrag von Sven Kahlin, dem Mörder von Thomas Schulz, welcher auf dem letzten Aufmarsch am 28.03.2009 verlesen wurde, angehängt ist. In diesem Bericht wird zum einen versucht, die Tatsachen über den Tathergang des Nazi-Mordes an Thomas Schulz zu verwischen und zum anderen findet sich dort ein schon damals schlecht recherchierter Exkurs „[z]u der [Dortmunder] Antifa“.


Straßenumbenennungen von Neonazis zur Glorifizierung des Mörders Sven Kahlin

Bisher liegt bei der Polizei aber keine Anmeldung für eine rechte Versammlung vor. Wenn überhaupt, kann nur mit kleinen Störversuchen gerechnet werden. Die Dortmunder „Autonomen Nationalisten“ werden also vermutlich größtenteils am Aufmarsch in Stolberg (bei Aachen) teilnehmen, welcher einige Stunden früher am selben Tag stattfinden wird. Beachtet dazu auch die gemeinsame Erklärung Aachener und Dortmunder Antifas. Hierbei liegt das größte Problem bei der Rückreise, da es nachdem unsere Demonstration aufgelöst wurde und sich die AntifaschistInnen auf dem Heimweg machen, zu Zusammenstößen mit (auch größeren) Gruppen von Neonazis kommen kann. Ihr solltet deshalb auf keinen Fall alleine reisen und euch angemessene Wechselkleidung mitnehmen.

Auf geht’s!
Der Aufruf „Linke Freiräume erkämpfen!“ zur diesjährigen Thomas-Schulz-Gedenkdemo wird bisher von 40 antifaschistischen Gruppen und Initiativen aus ganz NRW und darüber hinaus unterstützt. Nicht nur die virtuelle Unterstützung, sondern auch die einigen Tausend Plakate, Aufkleber und Flugblätter auf der Straße und in den Zentren sowie die verschiedenen Aktionen im Vorfeld geben Aufschluss über die große und schließlich erfolgreiche Mobilisierung zur Antifa-Demo. Wir hoffen auf rege Teilnahme und breite Unterstützung.

Antifaschistische Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz:
03.04.2010 | 16:00 h | Dortmund | Hauptbahnhof (Vorplatz)

EA-Nummer: wird erst auf der Demo bekannt gegeben.
Info-Ticker: identi.ca/amzdo bzw. twitter.com/amzdo

Weitere News rund um die Demo

28.03.10 – Kundgebung zum Jahrestag des Nazi-Mordes
26.03.10 – Film- und Fotoaufnahmen auf der Demo
20.03.10 – „Antifaschistischer Frühjahrsputz“ in Dorstfeld
19.03.10 – UnterstützerInnenliste für den 03.04.
15.03.10 – Dortmund: Im Westen viel Neues
14.03.10 – Antifaschist vom Verdacht der Vermummung freigesprochen
12.03.10 – Symbolische Straßenumbenennungen
11.03.10 – News rund um die Thomas-Schulz-Gedenkdemo
03.03.10 – Gedenktafeln für Thomas
02.03.10 – Erklärung zu parallelen Demos in Stolberg und Dortmund
25.02.10 – Interview mit Kiezsport zur Gedenkdemo
01.01.10 – Thomas-Schulz-Gedenkdemo am 03.04.

UnterstützerInnenliste

A2K2 [westliches Ruhrgebiet] | AG Kritische Kulturhauptstadt | AK Freiraum [Dortmund] | Antifa Ahlen | Antifaschistische Bewegung Nienburg | Antifa Bonn/Rhein-Sieg | Antifa Erftstadt | Antifa Essen Z | Antifa Impuls Dortmund | Antifa Heinsberg | Antifa Infoportal Weser / Deister / Leine | Antifa Jugend Dortmund | Antifa Jugend Minden | Antifa Jugend Mülheim | Antifaschistisches Kollektiv Düsseldorf | Antifa Leichlingen | Antifaschistische Linke Münster | Antifa Lünen | Antifa Medienzentrum Dortmund | Antifa Oer-Erkenschwick | Antifa [rk] Wunstorf | Antifa Siegen | Antifa UNited | Antifa Wipperfürth | Antinationale Antifa Dortmund | Antinationale Initiative [Hannover] | Autonome Antifa Rheine | Autonome Jugend Antifa Hagen | Emanzipatorische Aktion Münster – Lotta Antifascista | Emanzipatorische Lüdenscheider AntifaschistInnen | FAU Dortmund | Forum gegen Rassismus [AStA Uni Dortmund] | Infoportal Kiezsport [Dortmund] | Junge Linke Lippstadt | Offene Antifa Recklinghausen | Revolutionär Anarchistischer Widerstand Windeck | Linksjugend [’solid] Bochum | salon des communistes [Düsseldorf] | Shutdown! [Köln] | Wohn- und Kulturprojekt G18 [Bremen]

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