Symbolische Straßenumbenennungen

Reichswehrstr.
Gestern wurden in Dortmund offensichtlich mehrere Straßen und Plätze umbenannt. Mit dieser Aktion sollte vermutlich sowohl auf die bevorstehende Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz hingewiesen werden, als auch anderen Opfern faschistischer Gewalt gedacht und der Blick über die bundesdeutschen Grenzen hinweg, auf die internationale Situation der Neonazi-Bewegungen und -Aktivitäten geweitet werden. Zudem wollten die AktivistInnen mit dieser symbolischen Aktion offenbar auch auf das Problem hinweisen, dass viele Straßen und Plätze immer noch nach WegbereiterInnen, TäterInnen oder Organisationen des Nationalsozialismus benannt sind.

Obwohl es zum Beispiel mit der Karl-Liebknecht-Straße und der Elisabeth-von-Thadden-Straße viele Straßen in Dortmund gibt, die an AntifaschistInnen bzw. WiderstandskämpferInnen gegen den Nationalsozialismus erinnern, gibt es auch einige mehr als hässliche Straßennamen. Dazu zählen unter anderem die Reichswehrstraße und die Moltkestraße. Zusätzlich wurden offenkundig Straßen umbenannt, auf denen sich neonazistische Überfälle (Hohe Str. und Kampstr.) ereignet haben bzw. die für die extrem rechte Szene und deren Infrastruktur eine besondere Bedeutung haben (Rheinische Str.).

Die neuen Namen der umbenannten Straßen orientieren sich dabei an Opfern faschistischer Gewalt aus Deutschland und Europa. Dazu zählen unter anderem Thomas Schulz, Amadeu Antonio und David Cesare. Wir wollen an dieser Stelle deutlich machen, dass es sich bei den Opfern faschistischer Morde keinesfalls um Helden oder gar MärtyerInnen der antifaschistischen Bewegung handelt und ihr Tode keinen ideologisierbaren Zweck erfüllen. Ihre Tode sind lediglich traurige Realität in einer Welt, in der Nazis weiterhin die Möglichkeit haben, brutale Übergriffe zu verüben und Menschen, die sich antifaschistisch engagieren oder die sich ihnen einfach nur in den Weg stellen, anzugreifen und zu ermorden.

Mit der Dokumentation der Umbenennungen erklären wir uns außerdem solidarisch mit anderen Gedenkdemonstrationen wie beispielsweise in Berlin und der Arbeit der Kampagne Siempre Antifascista.

Kein Vergeben – Kein Vergessen!
In Gedenken an Opfer rechter Gewalt!
Gegen Opfermythen und Revisionismus!

Fotos:
Deutsche Str.

Kameradschaftsweg

Preußische Str.

Reichswehrstr.

Rheinische Str.
An der Rheinischen Straße, beim „Nationalen Zentrum“

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