Neonazis wegen Körperverletzung angeklagt

Bereits Mitte letzten Jahres standen die Dortmunder Neonazis vor Gericht, da sie am Rande des großen Neonaziaufmarsches am 6. September 2008, mindestens einen 26jährigen Punker zusammengeschlagen haben sollen. Der 26-Jährige erlitt bei der Attacke zahlreiche Prellungen und Blutergüsse im Gesicht, an den Armen und am Oberkörper. Damals ging der rechte Stammanwalt André Picker in Berufung.

Derzeit sind zwei Dortmunder Neonazis aus der Nordstadt angeklagt. Bei dem 44järhigen handelt sich um Peter Gläser, ehemals Mitglied in der Kameradschaft Dortmund und der Borussenfront. Der enge Freund von Siegfried Borchardt taucht auch in der WDR-Dokumentation „Der braune Sumpf“ auf, als er mit anderen Neonazis am Dortmunder Kanal sitzt und sein auf dem Rücken tätowiertes Hakenkreuz zu verbergen versucht. Deshalb stand er schon 2007 vor Gericht und wurde zu einer Geldstrafe von 800€ verurteilt. In einem Zeitungsartikel heißt es zu dem damaligen Prozess:

„Der einschlägig vorbestrafte Mann lag an einem heißen Julitag 2006 mit bloßem Oberkörper am Kanal, was an sich nicht strafbar ist – hätte er nicht unübersehbar sein überdimensionales Hakenkreuz auf seinem Rücken präsentiert. Außerdem hatte er eine Wand in seiner Wohnung in der Mallinckrodtstraße mit dem widerlichen Motiv bemalt, was zwei Passanten auf der Straßenseite gegenüber auffiel. Sie alarmierten die Polizei, wollten jedoch aus Angst vor Repressalien anonym bleiben. Damit hat sich der Rechtsradikale gleich in zwei Fällen wegen ‚Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen‘ schuldig gemacht.“

Der in Bochum wohnhafte André Picker hat schon zahlreiche Strafverteidigungen für neonazistische SchlägerInnen durchgeführt. Zuletzt verteidigte er den Dortmunder Neonazi Marc Andre Brandt, der im September letzten Jahres – im Vorfeld des Nazigroßaufmarsches – einen Antifaschisten in eine Ecke drängte und brutal zu Boden schlug. Er verteidigte aber auch schon mehrfach rechtsradikale Szenegrößen wie Siegfried Borchardt. Picker stellt sein Fachwissen gerne auch bei Rechtsschulungen für Neonazis zur Verfügung. Auch wenn Neonazis von der Polizei bei Flugblattaktionen gekesselt und kontrolliert werden, ist er sofort zur Stelle.
Aber Picker versucht auch eigenständige Politik zu betreiben. War er vorher beim NRW-Landesvorstand der Republikaner aktiv, ist er heute Beisitzer des Parteivorstands der rassistischen und rechtspopulistischen Partei Bürgerbewegung Pro NRW. Für Pro NRW stellt er darüber hinaus den Ansprechpartner für die Kreisverbände Dortmund und Ennepe Ruhr-Kreis dar.

Der Prozess zu dem Überfall auf den Punker soll am 22. März fortgesetzt werden.

Pressespiegel:
Neonazis sollen Punk verprügelt haben (RN)

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