Erneut rechter Buttersäure-Anschlag

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben Neonazis einen Buttersäure-Anschlag auf das Auto einer antifaschistisch engagierten Familie durchgeführt. Das war allerdings nicht der erste Anschlag dieser Art in Dortmund. Dieser Vorfall reiht sich ein, in eine ganze Serie von rechten Angriffen auf linke Wohnprojekte, Parteibüros, Cafés und Buchläden sowie auch auf die Wehrmachtsausstellung.

Bereits im Oktober 2003 verübten Neonazis einen Anschlag auf die damals im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte gezeigte Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht – Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944″. Im Jahr 2008 folgte dann eine Reihe von Buttersäure- und Farbanschlägen auf Einrichtungen, die der linksalternativen Veranstaltungsserie „Café Move Ya!“ des AK Freiraum Räumlichkeiten zur Verfügung stellten bzw. dies vorhatten. Dazu gehörten der linke Buchladen Taranta Babu, der seit den 80er Jahren immer wieder zum Ziel rechter Attacken wurde und das soziokulturelle Wohnprojekt HippiH-Haus. Anfang des Jahres wurde dann das Parteibüro der Linken mit Buttersäure bespritzt.

Der oben erwähnte aktuelle Fall weißt dabei deutliche Parallelen zum Nazi-Terror gegen die Familie Engelhardt auf. Die Familie wurde auf Grund ihres antifaschistischen Engagements in Dorstfeld von Nazis schikaniert und bedroht und ist schließlich aus Dortmund weggezogen. „Weil ein politischer Hintergrund möglich erscheint“, laufen ebenfalls Ermittlungen des Staatsschutzes. „Wir müssen aufpassen, dass die Situation in Dortmund in Zukunft nicht aus dem Ruder läuft“, zitieren die Ruhr Nachrichten Stefan Mühlhofer von der städtischen Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie in Dortmund. Als wenn das nicht schon seit Jahren der Fall wäre. Immer wieder fallen Stadt und Polizei durch Schönreden des Naziproblems auf. Aber auch durch die finanzielle Unterstützung eines rechten Internetversandhandels, dem Gewährenlassen von mehreren RechtsRock-Konzerten [1, 2, 3] und durch das Engagement alles dafür zu tun, dass Naziaufmärsche reibungslos stattfinden können, haben Stadt und Polizei sich einen eher zweifelhaften Ruf erarbeitet.

Beachtet dazu auch die Chronologie rechter Aktivitäten in Dortmund.

Update 09.03.:
Grüne kritisieren Dortmunder Polizei – Opferfamilie nicht überrascht (RN)

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