Aktuelles zum Dortmunder Naziproblem

Gleich mit mehreren Fällen ist Dortmunds Naziproblem wieder in den Medien präsent. Die von der Stadt vor gut einem Jahr beim Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Auftrag gegeben Studie zur „Analyse des Rechtsextremismus in Dortmunder Stadtbezirken” wurde nun fertiggestellt und soll demnächst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Schon jetzt heißt es allerdings, dass die Studie „keine neuen Erkenntnisse“ gebracht habe und „nur zu einem Drittel aus der Analyse der rechstextremen Szene“ bestünde. Der Fokus von Prof. Wilhelm Heitmeyer und seiner Forschungsgruppe läge auf den Stadtbezirken Innenstadt-West und Eving und den „Autonomen Nationalisten“, deren Szene er im Bundesvergleich als „sehr bemerkenswert“ charakterisierte. Zahlen könne er aber nicht nennen, „da sie keine Vereinsstrukturen aufweisen.“ Wie viel man sich also von dieser 200-Seiten-Studie erwarten kann, bleibt abzuwarten.

Dass die größte Stadt des Ruhrgebiets ein massives Problem mit Neonazis hat, ist längst bekannt. Aus ca. 60 bis 80 Personen soll die Dortmunder Neonazi-Szene bestehen, wobei ein harter Kern von etwa 25-30 Neonazis auszumachen sei, so die Polizei. Von der Gewaltbereitschaft zeugen mehrere und Angriffe auf linke Wahlkreisbüros, alternative Kneipen, Kulturzentren und Wohnprojekte. Eine von Neonazis terrorisierte Familie ist in der Konsequenz nun aus Dortmund weggezogen. Erst kürzlich störten Neonazis das Gedenken an die Reichpogromnacht. Auch körperliche Übergriffe und die Jagd auf alternative Jugendliche gehören zum Aktionsfeld der hiesigen Neonazis: Ein brutaler Überfall auf einen Studenten beschäftigte nämlich am Dienstag das Amtsgericht Dortmund. Ein stadtbekannter Neonazi hatte im Vorfeld des Aufmarsches zum Antikriegstag vor einem Jahr, einem Studenten aus der antifaschistischen Szene das Nasenbein gebrochen. Die Verhandlung wurde vertagt.

Pressespiegel:
200 Seiten gegen Neonazis – Studie fertig (RN)
Neonazi-Studie vorgestellt – Viel Widerstand (RN)
Dortmund braucht einen langen Atem (WR)
Dortmund, wir haben ein Problem (Endstation Rechts)
Bis zu 80 Nazis in der Stadt – Straftaten verdoppelt (WR)
Dortmunder Familie flieht vor Nazi-Terror (WR)
Neonazi soll Linkem die Nase gebrochen haben (WE)
Student lief in die Falle der Rechtsradikalen (RN)

Meldung verbreiten:
  • Facebook
  • MySpace
  • Twitter
  • Identi.ca
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • PDF
  • email
  • Google Bookmarks
  • RSS