Nazis stören Gedenken an Reichspogromnacht

Während AntifaschistInnen aus Nordrhein-Westfalen in mehreren Städten den Opfern der Reichspogromnacht am 09. November 1938 gedachten und auf ideologische Kontinuitäten nicht nur bei den Neonazis hinwiesen, störten Neonazis gleich mehrere Gedenkveranstaltungen.

Während das Bündnis Dortmund gegen Rechts bereits am Samstag Nachmittag in der Brückstrasse den Opfern der faschistischen Gewalt gedachte, verteilten in direkter Nähe mehrere Neonazis revisionistische Flugblätter und provozierten die TeilnehmerInnen der Gedenkveranstaltung. „Die Polizei hatte die rechte Szene offenbar nicht auf dem Plan und schien gänzlich unvorbereitet. Sie traf erst nach mehreren Anrufen eine Viertelstunde später ein.“, so das Bündnis in einer Pressemitteilung.

Am Montag störten dann eine Hand voll Neonazis eine Gedenkfeier am jüdischen Mahnmal für die Dorstfelder Synagoge durch rechte Parolen und Trillerpfeifen. Die Polizei sah sich auch hier nicht in der Lage, das Treiben der Neonazis bereits im Vorfeld zu unterbinden, immerhin habe die Veranstaltung ja „in ihrem weiteren Verlauf störungsfrei“ durchgeführt werden können, so die Polizei. Die drei in Gewahrsam genommenen Neonazis, die 19, 23 und 30 Jahre alt sind, erwartet nach Angaben der Polizei nun eine Ordnungswidrigkeitenanzeige.

Am frühen Montagabend machten sich dann mehrere Dortmunder Neonazis nach Ahlen auf, um an einem Aufmarsch mit Fackeln und Feuerwerkskörper teilzunehmen. Als die Polizei eintraf, stiegen die Neonazis gerade in einen Zug in Richtung Hamm ein und störten, glaubt man den Neonazis aus Unna, eine weitere Gedenkveranstaltung der Kirche.

„Wenn Neonazis am 09. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, gleich mehrere Kundgebungen und Aufmärsche durchführen können die mit brennenden Fackeln bestückt, die Opfer der Ereignisse vor 71 Jahren verhöhnen und sich gleichzeitig positiv auf den Nationalsozialismus beziehen, so ist dies ein handfester Skandal.“, so Kerstin Wiedemann, Pressesprecherin der Antifaschistischen Union Dortmund.

Mehr Infos:
Ahlen/Hamm/Unna: „Unsere Jahrestage“ (NRW rechtsaußen)
DO: Neonazis wollten Gedenkfeier stören (NRW rechtsaußen)

Personen des rechten Spektrums versuchten Gedenkfeier zu stören (PP)
Neonazis stören Gedenkfeier an jüdischem Mahnmal (RN)
Scherbenspur in der Brückstrasse (PM des BDgR)
Dortmund/Unna/Ahlen: „Eine Art Bürgerrevolte“ (NRW rechtsaußen)

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