Unnaer NPD-Chef Voss spendet 3000 Euro an „Autonome Nationalisten“ aus Dortmund

Im Folgenden dokumentieren wir einen ausführlichen Bericht der Antifa UNited über die „Schmiergeld-Affäre“:

Hans Jochen Voss
Hans Jochen Voss (NPD), Januar 2009

Mit 3000 Euro sponsorte Hans-Jochen Voß, Vorsitzender des NPD Kreisverbands Unna/Hamm, die gewaltbereite Dortmunder Neonazi-Szene, damit diese die rechte Konkurrenz von der DVU nicht im Kommunalwahlkampf unterstützt. Diese Information konnte die Antifa UNited aus einer rechten Internetseite entnehmen. Dort war vor einigen Tagen eine hitzige Diskussion über die Aufkündigung des so genannten „Deutschlandpakts“ entstanden.

Der „Deutschlandpakt“ war ein Abkommen zwischen den extrem rechten Parteien NPD und DVU, bis 2010 bei Wahlen nicht in Konkurrenz zu einander anzutreten. Bei den Landtagswahlen in Brandenburg werden nun beide Parteien kandidieren, ebenso in Dortmund, wo die DVU seit 1999 im Stadtrat vertreten ist. Der bekannte Hamburger Neonazi Christian Worch warf der NPD Unna/Hamm vor den „lagerinternen Kampf gegen die DVU“ mit „Mafia-Methoden“ zu führen, da sie 3000 Euro an parteifreie Dortmunder Neonazis gezahlt habe, damit diese nicht für die DVU werben. Hans-Jochen Voß dementierte diesen Vorwurf nicht und schrieb in einer persönlich unterzeichneten Erklärung: „Was die beanstandete Unterstützung der Dortmunder Autonomen angeht, so unterstütze ich selbst diese bereits seit Jahren aus meinen eigenen bescheidenen Mitteln sowohl finanziell als auch personell.“

Am 5. September wollen die Dortmunder Neonazis, die sich der äußerst gewaltbereiten Strömung der „Autonomen Nationalisten“ zurechnen, eine großen Aufmarsch in Dortmund durchführen. Zum „nationalen Antikriegstag“, der seit 2005 stattfindet, reisten im letzten Jahr über 1100 Neonazis an. Es war die größte und bedeutendste Neonazi-Demonstration in NRW in 2008. Im Verlauf der Demonstration kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Vor dem Hintergrund der Neonazi-Krawalle am 1. Mai, als 400 Neonazis die DGB-Demo angriffen, hat der Dortmunder Polizeipräsident den Aufmarsch verboten. Nun müssen die Gerichte entscheiden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die NPD Unna/Hamm parteifreie Neonazi-Kameradschaften unterstützt. So zahlte sie die Anwaltskosten für den Hammer Kameradschaftsführer Sascha Krolzig oder organisierte Räumlichkeiten in Gaststätten wie in August 2007 in Kamen-Heeren, als die Dortmunder Neonazis im Vorfeld ihrer September-Demonstration eine „Rechtsschulung“ abhielten. Auch die lokale Gruppierung „Nationaler Widerstand Unna“, die für die Anschläge auf Parteibüros und die Nazi-Schmierereien im Kreisgebiet verantwortlich ist, wird von Voß unterstützt. Er ist als „presserechtlich Verantwortlicher“ auf einem Flugblatt des „Nationalen Widerstands Unna“ aufgeführt – direkt neben einem Logo der Jugendgruppe mit einem Molotow Cocktail.

Die NPD Unna/Hamm nutzt die meist jugendlichen Neonazis als „Fußtruppen“, da ihnen eigener Nachwuchs mangels Jugendarbeit fehle. Die Dortmunder Neonazi-Szene wird die großzügige Spende von Voß sicher dankbar entgegen nehmen. Hier zeigt sich wieder einmal, wie sehr der sich bieder und bürgerlich gebende NPD-Kreisverband mit gewalttätigen Neonazi-Strukturen verwoben ist. Voß betreibt als Selbstständiger seine Versicherungsvermittlung VVZ GmbH am Markt Unna. Ein Teil der Gewinne, die dort aus dem Versichungsverkauf macht, lässt er wohl in die Neonazi-Szene fließen.

Hans-Jochen Voß tritt übrigens als NPD-Kandidat im Wahlkreis 146 Hamm-Unna II zur Bundestagswahl an. Bei den Kommunalwahlen wird die NPD im Kreis Unna nicht kandidieren, sie konnte nicht genügend KandidatInnen aufstellen.

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