Bericht zur Antifa-Demo

Auf der Rheinischen StraßeAls Reaktion auf den Überfall auf einen Antifaschisten in der Nacht zum Samstag demonstrierten heute rund 300 Menschen gegen neonazistische Gewalt in der Dortmunder Innenstadt. Anfänglich versuchten rund zehn Dortmunder Neonazis die Demonstration zu provozieren und abzufilmen. Dies konnte durch das entschlossene Handeln von AntifaschistInnen verhindert werden. Ansonsten verlief die Demonstration störungsfrei und konnte durch Parolen, Lautsprecherdurchsagen und Flugblätter Außenstehende über das Anliegen der DemonstrationsteilnehmerInnen aufklären.

Noch vor dem eigentlichen Beginn der Demonstration provozierten die gerade aus Dorstfeld angereisten Neonazis die TeilnehmerInnen durch das Rufen von Parolen und das Fotografieren und Filmen der DemonstrantInnen. Die AntifaschistInnen reagierten schnell und verwiesen die StörerInnen konsequent von der Veranstaltung. Daraufhin kesselte die Polizei willkürlich mehrere Personen ein und hielt sie über längere Zeit fest. Sie wurden einzeln abgeführt und mussten ihre Personalien abgeben. Entgegen der Behauptung der Polizei, sie hätte die festgesetzten TeilnehmerInnen nicht abfotografiert, wurden von allen Personen Portraitaufnahmen angefertigt. Die 21 Personen wurden dann nach Aufnhame ihrer Personalien wieder freigelassen und erhielten einen Platzverweis für die Dortmunder Innenstadt, was ihnen eine weitere Teilnahme an der antifaschistschen Demonstration unmöglich machte.

Nach weiteren Rangeleien mit der äußerst aggressiven Polizei, konnte die Demo mit erheblicher Verspätung starten. Durch die Innenstadt ging es über den Westenhellweg und die Hansastraße zum Platz der alten Synagoge. Dort wurde den Opfern des Nationalsozialismus mit einem Redebeitrag und einer anschließenden Schweigeminute gedacht. Danach zog der Demonstrationszug die Hohe Straße hoch, bis zur Ecke Sonnenstr., wo sich der Überfall am Sonntag ereignete. Die Polizei stoppte die Demo kurz vor der sich in unmittelbarer Nähe befindenen Ultra-Kneipe Lenz-Stube, da sie berfürchtete, dass diese von den DemonstrantInnen angegriffen werden könnte. Jedoch wurde dies schon im Vorfeld von der Demonstrationsmoderation ausgeschlossen und explizit darauf hingewiesen, dass es sich um keine Nazikneipe handelt und wir ohnehin keinen Anlass haben, uns gegen die Kneipe und seine BesucherInnen zu stellen. Auch wurde hier nochmal positiv die Stellungnahme von The Unity rezipiert, die sich klar gegen Neofaschismus und Rassimus ausspricht. Ein weiterer Redebeitrag thematisierte die Nazigewalt in Dortmund fasste die jüngsten Ereignisse nochmal zusammen.

Anschließend ging es durch das belebte Saarlandstraßenviertel, zurück durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof. Hierbei konnten wieder zahlreiche BürgerInnen über unser Anliegen aufgeklärt werden.

Die Polizei verhielt sich über den ganzen Demonstrationsweg hinweg mehr als unkooperativ. „Dieses Fehlverhalten der Dortmunder Polizei reiht sich nahtlos in die jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit der Gewerkschaftsdemonstration am 1. Mai ein, als die Dortmunder Polizei auf GewerkschafterInnen einprügelte, die sich gegen angreifende Neonazis zur Wehr gesetzt hatten“ so Kerstin Wiedemann, Sprecherin der Antifaschistischen Union Dortmund. „Zurecht haben die DemonstrantInnen darauf hingewiesen, dass die Nachsichtigkeit der Dortmunder Polizei gegenüber rechten Straftätern mittlerweile einer Mittäterschaft gleichkommt.“ Insgesamt zieht Wiedemann jedoch ein positives Fazit: „Rund 300 Antifaschistinnen und Antifaschisten haben heute erneut deutlich gemacht, dass die zunehmende Brutalität der rechten Szene ebenso wenig unkommentiert bleibt, wie die Ignoranz seitens Polizei und Stadtverwaltung. Wir werden auch in Zukunft das Verhalten von Stadtverwaltung, Polizei und Staatsanwaltschaft im Auge behalten und dem Erstarken der extremen Rechten auf allen Ebenen entgegen wirken.“

Die Demo wurde am Schlusspunkt (Wallstrasse / Hauptbahnhof) um etwa 15.30 Uhr beendet und offiziell aufgelöst.

Fotos von der Demonstration:

Auftaktkundgebung

Demonstrant wird abgeführt

Demonstrant wird abfotografiert

Polizeigewalt

Immer drauf

Los geht’s

Durch die Innenstadt






Am Platz der alten Synagoge



Vorbei an der Lenzstube

Durch die Einkaufsmeile im Saarlandstrassenviertel



Fight back!

Wieder durch die belebte Innenstadt

Passant wird die Teilnahme an der Demo verweigert


Abschluss

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