Neonazis feierten Haftentlassung

Im Folgenden dokumentieren wir einen Bericht des Jungen Forums Dortmund:

Etwa 50 Neonazis aus dem Umfeld der ehemaligen „Borussenfront“ , des „Nationalen Widerstands Dortmund“ und der „Autonomen Nationalisten“ haben sich nach Informationen der WR am 13.02.2009 im ehemaligen Fliegerheim auf dem Truppenübungsplatz in Holzwickede-Hengsen getroffen, das auch als Clubhaus des Motorradclubs Diablos dient. Anlass der Veranstaltung, die als private Feier ausgegeben wurde, soll die Entlassung eines Dortmunders Neonazis aus dem Gefängnis gewesen sein, der wegen Körperverletzungsdelikten eine Haftstrafe abgesessen hatte.

Bei ihm soll es sich um den Sohn des bekannten Dortmunder Neonazis Erich Dombrowski handeln, der gemeinsam mit dem als „SS-Siggi“ bekannten Siegfried Borchardt in der bundesweit bekannten „Borussenfront“ und in der neonazistischen „Kameradschaft Dortmund“ aktiv war. Organisiert haben sollen das Treffen Mitglieder der Dortmunder Hooligan-Truppe „Northside“. Einige Northside-Mitglieder hatten bis Dezember gemeinsam mit Neonazis des „Nationalen Widerstands Dortmund“ in einer städtischen Turnhalle in Dortmund Kampfsport trainiert.

Das Neonazis-Treffen in Hengsen bekam am Abend eine zusätzliche Brisanz, weil zeitgleich eine Veranstaltung gegen Rassismus und Rechtsextremismus unter dem Titel „Howi bleibt bunt“ im Schulzentrum stattfand. Gut 400 Jugendliche und Erwachsene feierten dort friedlich und protestierten gegen die zunehmenden neonazistischen Aktivitäten in Holzwickede und Umgebung.

Polizei und Staatschutz hatten erst wenige Stunden vorher durch einen Hinweis der WR von dem Treffen Kenntnis erlangt. Landrat Michael Makiolla und auch Bürgermeister Jenz Rother setzten sich daraufhin persönlich für die Einleitung von polizeilichen Maßnahmen ein und veranlassten auch eine Überprüfung vor Ort durch Polizei und Ordnungsamt. Dabei wurden die Personalien der etwa 50 angetroffenen Personen festgestellt. Außerdem muss die Vermieterin mit einer Anzeige rechnen wegen des Verstoßes gegen verschiedene bauordnungsrechtliche Vorschriften, da Veranstaltungen mit derart vielen Personen in den dafür ungeeigneten Räumlichkeiten des Fliegerheims nicht zulässig sind. Nach Angaben der Polizei fanden beide Veranstaltungen nur zufällig zeitgleich statt.

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