Dortmunder Neonazis in Bulgarien

Trauermarsch zu Ehren von General Hristo Lukov
Letzten Samstag, am 7. Februar, fand in der bulgarischen Hauptstadt Sofia der traditionelle Trauerfackelzug „zu Ehren“ von General Hristo Lukov statt. Auch die Dortmunder Neonazis beteiligten sich an diesem neonazistischen Aufmarsch und stellten einmal mehr ihren Demotourismus und ihre guten Kontakte zur europaweiten Neonaziszene unter Beweis.

Wer war General Hristo Lukov?
Lukov, bis zu seinem Tod 1943 ein leidenschaftlicher Anhänger des Nationalsozialismus, war Führer der ehemaligen „Bulgarischen Nationalen Legionen“. Bereits im Ersten Weltkrieg, als Bulgarien auf der Seite der Mittelmächte (Deutschland u.a.) kämpfte, war er als Regimentskommandeur bereits an vielen Schlachten beteiligt. 1935 wurde er zum Kriegsminister ernannt, unterstützte die Achsenmächte und knüpfte enge Kontakte zum Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe Hermann Göring und zu anderen führenden Politikern zur Zeit des Nationalsozialismus. Auf der bulgarischen Nationalkonferenz im November 1942 wurde beschlossen, Generalfeldmarschall Erwin Rommel und seine „Deutschen Afrikakoprs“ in Nordafrika zu unterstützen. Dank des erfolgreichen Attentats kommunistische Partisanen auf General Hristo Lukov im Februar 1943, konnte dieser Einsatz verhindert werden.

Der Gedenkmarsch und der NW Dortmund
Organisator des Aufmarsches am 7. Februar war der Bulgarische Nationalbund (BNS), der in Deutschland Kontakte zur NPD und deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten pflegt, aber auch mit der neonazistischen Kameradschaftsszene zusammenarbeitet. Der führende Kopf des BNS, Bojan Rasate, hat während seiner Kindheit mehrere Jahre in der baden-württembergischen Metropole Stuttgart gelebt. Ansprechpartner für deutschsprachige Neonazis ist der Auslandsbeauftragte des BNS, Zvezdomir Andronov. Ziel des Trauerfackelzuges sei es, so Andronov, das „Andenken an General Hristo Lukov [zu] ehren und gleichzeitig die Einigkeit der europäischen nationalen Jugend [zu] demonstrieren“. Als Redner waren Kameraden aus Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Rumänien angekündigt. Zudem war für den Abend des 7. Februars ein Konzert mit mehreren Bands geplant. Seit 2006 versucht der BNS verstärkt, Neonazis auch außerhalb Bulgariens anzusprechen und übernimmt sogar die Kosten für deren Unterkunft in Sofia.
Auch die Dortmunder Neonazis hatten sich an dem Aufmarsch beteiligt. Mit rund 30 Kameraden flog man bereits einige Tage vor dem Trauerfackelzug nach Bulgarien, um auch rechtzeitig vor Ort zu sein, bestehende Kontakte weiter auszubauen und sich auch bei dem Aufmarsch selber mit einzubringen. So heißt es auf der Internetseite des BNS: „Die letzte Rede der ausländischen Gäste übernahm ein Vertreter des Nationalen Widerstands Dortmund aus Deutschland.“. Mittelsmann für die europäische Vernetzung ist der Dortmunder Neonazi Steffen Pohl, der beispielsweise auch an einem Aufmarsch von Neonazis in Tschechien im August 2008 beteiligt war. Das RechtsRock-Konzert mit ca. 150 Neonazis am Abend des Aufmarsches in Sofia, wurde dann auch von der relativ neu in Erscheinung tretenden Band Libertin aus Dortmund unterstützt.

Fazit
Einmal mehr wird deutlich, dass die Dortmunder Neonazis gute Kontakte zu europäischen Neonazis haben und nicht nur zahlreiche Aufmärsche in der BRD, sondern auch im Ausland unterstützen. Im Gegenzug werden dann die Aktionen der Dortmunder Neonazis von bundesweiten und – wenn auch nur vereinzelt – ausländischen Neonazis verstärkt unterstützt. Auch dieses Wochenende sind die ProtagonistInnen der hiesigen Kameradschaftsszene zusammen mit anderen Neonazis aus der Region mit mehreren Bussen zum europaweiten Neonaziaufmarsch nach Dresden aufgebrochen.

Antifaschistische Union Dortmund,
Februar 2009

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