Antifaschistische Demonstration am 08.11. in Schwerte

Jeder Staat hat seine Geschichte – Das ist die deutsche!

Am 9. November 1938 wurde das, was die Nationalsozialisten seit Jahren angedroht hatten, Wirklichkeit. In einer generalstabsmäßig geplanten Aktion wurden in ganz Deutschland jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, Synagogen angezündet und Menschen verschleppt. Toleriert von Polizei und gelenkt von SA und SS fand der Antisemitismus der deutschen Gesellschaft ein Ventil in einem Akt der Gewalt.

Wie überall in Deutschland und nachher auch in Europa, wurden in Schwerte Jüdinnen und Juden Opfer der antisemitischen Verfolgung; sie wurden inhaftiert oder sogar ermordet, ihr Besitz wurde zerstört und geplündert. In nur einer Nacht war es möglich, das gesamte Leben der jüdischen Einwohner in Schwerte zu zerstören. Sie mussten zusehen wie ihre Synagoge zerstört und ihnen ihre Existenzgrundlage entzogen wurde. Von ehemals 120 Juden haben nur 4 die Verfolgung im Nationalsozialismus überlebt.

Bis weit in die Kriegsjahre hinein war Schwerte die Stadt mit dem größten Eisenbahnausbesserungswerk Europas und dem größten Schienenknotenpunkt in Westeuropa. So sind fast alle Deportationszüge aus Westeuropa (Frankreich, Belgien, Niederlande, etc.) nach Schwerte geleitet worden, um ihre menschliche Fracht von dort der industriellen Vernichtungsmaschinerie der Nazis zuzuführen. Das Schwerter Stadtarchiv spricht von 100000 über Schwerte deportierten. All dies geschah unter den Augen der Schwerter Bevölkerung.

Unter dem Eindruck der alliierten Bombardements und dem zunehmenden Mangel an Arbeitskräften wurde zwischenzeitlich ein Außenlager des KZ Buchenwald errichtet, um die Reparatur der Eisenbahnen, die kriegswichtiges Material transportierten und Jüdinnen und Juden deportierten, sicherzustellen.

Auch heute – 70 Jahre später – gibt es immer noch einen Bodensatz antisemitischen Gedankenguts im Land der TäterInnen von einst. Während der Satz „Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß“ bei 20% der Westdeutschen auf Zustimmung trifft, wird gleichzeitig mit Fragen wie „was habe ich mit dem Holocaust zu tun“ eine Beschäftigung mit den historischen Ereignissen verweigert.

Deshalb ist es umso wichtiger, an die Geschehnisse im Nationalsozialismus zu erinnern und der Opfer zu gedenken, sowie die potentiellen Opfer zu schützen.

Kommt zur antifaschistischen Demonstration nach Schwerte!
Am Samstag den 8.11.2008 um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof.

Mehr Infos findet ihr hier:


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