Wieder 1000 Antifas bei Gedenkdemo

Am 28. März 2007 jährte sich zum zweiten Mal der Todestag von „Schmuddel“, der am Ostermontag 2005 von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin mit mehreren Messerstichen ermordet wurde. Am darauffolgenden Samstag fand wieder eine Demonstration in Gedenken an „Schmuddel“ statt.
Am Samstag, den 31. März 2007 versammelten sich ab ca. 13 Uhr über 1.000 AntifaschistInnen vor dem Dortmunder Hauptbahnhof um in Gedenken an den am Ostermontag 2005 von einem Neonazi erstochenen Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz und gegen die Dortmunder Neonazis zu demonstrieren.

Nach einer Auftaktkundgebung mit mehreren Redebeiträgen startete die kraftvolle Demonstration um 13:30 Uhr über den Königswall. Vor der Kanzlei des Rechtsanwalts Andre Picker fand eine erste Zwischenkundgebung statt. Ein Sprecher klärte über die Aktivitäten des Szene-Anwalts auf und kritisierte, dass Picker mehrfach eindeutige Affinitäten zu den Positionen seiner extrem rechten Klienten gezeigt hat.

Die Demonstration zog über die Brückstraße und weiter durch die Innenstadt. Auf mehreren Zwischenkundgebungen klärten RednerInnen die zahlreichen PassantInnen über das Ziel der Demonstration auf, forderten die rasche Errichtung der bereits zugesagten Gedenktafel für „Schmuddel“ und informierten über die anstehenden Proteste am 1. Mai.

Nach einer weiteren Kundgebung an der Alten Synagoge führte der Demonstrationszug über den Wall und die Rheinische Straße ins Westviertel und von dort weiter zum Neonazi-Laden „Donnerschlag“. Vor dem Geschäft konnte die Forderung nach einer Schlie&szligung des gerade erst in ein Nachbarhaus umgezogenen Naziladens „Donnerschlag“ lautstark zum Ausdruck gebracht werden.

Im Westviertel und im Bereich des Hauptbahnhofs hatten die Dortmunder Neonazis in der Nacht zuvor Aufkleber verklebt, welche in eindeutiger Anspielung an die Ermordung „Schmuddels“ zu neuer Hetze und Gewalt aufriefen. Ein Aufkleber zeigte ein blutverschmiertes Messer mit der Aufschrift „Antifaschismus ist ein Ritt auf Messersschneide“. Die offene Verherrlichung des Mordes und die anhaltenden Drohungen durch die polizeibekannten Neonazis um Dennis Giemsch gehen also weiter. Während die Polizei rigoros gegen antifaschistische AktivistInnen vorgeht, scheinen die Neonazis nach wie vor unbehelligt agieren zu können.

Trotz der ungeheuerlichen Provokation im Kontext des Gedenkens an „Schmuddel“ zogen die Demonstrationsteilnehmer friedlich über Lange Straße und Kampstraße in Richtung Innenstadt. Am Tatort, der U-Bahnhaltestelle Kampstraße fand gegen 16:30 Uhr die Abschlusskundgebung mit einer Schweigeminute statt und eine Freundin des Ermordeten erinnerte noch einmal an Schmuddel.

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