Nach kraftvoller Antifa-Demo: Naziaufmarsch gestoppt

Nach einer kraftvollen Antifa-Demo mit über 600 TeilnehmerInnen blockieren mehr als 200 AntifaschistInnen die Route der Nazis. Diese brechen ihren Aufmarsch nach der Hälfte des Weges ab.

Kraftvolle Antifa-Demo
Der frühen Uhrzeit und bitteren Kälte zum Trotz versammelten sich ab 10:00 Uhr über 600 Menschen zur Auftaktkundgebung der Antifa Demo am Dortmunder Hauptbahnhof. Nach einigen Redebeiträgen setzte sich die Demo unter den Motto „NS-Verherrlichung stoppen! Naziaufmärsche verhindern!“ über den Wall in Richtung Süden in Bewegung. Ein LkW mit Bands sorgte während des Weges über Schwanen- und Ostwall im hinteren Teil für gute Stimmung flankierte so den insgesamt kraftvollen Eindruck der Demo.

Auf der Zwischenkundgebung am Neutor legte die Demo nach einem Redebeitrag über das Schicksal der Dortmunder Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus eine Schweigeminute ein. Ein weiterer Redebeitrag informierte an dieser Stelle über die Nazistrukturen in Dortmund und Umgebung.

Danach ging es über die Gutenberg- und die Chemnitzer Straße weiter, bis die Demo auf der Saarlandstraße in der Nähe des Aufmarschgebiets der Nazis aufgelöst wurde.

Gelungene Blockade…
Mehrere hundert Menschen setzten sich in Richtung Nazi-Aufmarsch in Bewegung. Die Polizei reagierte auf das erfolgreiche und schnelle Vorrücken mit übertriebener Härte: So wurden Hunde an langer Leine auf Antifas gehetzt und mehrere Menschen durch Bisse und Schläge verletzt. Dennoch hatten die oft sichtlich überforderten Cops in den meisten Fällen das Nachsehen, liefen den Antifas nur hinterher und landeten nicht selten mit dem Hintern auf den teils vereisten Strassen. Im Bereich der Wallrabenstraße kesselte die Polizei in für Dortmund typischer Manier nach eigenen Angaben 152 GegendemostrantInnen zunächst über Stunden bei Minusgraden ein um sie anschließend fest- bzw. in Gewahrsam zu nehmen. Unter den Eingekesselten befanden sich auch zahlreiche Jugendliche.

Trotz des harten Vorgehens der Polizei gelang es mehr als 200 AntifaschistInnen die Marschroute der Nazis zu besetzen. Die Ruhrallee war für mehrere Stunden fest in antifaschistischer Hand, so dass der Naziaufmarsch von der Polizei über die Hainallee umgeleitet werden musste. Zeitgleich protestierten weitere AntifaschistInnen lautstark unmittelbar am Nazi-Aufmarsch.
Eben dort versuchte, mit einer wie üblich sehr üppigen Portion Selbstüberschätzung, Nazi-Anmelder Dennis Giemsch die ursprüngliche Aufmarschroute gegenüber der Polizei durchzusetzen und stoppte den Aufmarsch für unbestimmte Zeit.
Als es gegen 15 Uhr auch dem letzten Nazi-Deppen gedämmert haben muss, dass sie in Dortmund keinen Schritt mehr weiter kommen würden, löste Giemsch die Nazidemo auf. Die Kameraden wurden von den Cops zurück zur S-Bahn Station Stadthaus eskortiert und dort in die Bahnen verfrachtet.

Der nach dem Abbruch des Nazi-Aufmarschs von AntifaschistInnen gestartete Versuch, eine Spontandemo zurück in die City zu starten wurde von der Polizei mit abermals völlig überzogenen Mitteln vorzeitig gestoppt.

…und genervte Nazis
In Dortmund-Dorstfeld starteten die frustrieren Nazis noch den kläglichen Versuch eines spontanen Aufmarsches: Vor dem Nazi-Laden „Donnerschlag“ auf der Rheinischen Strasse nahm die Polizei 50 Nazis in Gewahrsam nachdem sie zunächst PassantInnen anpöbelten und später auf die stark befahrene Strasse liefen. Eine zweite Gruppe Nazis versuchte ein Transformatorenhäuschen anzuzünden, wurde aber ebenfalls von der Polizei eingepackt.
Unter ihnen befand sich wohl auch die Führungsclique der „Autonomen Nationalisten“. In deren WG in der Wittener Straße war bis spät in die Nacht niemand zu sehen….

Überfall auf Antifas
Überschattet wurde der Erfolg des Tages durch einen Naziüberfall auf jugendliche AntifaschistInnen an den Katharinentreppen in der Nähe des Hauptbahnhofs,. Zehn als Antifas getarnte und mit Teleskopschlagstöcken, Gummiknüppeln und kurzen Fahnenstangen bewaffneten Nazis verletzten drei Menschen durch Schläge auf den Kopf und ins Gesicht so schwer, dass diese in den umliegenden Krankenhäuser behandelt werden mussten. Ein Antifaschist verblieb in stationärer Behandlung, ist aber mittlerweile wieder aus dem Krankenhaus entlassen.
Dieser geplante Überfalls, der parallel zum Naziaufmarsch mit eigens hierfür abgestellten Nazis durchgeführt führt ein weiteres Mal das hemmungslose Gewaltpotential der Dortmunder Naziszene deutlich vor Augen und bekräftigt die unbedingte Notwenigkeit, sich dieser Bedrohung aktiv, direkt und offen zu stellen. Gegen prügelnde Nazis hilft nur antifaschistische Gegenwehr!

In the End…
Unterm Strich bleibt ein sehr Erfolgreicher Tag. Der Nazis mussten ihren Aufmarsch aufgrund des entschlossenen antifaschistischen Widerstands abbrechen.
Auch das massive und übertrieben harte Vorgehen der Polizei konnte die Blockade des Aufmarschs nicht verhindern.
Dennis Giemsch und Konsorten haben sich nach dessen vorzeitigen Ende mit der spontanen Randale in Dorstfeld vor dem „Donnerschlag“ – also direkt vor der eigenen Hütte – auch noch gehörig in Nesseln gesetzt.
Dortmund Nazi Stadt? – Von wegen!

Für Freitag, den 3. und Samstag den 4. Februar kündigen die Dortmunder Nazis zwei weitere Aufmärsche an.

Fotos hier.

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