Kein Vergeben – Kein Vergessen!

Aufruf zur antifaschistischen Demo am 03.09.05 in Dortmund.

AM 03.09 DEN NAZIAUFMARSCH IN DORTMUND VERHINDERN!

Am Abend des 28.03.2005 wurde Thomas „Schmuddel“ Schulz von einem 17-jährigen Neonazi in der U-Bahn Haltestelle Kampstraße in der Dortmunder City ermordet. Thomas hinterließ eine Frau und 3 Kinder. Die Dortmunder Neonazi-Szene bekannte sich nach dem Mord im Internet zu dem Mörder und seiner Tat. Der 17-jährige sei ein „Kamerad“ aus Dortmund. Am 3. September wollen die Neonazis nun erstmals nach dem Mord in Dortmund demonstrieren.

Die Dortmunder Neonazis stellen mit einem festen Kreis von 30 und einem kurzfristigen lokalen Mobilisierungspotential von bis zu 80 Personen die größte neonazistische Gruppierung in NRW. Mehrheitlich sind sie in der von „SS-Siggi“ Borchardt geführten „Kameradschaft Dortmund“ und unter dem Namen „Autonomen Nationalisten- Östliches Ruhrgebiet“ organisiert. Seit längerer Zeit verfolgten sie unter der Parole „Dortmund ist unsere Stadt“ das Ziel, durch Demonstrationen und Gewalt in Dortmund eine ‚No-Go Area‘ für all diejenigen zu errichten, die nicht in ihr neonazistisches Weltbild passen. Der Mord an Thomas ist der traurige Höhepunkt dieser Strategie.

In ihrer Sympathiebekundung für den Mörder setzten die Dortmunder Neonazis kurz nach der Tat ihre Drohungen gegen vermeintliche AntifaschistInnen fort. Nur zwei Tage nach dem Mord kam es zu einem erneuten Mordversuch an der Kampstraße. Ein einschlägig vorbestrafter 23-jähriger Neonazi zückte am Abend gegenüber den Trauernden ein Messer, nachdem er bereits am Mittag eine Punkerin mit den Worten „Ich stech dich auch ab“ bedroht hatte. Ein weiterer Überfall ereignete sich wenige Tage darauf in der Nordstadt. Zwei Neonazis setzten einer Frau ein Messer an den Hals und bedrohten sie mit dem Tode. Seit dem 1. April tauchten in mehreren Dortmunder Stadtteilen Plakate des „Freien Widerstand“ auf. Unverholen verkünden die Neonazis auf den Plakaten: „Wer der Bewegung im Weg steht, muss mit den Konsequenzen leben!“ Am 9. Juni verfolgten zwei mit Baseball-Schläger und Messer bewaffnete Neonazis in Dortmund Wickede zwei Migranten bis über die Stadtgrenze zu einem Asylbewerberheim in Unna. Erfreulicher Weise zeigten die Migranten gemeinsam mit BewohnerInnen des Heims die von so vielen Politikern geforderte Zivilcourage. Die Neonazis wurden vertrieben. Der Mord und die anhaltenden Drohungen und Gewalttaten zeigen deutlich was passiert wenn Neonazis sich weitestgehend ungestört organisieren können. Das neonazistische Weltbild drängt früher oder später notwendiger Weise zur gewalttätigen Umsetzung.

Gerade dort, wo die lokale Presse und Politik sich schon vor Jahren darauf einigten, das wachsende Problem der Neonazi-Szene stillschweigend zu ignorieren und wo die Polizei bevorzugt gegen AntifaschistInnen vorgeht, bleibt der aktive Widerstand gegen Neonazis eine dringende Notwendigkeit. Bislang haben sich die Neonazis nicht getraut nach dem Mord öffentlich in Dortmund in Erscheinung zu treten. Ihre lauthals verkündeten Drohungen, keine antifaschistischen Veranstaltungen unwidersprochen zu lassen, konnten sie mehrfach nicht einlösen.

Fünf Monate nachdem in Dortmund über 4.000 AntifaschistInnen nach dem Mord an Thomas deutlich machten, dass sie nicht bereit sind, die neonazistische Gewalt zu akzeptieren, bilden sich die Neonazis offenbar ein, der Mord und ihre Sympathiebekundungen für den Mörder wären vergessen. Am 03. September gilt es den Neonazis lautstark und offensiv zu zeigen, dass ihre Hoffnungen in Dortmund weiter zu machen als wäre der Mord nicht geschehen, unerfüllt bleiben werden.

Neonazistische Strukturen zerschlagen! // Den Naziaufmarsch verhindern! // Kein Vergeben- Kein Vergessen!

Kommt zur antifaschistischen Demonstration // 03.09. // 11:00 Uhr (Pünktlich) // Katharinenstraße (Gegenüber dem Vorplatz des HBF)

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